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Literatur

Hier finden Sie eine Übersicht lesenswerter Bücher, die unsere Themenbereiche bei LEBENSDOMIZILE WELTWEIT mal mehr, mal weniger umfassend zum Inhalt haben.

Bücher, die wir für Sie gelesen und bewertet haben, sind entsprechend markiert. Die Auswahl der Bücher erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, die Auflistung ist sortiert nach der jeweils letzten Veröffentlichung auf dieser Website.

Wenn Sie uns ein Buch in unserem thematischen Kontext empfehlen möchten, freuen wir uns über Ihre Nachricht an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! 


Für Sie gelesen:
Du weißt ja gar nicht, wie gut du es hast
Von einer, die ausbrach, das Leben zu lieben
Autorin: Maria Bachmann
Verlag: Knaur
272 Seiten, Hardcover, März 2019
ISBN: 978-3-426-21455-8

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Das Buch zu lesen ist, als müsstest du deine eigene Kindheit und Jugend nochmals erleben und damit die dunklen Seiten auch erleiden. Wer das Wort „Kriegsenkel“ einordnen kann, weiß, um was es beim autobiografischen Buch der bekannten Schauspielerin geht. Denn wie so viele Kinder, die in den 50-er und 60-er Jahren geboren wurden, erlebt auch Maria Bachmann ihre Kindheit in der süddeutschen Provinz, umwoben von schmerzhafter Beklemmung, von Schweigen und kriegstraumatisierten Eltern.

Der gefühlte Panzer in der Brust, der sich steigernde Druck, gehorsam und brav sein zu müssen, das Finden von Wegen und das Entwickeln von feinen Antennen und Verhaltensweisen, um sich klein zu machen und klein zu bleiben, um ja nicht aufzufallen. Doch genau das geht an die Substanz.

Die Autorin beschreibt die emotional kargen Umstände, unter denen sie aufgewachsen ist. Sie spricht über Denken und Handeln der Eltern, dass reines Überleben, die katholische Kirche und Sparen wichtig sind, jedoch Spaß am Leben oder ein erfüllender Beruf überflüssig seien, da man als Frau eh nur heiratet und Kinder bekommt. Mit jedem Kapitel, untergliedert in "Das Kind, Die Jugendliche, Die junge Frau, Die Erwachsene", wächst man mehr und mehr rein in die beschriebene Gefühlswelt und identifiziert sich damit. Wer die eigene emotionale Seite beim Lesen zulässt, wird den Tränen nahe sein bzw. inne halten, um das eigene Leben Revue passieren zu lassen – mit allen Höhen und Tiefen. Der Wunsch, ein eigenes Zimmer zu haben, die Abgrenzung durch Popmusik oder das von den Eltern angeordnete Tippen der Bewerbung auf der Schreibmaschine Olympia Monica für die ortsansässige Raiffeisenbank. Später sind es Schuldgefühle, Scham, Angst und das fehlende Selbstbewusstsein, nicht bzw. nie gut genug zu sein. Immer hinterfragen, immer besser sein, immer getrieben sein – so sah auch ihr Alltag aus. „Ich wusste noch nicht einmal, dass ich nichts fühlte!“ ist ein Satz, der die emotionale Ebene und den seelischen Zustand sehr gut beschreibt. Es ist immer wieder aufwühlend aber irgendwo auch etwas beruhigend, dass man nicht alleine ist, da es so vielen dieser Altersklasse genauso ergangen ist.

Maria Bachmann will mit ihrem Buch Mut machen. Denn sie ist ihren wenn auch sehr steinigen und langen Weg gegangen, um erst im Erwachsenenalter ihr wirklich selbstbestimmtes Leben zu finden. Sie hat es geschafft, ihre innere Heimat zu finden.

Die Lektüre ist empfehlenswert für alle, die sich näher mit der Thematik Kriegsenkel, jedoch nicht aus sachlich-psychologischer Sicht, sondern mit Tatsachenberichten beschäftigen möchten. Diese Empfehlung schließt die Kriegsenkel, aber gleichzeitig auch deren Eltern, also die traumatisierte Kriegsgeneration bzw. mittlerweile sogar deren erwachsene Kinder mit ein. Denn es ist nie zu spät, aus Eltern- oder Kindersicht, die vielen Zusammenhänge verstehen zu lernen, sich zu lösen und endlich das freie Leben ohne Schuld und Scham leben zu können.

 


Für Sie gelesen:
Heute komme ich zuerst
Lieben & Leben Ohne Kompromisse
Autor: Susanne Wendel
Verlag: Goldegg Verlag GmbH
288 Seiten, broschiert, Erstausgabe 2019
ISBN: 978-3-99060-095-5

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„Sie verleugnen, dass sie von ihrem Leben angepisst sind. Sie verleugnen, dass sie ihren Hintern hochkriegen und ein Risiko eingehen müssen. Menschen wollen nicht wahrhaben, dass sie unglücklich sind und ihr Leben scheiße finden.“ Dies ist ein Auszug auf Susanne Wendels neustem Werk „Heute komme ich zuerst“. Im Klappentext wird bereits klar, die Autorin ist nicht zimperlich: Vergiss alles, was du über Männer, Frauen, Liebe und Sex denkst!

Wer nun allerdings denkt, er – oh sorry, sie bekommt nun den perfekten Sexratgeber mit Hinweisen, wie wann was zu tun ist, damit Mann (und auch Frau) erfüllten Sex hat, der wird enttäuscht sein. Alle anderen, die das Buch wertschätzend und bewusst durchlesen – und hier schließe ich Frauen wie Männer mit ein – halten ein wunderbares Buch in Händen, das er- und aufklärt, ohne Schuldzuweisungen und Belehrungen.

Susanne Wendel, übrigens Autorin von „Gesund gevögelt“, hat Zusammenhänge aus tauendjähriger Geschichte, Moralvorstellungen, Glaubenssätze und schmerzhafter, oft anerzogener Zurückhaltung zusammengetragen. Dabei geht sie auf Erziehung und Schuldzuweisungen ein, erläutert strafrechtliche Hintergründe, die noch in den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts relevant waren. Sexarbeiterinnen und Coaches kommen zu Wort und berichten von der aktuellen Situation in der heutigen Zeit und den noch immer vorherrschenden (Beziehungs-)Problemen.

So gehen viele von uns tagtäglich Kompromisse sein. Und insbesondere Frauen lernten, sich eher in die zweite Reihe zu stellen und sich anzupassen. Was dabei im Laufe der Lebenszeit an Frust angesammelt wird, der wiederum verdrängt und fast nicht mehr wahrgenommen wird, ist unbeschreiblich. Frauen verlernen sich zu spüren, die persönlichen Bedürfnisse überhaupt zu erkennen und diese dann auch noch ausformuliert auszusprechen. Die Autorin gibt Tipps für den Ausstieg aus der Matrix. Klärt aber gleichzeitig auch darüber auf, dass es nicht einfach ist, zudem Zeit und oft Wut braucht. So werden Handlungsvarianten angesprochen, sind aber nicht verpflichtend. Denken und handeln, verändern und tun muss jeder bzw. jede für sich selbst.

Der Blick in die Geschichte, ob 5000 oder 60 Jahre, ist spannend und beim Lesen kommen durchaus „Aha“-Effekte“ zustande. So erlebte nach dem Zweiten Weltkrieg vor allem Westdeutschland einen massiven Rückschritt in Richtung Konservatismus, Verklemmtheit und Sexualfeindlichkeit. Zudem wird mit jeder der ersten 150 Seiten deutlicher, wie die vorherrschenden Konzepte unterschiedlicher, jedoch männlicher Wissenschaftler (Frauen durften nicht wissenschaftlich arbeiten) das Denken der Menschen und den Blick auf die Frau und ihre Bedürfnisse beeinflusst hat.

Es sind die guten Beobachtungen, die Susanne Wendel gekonnt zu Papier bringt. Klar will sie mit einigen Aussagen provozieren. Und mit was? Mit Recht! Denn wann genau beginnt man damit, sich Gedanken zu machen und etwas ändern zu wollen?!

Zur Orientierung einige Zitate aus „Heute komme ich zuerst“:

"Viele Paare haben sich im Bett auf dem kleinsten gemeinsamen Nenner getroffen, der für beide aber nur ein Kompromiss ist."

„Den Deal „Geld gegen Sex“ kennen wir aus der Prostitution. Doch die wenigsten bringen ihn mit Ehe in Verbindung. Doch im Grunde genommen ist der uralte Handel, der Ehe bedeutet, das Gleiche“.

„Die schlimmsten Energieräuber im Leben einer jeden Frau sind andere Frauen, die von morgens bis abends jammern und sich über alles und jeden beschweren und gleichzeitig keinen einzigen Rat annehmen.“

„Man kann es manchmal bei Menschen in den Gesichtern sehen, diese Angepasstheit, die aussieht wie eine Maske aus Nettigkeit und Gut-dastehen-Wollen.“

„Kein Wunder, dass manche der lächelnden Werbeikonen hinter ihren Kuchenblechen total angepisst waren.“

„Männer sind Schweine? Frauen auch!“

Es gibt wunderbare Passagen, die man wirklich zweimal liest, nur um zu bestätigen, dass es eine Frau ist, die dies endlich mal auf den Punkt und aufs Papier bringt. Für viele ihrer Aussagen würde sie in den sozialen Netzwerken zerrissen. Und doch können Frauen wie Männer genau hier etwas für ihre Beziehungskompetenz lernen. Sich gegenseitig zu kontrollieren ist ein typisches Muster in der Beziehungsmatrix und zwar ein typisch passiv-aggressives. Die Autorin möchte Gleichberechtigung für beide Partner einer Beziehung, sie geht sogar so weit zu behaupten, dass eine der ersten Voraussetzungen für die Liebesbeziehung als „power couple“ ist, dass beide ihr eigenes Geld verdienen und es keine finanzielle Abhängigkeit mehr gibt; dass sie sich lieben, ohne voneinander abhängig zu sein. Ist das nicht ein Traumzustand? Daher ist das neue Werk von Susanne Wendel für Männer wie Frauen geeignet und als Lektüre und Anleitung zum Tun empfehlenswert.

 


Für Sie gelesen:
Das kann doch weg
Das befreiende Gefühl, mit weniger zu leben. 55 Tipps für einen minimalistischen Lebensstil
Autor: Fumio Sasaki
Übersetzer: Martin Bauer
Verlag: INTEGRAL, Verlagsgruppe Random House
256 Seiten, Februar 2018
ISBN: 978-3-3778792858

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Mit „Das kann doch weg“, dem Lifestyle-Bestseller aus Japan, hat Fumio Sasaki ein Buch geschrieben, das genau in die heutige Zeit passt.

Auf der Suche nach dem Glück und der Zufriedenheit findet er den Weg zu Ordnung und zum Minimalismus. Übersichtlich und trotzdem ausführlich, zudem leicht verständlich und direkt umsetzbar, erläutert er seine Schritte, seine Gedankengänge und die direkten und indirekten Auswirkungen dazu. Interessant oder auch tröstlich übrigens der Hinweis, dass auch der Autor Jahre benötigt hat, um so weit zu kommen.

Vieles erscheint plausibel und regt an, es auszuprobieren, alternativ zuerst darüber nachzudenken. Schließlich kann man selbst entscheiden, bis zu welchem Grad der Minimalismus das eigene Leben bestimmen oder bereichern soll bzw. darf.

Für alle, die Ordnung in ihr Leben bringen, die umziehen und/oder reduzieren möchten oder müssen, ein hervorragender Rat- und Tippgeber.

Außerdem ist „Das kann doch weg“ ein Buch, das man immer wieder zur Hand nehmen kann. Einerseits um nachzulesen und sich erneut inspirieren zu lassen. Andererseits auch perfekt gegliedert, um einfach einen der 55 Tipps weiter zu vertiefen.

Das jeweils persönliche Tempo und der eigene Ehrgeiz entscheiden, ob die hier gelebte Formel: „Weniger Besitz = mehr Glück“ jetzt oder später zum Lebensgefühl wird. Eine praktische Vorlage zur Umsetzung ist das Werk auf jeden Fall.

 


Für Sie gelesen:
Die innere Ruhe kann mich mal
Meditation radikal anders
Autor: Fabrice Midal
Verlag: dtv premium
192 Seiten, Deutsche Erstausgabe, Auflage 2018
ISBN: 978-3-423-26184-5

 

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Ach, dieses Buch hat MICH gefunden! Ich, der ich doch irgendwie immer unter Strom stehe, und wenn jemand von innerer Ruhe spricht, genau im Gegenteil lande.

Autor Fabrice Midal spricht mir also dermaßen aus dem Herzen, wenn er gleich auf den ersten Seiten von „Wir sind Opfer eines hektischen Aktivismus, der uns blind macht für die Wirklichkeit“ bzw. wie folgt schreibt: „Flüchten Sie sich nicht auf die Gipfel der Berge oder in die Tiefen irgendwelcher Höhlen, um einmal gründlich in sich zu gehen. Bleiben Sie hier und stellen Sie die Maschinerie Ihrer Gedanken ab. Lassen Sie sich in Frieden!“

Und es sollte noch besser werden: „…ich will dabei weder Weisheit entwickeln noch innere Ruhe oder Geduld“. Wow, das gefällt mir! Ich bin infiziert, wie wohl viele tausende Leser in mittlerweile 10 Ländern ebenso, in denen dieser Buchtitel vom in Frankreich zu den einflussreichsten Meditationslehrern zählenden Autor bereits erschienen ist.

Nach der Einführung beginnt jedes seiner 15 Kapitel mit dem Teilsatz: „Hören sie auf zu …“ um im zweiten Teil des Satzes die Veränderung gleich mit zu erläutern. Also:

Hören Sie auf zu meditieren / Tun Sie nichts
Hören Sie auf, passiv zu sein / Lernen Sie zu warten
Hören Sie auf, perfekt sein zu wollen / Akzeptieren Sie Ihre Tiefs
Hören Sie auf, sich zu schämen / Zeigen Sie sich verwundbar
Hören Sie auf, sich zu quälen / Werden Sie Ihr bester Freund

Mit diesen gut gewählten Kapitelüberschriften steigt das Interesse, ja die Lust, immer weiter zu lesen. Denn ist es nicht schön, wenn mal jemand sagt: Hör auf damit, mach es für DICH besser und erfülle nicht die Erwartungshaltungen der anderen?! Anhand von Beispielen erläutert Midal seine Denkweise, die der Leser übernehmen kann, aber nie muss.

Starre Meditationsregeln, so Fabrice Midal, führen häufig zu Frust und einem Gefühl des Misserfolgs. Dabei ist unser Alltag bereits geprägt von Anforderungen, Stress, Erfolgsdruck und häufig auch von dem Gefühl, nicht perfekt oder gut genug zu sein. Daher fordert der Autor dazu auf, uns bei der Meditation von jeglichem Anspruch an uns selbst zu lösen. Es geht ihm um eine Lebenshaltung, die sich starren Regeln, Konformismus, von außen auferlegten Forderungen und Zwängen widersetzt – auch bei der Meditation.

Mich spricht diese Art der Herangehensweise direkt an. Aber nein, ich habe auch nach der Lektüre des Buches nicht sofort begonnen zu meditieren, jedoch ist es ein schöner Gedanke, dass ich es könnte, wenn ich es denn wollte, und zwar nach meinen ganz persönlichen Regeln. Vielleicht lasse ich mich „einfach mal in Frieden“, wenn ich beim nächsten Mal morgen auf der Terrasse stehe, mit meinem Kaffeebecher in der Hand und den Tag gelassen im Schlafanzug begrüße. Denn dann höre ich auf, mich zu rationalisieren, im Gegenteil, ich lasse los.

 


Für Sie gelesen:
Du musst nicht verreisen, um bei dir anzukommen
Wege zu einem selbstbestimmten Leben
Autorin: Diana Dreeßen
Verlag: dtv premium
240 Seiten
ISBN: 978-3-423-26176-0


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In acht Kapiteln beleuchtet Diana Dreeßen unterschiedliche Lebenssituationen und gibt hilfreiche Informationen zur Veränderung. Denn die entscheidende Frage, die es zu klären gilt, heißt: Und wo bleiben Sie?

Mit „Du musst nicht verreisen, um bei dir anzukommen“ ist der Autorin ein kurzweiliges Lese- und Arbeitsbuch gelungen. Erklärende Passagen wechseln sich mit Fragen und Aufgaben ab. So führt Diana Dreeßen ihre Leser immer tiefer in die Materie ein. Für alle, die bei ihrer Seelenarbeit bereits fortgeschritten sind, dienen die einzelnen Kapitel als Vertiefung und sinnvolle Wiederholung, alle anderen Leser werden genau dort abgeholt, wo sie gerade stehen.

Hiermit ist der Managementtrainerin zudem der Spagat gelungen, viele auf ihrem Weg zu einem selbstbestimmten Leben mitzunehmen, ohne zu bevormunden. Wenngleich auch mal schmerzhafte Fragen bzw. selbstgegebene ebenso schmerzhafte Antworten das Lesen und Durcharbeiten erschweren. Wer jedoch dran bleibt und ehrlich zu sich selbst ist, wird sich am Ende der Lektüre um interessante Antworten oder auch persönliche Lösungen reicher fühlen.


Für Sie gelesen:
Plötzlich Rabenmutter
Autorin: Lisa Frieda Cossham
Verlag: blanvalet
224 Seiten
ISBN: 978-3-7341-0375-9

Rabenmutter

Lisa teilt sich nach der Trennung von ihrem langjährigen Partner (seit Studienzeiten) und Ehemann Jan die Betreuung der gemeinsamen Töchter im Wechselmodell. Nachdem sie Wut, Hass und Entrüstung anderer Mütter erleben muss, reflektiert sie ihre Rolle als Teilzeitmutter.

Im Buch zeigt Lisa ihr Leben und ihre bereits in der Partnerschaft und Ehe gelebte Freiheit mit getroffenen Absprachen hinsichtlich Berufswahl, Ausgehen und das Leben genießen. Denn Jan und Lisa leben ganz selbstverständlich die Gleichberechtigung.

Doch mit der Trennung soll es plötzlich mit der Gleichberechtigung vorbei sein?

Ob es allein daran liegt, dass Lisa einen anderen Mann kennengelernt und deswegen ihren Ehemann verlassen hat? Die moralische Keule der scheinheiligen Gesellschaft trifft sie voll, denn schließlich hat sie mit ihrem Auszug aus der Familienwohnung doch die Kinder verlassen.

Die Autorin prangert die Doppelmoral der Gesellschaft an, in der kümmernde Väter als einzigartig, Wechselmodell-Mütter als Rabenmütter dargestellt werden. Und sie entlarvt den Mythos Mutterliebe.

Im mittleren Teil des Buches werden die Berichte etwas langatmig. Auch das oft zur Schau gestellte Selbstmitleid und ihr erlebtes Leid, die Kinder nach einer Woche wieder verabschieden zu müssen, nerven irgendwann. Viele Wechselmodellmütter erleben dies anders und ohne Wehmut, aber Lisa ist dieser Punkt sehr wichtig.

Im letzten Drittel des Buches treten glücklicherweise verstärkt die Vorteile des Wechselmodells in den Vordergrund. Es werden die derzeitig geltenden und doch so veralteten Familienleitbilder angeprangert und neue Werte PRO Wechselmodell dargestellt. Einhergehend mit vielen stichhaltigen Argumenten, teils aus unterschiedlichen Publikationen, heißt das Plädoyer auch, die Förderung der Gleichberechtigung doch bitte nicht zeitgleich mit der Partnerschaft enden zu lassen.

Mut machen zudem solche Sätze wie „Dass Fürsorglichkeit, Wärme und Hingabe keine geschlechterabhängigen Begabungen sind und uns ein veraltetes Mutterideal bei den Versuchen behindert, neue Familienstrukturen zu leben, in denen Väter genauso präsent sind wie Mütter“ von Seite 206 bzw. auf Seite 211 „Indem wir uns die Erziehungsarbeit teilen, haben Jan und ich uns zu selbstbewussten, voneinander unabhängigen Bezugspersonen entwickelt. Waren wir zu Ehezeiten ein nicht näher definiertes elterliches Kollektiv, so wissen wir nun um unsere individuellen Qualitäten".

Fazit: Das Buch polarisiert und informiert. Andere Wechselmodell-Mütter würden es von der Kerngeschichte anders schreiben, aber die zukunftsorientierte und wichtige Aussage, dass ein Wechselmodell funktionieren kann und damit für beide Partner Raum und Zeit bleiben, Beruf und Berufung zu leben und sich die Kindererziehung und -betreuung zu teilen, bleibt!

 


Für Sie gelesen:

Die Kraft der Kriegsenkel

Wie Kriegsenkel heute ihr biografisches Erbe erkennen und nutzen

Autorin: Ingrid Meyer-Legrand

Verlag: Europa Verlag

256 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag

ISBN: 978-3-95890-008-0

MeyerLegrandKriegsenkel

Wer sich einlässt auf die Inhalte und Schwere dieser Lektüre, wird an mindestens einer Stelle ehrlich zugeben: „Auf dieses Buch habe ich gewartet!“

Das Erbe der Herkunft und die Geschichte der Eltern beeinflussen, ja überschatten zum Teil das Leben, die Gefühlslage und den Werdegang der Kriegsenkel. So sind sie gefühlt ebenso ständig auf der Flucht und kommen nicht wirklich in ihrem Leben an. Wechsel in Jobs und Partnerschaften sind Langzeitauswirkungen der Konditionierungen aus Kindheit und Jugend.

Als Kriegsenkel bezeichnet man die Geburtenjahrgänge 1950 – 1980, die verschiedene Phänomene, die für ihr Leben charakteristisch sind, nicht erklären können. Schließlich waren die Kriegsenkel doch in Frieden und in Zeiten von Wachstum und Wohlstand aufgewachsen.

Die in unterschiedlichen Beispielen und Erläuterungen klar formulierten Antworten, die viele Kriegsenkel seit Jahren und Jahrzehnten suchen, geben Einblick in Hintergründe, Auswirkungen und Zusammenhänge.

Man findet im Buch Aussagen wie: „Aus großer Loyalität mit dem Leid der Eltern wagen Kriegsenkel es häufig nicht, ihren eigenen Weg zu gehen.“ und „Interessant ist die aus dem Erbe erwachsene Kraft. So wenden sich Kriegsenkel (Lebens-)Projekten zu, in denen sie sich neuen Lebensentwürfen und Experimenten widmen.“

Die Lektüre hilft, seine eigene Vergangenheit und Kindheit von mindestens zwei Seiten sehen und verstehen zu lernen sowie Ereignisse einzuordnen.

Einerseits für diejenigen, die überwiegend negative Sichtweisen mit den Eltern verbinden, um endlich auch positive Erlebnisse oder neue Blickwinkel zu entdecken.

Andererseits aber auch für diejenigen, die rückblickend ihre Kindheit eigentlich positiv gesehen haben, nun aber die nach wie vor unerklärlichen Hürden ihres Lebens erkennen lernen und mögliche Ursachen dafür entdecken.

Es gibt dazu Anregungen zum Nachdenken, in welchem direkten Zusammenhang das aktuelle Funktionieren nach alten Mustern und das Leben vorhandener Glaubenssätze mit der bis dahin nie erkannten oder persönlich wahrgenommenen negativen Seite der Vergangenheit stehen.

So klärt das Buch auf, ohne anzuprangern, um die eigene Lebensgeschichte als Prozess zu verstehen und als einen permanenten Wandel zu begreifen. Diese Erkenntnis kann als bereichernd erlebt werden.

Der Dank des Lesers gilt daher der Autorin Ingried Meyer-Legrand, die ihre jahrelangen Erfahrungen in ihrer Praxis hier zusammengefügt und aufgeschrieben hat. Aktives Lesen, Nachdenken und Reflektieren als interessierter Kriegsenkel gibt nämlich Licht ins Dunkel, um endlich auf die Fährten der eigenen Lebenswege zu kommen.

Fazit: Ein wunderbares Buch zum Selbstlesen und Verschenken!

 


Für Sie gelesen:

Mann & Frau & Weltreise

Wie ich zur Reise meines Lebens kam

Autoren: Elke Klinger, Karten Meyer

STEDE Verlag 2016

102 + 118 Seiten + Bildteil, Taschenbuch

ISBN: 978-3-946769-00-2

MannFrauWeltreiseCover

Wenn Mann und Frau gemeinsam zur Weltreise aufbrechen, sind Vorbereitung und Emotionen und somit Herangehensweise und Gefühlsschwankungen völlig unterschiedlich. Ob der Stellenwert von Familie und Freunden, das eigene Business oder einfach die Vorfreude auf Abenteuer, Land und Leute. Einen Einblick in die jahrelange Vorbereitungsphase ihrer Weltreise geben Ede (Elke) und Sten (Karsten) in ihrem deshalb auch bewusst zweigeteilten Buch.

Beide Autoren, privat ein Paar und Eltern, zudem Geschäftsführer einer Agentur, teilen jeweils in ihrem Teil die für sie wichtigen Meilensteine und Beweggründe, die Vorgehensweise und Rückschläge mit. Ganz persönlich, ganz individuell, jeder im eigenen Tempo und Schreibstil.

Dies bedeutet für den Leser zuerst die Qual der Wahl: Mit wem beginne ich? Am Ende ist es jedoch egal, denn man hat dann beide Teile gelesen und fühlt sich bestätigt, dass Mann und Frau eben doch zwei völlig unterschiedliche Individuen sind.

So wurde daraus ein gänzlich anderes Buch zum Thema Weltreise, bei dem die eigentliche Reise (noch) keine Rolle spielt. Denn das Buch endet mit dem Beginn der Tour.

Für Alle, die darüber nachgrübeln, eine Weltreise zu machen und somit einen Weg suchen, diese mehrmonatige Auszeit in ihren Alltag und ihr Leben zu integrieren, kann dieses Buch hilfreich sein. Insbesondere Elke zeigt die emotionale Ebene als Geschäftsfrau und Mutter und erläutert, wie schonungslos das Innere mit dem Äußeren, die Angst mit dem Mut und die Vorfreude mit der Zurückhaltung kämpfen können.

 


Für Sie gelesen:

Wohnmobile selbst ausbauen und optimieren

1000 Tipps und Tricks

Autor: Ulrich Dolde

Dolce Vita Verlag

3. überarbeitete, auf 500 Seiten erweiterte Auflage

ISBN: 13 97839 – 81 – 49562-1

 

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Eigene, jahrelange Erfahrungen, Lernen aus Fehlern, Modifizieren der eigenen Ideen, Verbesserungen beurteilen und erklären und immer wieder optimieren – dafür steht Autor Ulrich Dolde mit seinem dicken blauen Wohnmobil-Ausbauratgeber.

In 38 Kapiteln wird erklärt und teilweise mit praktischen Fotos aus dem Alltag ausführlich erläutert. Das Buch ist Inspiration und Information zugleich, es dient als Ratgeber wie als Nachschlagewerk, als Hilfe und Leitfaden. Von der Fahrzeugauswahl und der Wahl des Aufbaus bis hin zu Grundierung, Innenraumplanung oder dem Innenraumausbau mit Wasser-, Elektroinstallation und Möbeln.

Kauf und Ausbau wollen und sollten wohlüberlegt und geplant sein. In der stark erweiterten Neuauflage gibt der Autor deshalb zudem Tipps und Hinweise zu am Markt befindlichen Komponenten für geradezu jeden Bereich des Fahrzeugs. Er weiß kompetente Antworten auf Fragen, die Anfänger noch gar nicht stellen könnten.

Glaubensfragen wie "Durchstieg ja oder nein" beantwortet Ulrich Dolde ebenso aus der Praxis. Gleichzeitig finden die Ausbaufreunde Hinweise auf seine ursprünglichen und dann doch modifizierten Konzepte.

Auf über 500 Seiten stecken fünf Jahre Denkarbeit und Handwerkskunst. Ein Buch zum Stöbern und Nachlesen, Planen und Einkaufen, Motivieren und Montieren oder einfach DAS Buch zum Selbstausbau!

Blick ins Buch: www.wohnmobil-selbstausbau.com

Erhältlich als e-book bzw. Hardcover-Buch, jeweils mit digitalen Planungstools


Für Sie gelesen:

Und was jetzt? Wie Frauen der Spagat zwischen Unabhängigkeit und Familienglück gelingt
Autorin: Bärbel Kerber
BoD Books on Demand
1. Auflage 2015
2003 beim Metropolitan-Verlag unter dem Titel „Die Babyfalle“ erschienen, vollständig überarbeitet und aktualisiert
224 Seiten, Taschenbuch

ISBN: 978-3-7392–8151-3

 

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Vorab: Vorgefertigte Lösungen gibt es hier nicht! Dafür zeigt die Autorin jedoch authentisch und für den Leser nachvollziehbar die existierenden Realitäten auf. Sie legt den Finger in die Wunde der eigentlich vorhandenen Wahlmöglichkeiten, geht dabei auch gleichzeitig auf die Nachteile ein.

 

Nie zuvor hatten Frauen so viele Chancen, ihre Wünsche und Lebensentwürfe zu verwirklichen. Und gerade die Wahlfreiheit hindert viele daran, bewusst eine Wahl zu treffen. Selbst wenn Entscheidungen getroffen werden, führen diese oft in vorgefertigte Denk- und Verhaltensmuster und der Mut, auch diese zu durchbrechen, fehlt leider bei vielen Frauen. Oder es bleibt dann dem Zufall, mal der Gesellschaft, mal dem eigenen Unvermögen überlassen, wie sich ein Lebensweg gestaltet.

 

Um dem in Zukunft vorzubeugen, ist das Buch empfehlenswert für alle, die gerade ins Erwachsenenleben entlassen werden, ganz gleich ob Männer oder Frauen, um Einblicke zu erhalten, wie ihr Leben verlaufen kann und welche Voraussetzungen dafür geschaffen sein müssen. Es ist ein wertvoller Wegweiser ohne Zeigefinger.

 

Die Lektüre ist aber auch empfehlenswert für Frauen, die Selbstreflektion betreiben, ihren eigenen Lebensweg analysieren und ihn endlich verstehen möchten. Das Buch kann dabei unterstützen, neue Wege zu finden und Prioritäten zu setzen, um endlich die vorhandene Situation zu ändern und mit eigenen Wünschen und neuen Zielen zu vereinbaren, statt jammernd zuhause zu sitzen.

 


Für Sie gelesen:
Das Café am Rande der Welt
Eine Erzählung über den Sinn des Lebens
Autor: John Strelecky
Verlag: dtv Verlagsgesellschaft
Deutsche Erstausgabe 2007 / 16. Auflage 2015
128 Seiten, Taschenbuch
ISBN: 978-3-423 20969-4

DasCafeAmRandeDerWelt

Was langsam beginnt, schraubt sich in Spannung und Inhalt immer mehr zum Höhepunkt hin. Man möchte irgendwann das kleine Buch nicht mehr zur Seite legen, weil man Angst hat, etwas zu verpassen. Für das eigene Ich, für das eigene Leben, für die eigene Zukunft.

Der Autor beschreibt die Autofahrt eines gestressten Managers, bei der er sich verfährt und in einem Café im Nirgendwo landet. Dort angekommen, begegnen ihm interessante Menschen und drei wichtige Fragen nach dem Sinn des Lebens.

Gut geschrieben und absolut empfehlenswert, wenn es darum geht, sein persönliches Leben im Hamsterrad zu überdenken. Nach dem Reflektieren der aktuellen Situation folgen eigentlich fast automatisch neue Zielsetzungen und die Herausforderung, selbst auf Antworten und Lösungen zu kommen und diese zur erarbeiten. Der letzte und wichtigste Schritt ist dann, diese auch umzusetzen und die Veränderung wirklich zu vollziehen – mit allen Konsequenzen.

Erfrischend und lebendig gibt der Autor keine vorskizzierten Lösungen, aber gute Ansätze zum Nachdenken. Zum Aufarbeiten des Lebens bis hin zu möglichen, positiven Veränderungen. Alles eingepackt in eine hübsche kleine Erzählung.

Mit dem Buch „Das Café am Rande der Welt“ hat der Bestseller-Autor ein Werk geschaffen für Menschen, die kurz vor oder auch mitten in der Veränderung sind. Wer den Veränderungsprozess bereits hinter sich hat, wird sich wiederfinden und bestätigt fühlen.

 


Für Sie gelesen:
Zehn Schritte zum Paradies
Unser ganzheitliches Leben an der Costa Blanca
Autor: Uwe Hentschel
Verlag: edition Fischer
Ausgabe 2011
163 Seiten, Paperback
ISBN: 978-3-89950-376-0

ZehnSchritteFoto

Das Taschenbuch ist Liebeserklärung und Reiseführer, Tatsachenbericht und Gedichtband in einem. Autor Uwe Hentschel beschreibt sein Leben im Ruhestand und seine Aktivitäten an der Costa Blanca. Er gibt Einblicke in die Vergangenheit, legt aber besonders viel Wert auf die ausführliche Beschreibung getätigter Wander- und Fahrradtouren, die er und seine Frau rund um Denia und die Costa Blanca unternommen haben. Fotografien in schwarz-weiß bereichern den Band.

Senioren, die nicht mehr ganz so fit und sportlich sind, dürften Komplexe bekommen, wenn sie über die meist mehrere Stunden dauernden Ausflüge der Seniorentruppe lesen. Alle anderen erhalten wertvolle Tipps und Informationen, die Region umfassend kennen und lieben zu lernen.

Zehn Gedichte runden die Erlebnisberichte ab. Der Autor hat sich mit seiner Frau sein persönliches Paradies geschaffen und ist glücklich damit. Wobei er zugleich auch noch einen Standort in Deutschland besitzt, denn dort warten die Enkelkinder auf mehrwöchige Betreuung, während die Eltern Vollzeit arbeiten gehen.

Uwe Hentschel schreibt aus dem Leben, für das Leben und will Anregungen geben, wie man seinen Ruhestand aktiv gestalten und genießen kann. Er bricht eine Lanze für das Spanien, das er sieht und liebt, ohne Schwachstellen zu beschönigen. Jedoch zieht er für sich das Lebenswerte und Paradiesische heraus.

Das Buch ist flüssig und schnell zu lesen und eignet sich durchaus als Lektüre und zum Nachschlagen im Handschuhfach auf der Reise an die Costa Blanca.


Für Sie gelesen:
Die verratene Generation
Was wir den Frauen in der Lebensmitte zumuten

Autoren: Christina Bylow und Kristina Vaillant
Verlag: Pattloch Verlag
Ausgabe 2014
256 Seiten, Hardcover
ISBN: 978-3-629-13048-8

VerrateneGeneration

Mit der verlagsseitigen Ergänzung „Sie haben alles gegeben und bekommen nichts zurück“ ist die Richtung des Buches klar.

Für das Buch wurde aus zahlreichen Perspektiven die Situation der Frauen der Babyboomergeneration beleuchtet und von den Autorinnen recherchiert, dokumentiert und erläutert. Viele Frauen der Geburtenjahrgänge 1955 bis 1970 mussten trotz bester Ausbildung und Engagement sowohl im Beruf wie in der Gesellschaft viel Negatives erleben und über sich ergehen lassen. Gleichberechtigung auf dem Papier, aber nicht die gleichen Rechte und Chancen wie die Männer zu haben, ist dabei ein wichtiger Fakt. Auszug Seite 56: „Frauen dieser Generation mussten in Deutschland in fast allen Bereichen des Lebens große Widerstände überwinden, wenn sie nicht leben wollten wir ihre Mütter.“

Spätestens beim ersten Kind war für viele Vollzeit berufstätige Frauen das Ende der Berufstätigkeit erreicht. So fehlte es an weiblichen Vorbildern, die vorlebten, wie Job und Kind miteinander vereinbart werden können. Wer trotzdem weiter arbeitete, musste gut organisiert sein, galt jedoch als Rabenmutter und wurde entsprechend von der Gesellschaft, männlich wie weiblich, beschimpft. Das Ernährer-Modell beruhte auf der klaren Rollenverteilung in der Ehe, zudem bevorzugt behandelt durch die Steuerklassenwahl und die Steuererleichterungen in Steuerklasse III. Auszug Seite 132: „Die zynische und irreführende Aufwertung der Hausfrau und Mutter wurde in keinem anderen Land Europas so weit getrieben wie in Deutschland!“

Oftmals half dann irgendwann ein Minijob, zwar Geld in die Familienkasse, jedoch nicht in die Rentenkasse der Frauen zu spülen. Damit nicht genug: Wer die Kinder endlich groß hat, findet schwer einen gut bezahlten Job oder muss heute für die Pflege von Eltern oder Schwiegereltern herhalten. Die unbezahlte Familienarbeit hängt nachweislich nach wie vor größtenteils an den Frauen. Das Ergebnis ist ernüchternd und erschreckend zugleich – viele Frauen werden rententechnisch in der Altersarmut landen, da sie von ihren Rentenansprüchen nicht werden leben können. Denn auch die Rente in Deutschland ist ausgerichtet auf den männlichen Eckrentner.

Das lesenswerte Buch deckt auf und gibt Erklärungen und Antworten auf Fragen, die sich viele Frauen dieser Generation sicherlich schon mehrfach gestellt haben. Wer diese Ungerechtigkeiten und Ungleichbehandlungen selbst erlebt hat, wird mehr als einmal kopfnickend weiterlesen.

Leider werden im Buch aber auch vorhandene Klischees bedient, wie beispielsweise der Mann, der die Ehefrau für eine Jüngere verlässt und die Frau mit den Kindern sitzen lässt. Diese Einseitigkeit entspricht jedoch schon lange nicht mehr der Realität. Hier vermisst man den wichtigen Hinweis, dass heute durchaus viele Frauen dieser Generation aus den Ehen ebenso mutwillig mit Affären ausbrechen und so selbstverantwortlich für ihr Dilemma bei Rente und Versorgung sowie der Kinderbetreuung durch das noch immer empfohlene und akzeptierte Residenzmodell sorgen. Dabei gibt es inzwischen Wege, wie beispielsweise das in anderen Ländern bereits intensiver praktizierte Wechselmodell, das beiden Elternteilen die Gelegenheit der Berufstätigkeit und der Kinderbetreuung ermöglicht.

Das Buch darf zudem nicht als Absolutionsinstrument für all die Frauen gelten, die sowieso nach dem ersten Kind nicht mehr im Beruf arbeiten wollten und die es sich in der eheorganisierten Hängematte, gesellschaftlich anerkannt, bequem gemacht haben.
 


Für Sie gelesen:
Überwintern mit WoMo und Hund in Spanien
Autor: Klaus Hinrichsen
Verlag: BoD.de
Ausgabe September 2015
172 Seiten, Taschenbuch
ISBN-13: 978-3738627978


WoMoHund


Überwintern in Spanien findet immer mehr Anhänger, viele entfliehen dem nasskalten Deutschland Richtung Sonne. Doch statt einer gemieteten Wohnung wird das Wohnmobil zum geschätzten Domizil in der Wärme.

Übersichtlich und einheitlich strukturiert informiert der Ratgeber daher Überwintererfreunde und solche, die es noch werden wollen, wo und mit welchem Komfort Campingplätze in Spanien für Mensch und Hund bereit stehen.

Das Buch dient als Entscheidungshilfe und Wegweiser, ist ausgestattet mit Fotos, allgemeinen Informationen rund um Spanien, verfügt über Checklisten zur Vorbereitung, Kartenmaterial und praktischen Hinweisen. Im hinteren Teil hilft das Spanisch-Wörterbuch bei vielen wohnmobilrelevanten Themen.

Um die Übersichtlichkeit zu wahren, hat der Autor bewusst auf Piktogramme und Symbole verzichtet. Für die Planungen zuhause und als Bordbuch im Handschuhfach wird „Überwintern mit WoMo und Hund in Spanien“ vielen Reisenden gute Dienste leisten.


Für Sie gelesen:
Eine Hütte in der Karibik
Autorin: Brigitta Weis
Verlag: edition fischer GmbH, Frankfurt
Ausgabe Mai 2014
296 Seiten, Paperback
ISBN 978-3-89950-821-5

 

EineHuetteInDerKaribik

Erfrischend lebendig nimmt Brigitta Weis den Leser mit in eine authentisch anmutende und emotionsgeladene Gedanken- und Gefühlswelt ihres bisherigen Lebens.

„Auch wenn alle Träume vollkommener sind als die Wirklichkeit, muss man es doch immer wieder versuchen, sie wahr werden zu lassen!“ Genau diesem Grundsatz gerecht werdend, folgt sie einem Aufruf ihres Freundes „Komm, das ist deine Insel!“, die Brigitta schon so lange gesucht hat, auf die Insel Dominica.

Detailverliebt fließen recherchierte Hintergründe und geschichtliche Informationen in den Roman mit ein, der die Suche und den Traum der Autorin nach einer eigenen Hütte an einem tropischen Strand begleitet. Der Weg der Traumerfüllung ist steinig und hart – die Autorin steht dem in nichts nach.

Sie lernt Einheimische kennen und schätzen, ordnet sich Sitten und Gebräuchen unter, baut Ihre Hütte und lebt ihren ganz persönlichen Traum mit Höhen und Tiefen, Schicksalsschlägen und einmalig schönen Momenten. Idylle neben Armut, Natur pur bis hin zum einsamen Tod. Immer mal wieder und immer wieder gerne fliegt sie auf ihre Insel, um ihre Auszeit zu genießen, denn eigentlich lebt und arbeitet Brigitta Weis in Wien.

Ein sehr schönes, leidenschaftliches Buch. Die Art des flüssigen Erzählens macht Lust auf die nächsten Seiten und gleichzeitig neugierig auf den Fortgang. Ein schriftlicher Beweis und zugleich für jeden Ratsuchenden der ehrliche Appell, dass man den ersten Schritt entschlossen tun muss, um ans erhoffte Ziel zu kommen.



Für Sie gelesen:
¡Adios, enemigo!
Aus der Reihe „Compact Lernkrimi“
Compact Verlag GmbH, München
Ausgabe 2014
128 Seiten, Taschenbuch
ISBN 978-3-8174-9435-4

AdiosEnemigo

 

Endlich raus aus eintönigem Spanisch-Vokabeln pauken, hinein ins Lesevergnügen und dabei spielend leicht die spanische Sprache verstehen und gleichzeitig lernen. Mit der Lernkrimi-Reihe hat der compact-Verlag eine hervorragende Möglichkeit geschaffen, bereits auf Niveau A1, auf Basis des gemeinsamen europäischen Referenzrahmens, eine unterhaltsame Lernlektüre für Anfänger zu entwickeln, die einfach Spaß macht.

Drei Kurzkrimis machen mit verständlichem Leseeinstieg in die spanische Sprache kurzweilig Lust auf mehr. Notwendige Vokabelhilfen im Text sind farblich unterlegt und separat herausgestellt. So bieten regelmäßige textspezifische Übungen und Infoboxen zu Sprache und Grammatik in didaktisch gut aufbereiteter Form Gelegenheit, das Erlernte zu vertiefen. Abgerundet wird die Lernlektüre mit finalem Verständnistest, sämtlichen Übungslösungen und einem nützlichen Glossar am Buchende.

 

Fremdsprachenkenntnisse des Gastlandes sind für viele Best Ager und Senioren der Schlüssel, sich im Überwinterdomizil oder im neuen Heimatland zu integrieren, sich zu verständigen und langfristig wohl zu fühlen. Daher ist diese Buchreihe für alle empfehlenswert, die außerhalb oder ergänzend zu VHS-Sprachkursen oder CD-Selbstlernlektionen ihren Sprachschatz schon zuhause vertiefen, entstandene Lücken wieder schließen und ins alltägliche Leben einer Sprache einsteigen möchten. In derselben Reihe vom Compact Verlag gibt es weitere Ausgaben auf A2, B1 oder B2 erhöhtem Sprachniveau, die teilweise inklusive einem entsprechenden CD-Hörbuch mit MP3-fähigen Tracks erhältlich sind.

Abseits der herkömmlichen Pfade bietet die von inlingua empfohlene Lernlektüre Alternativen, um neue Sprachen noch leichter und entspannt zu lernen bzw. besser zu verstehen. Die Auswahl ist groß: Ob Spanisch, Italienisch, Französisch, Englisch oder Schwedisch, die unterschiedlichen Lern- und Kurzkrimis verkörpern kurzweiligen Lesestoff mit Lerneffekt.

Hinweis: Die Kochbuchreihe „Sprachen lernen für Genießer“ bietet darüber hinaus allen, die neben der Lektüre auch kulinarisch ein Land entdecken und erobern möchten, gleichzeitig Sprachtraining und Rezepte in Landessprache mit Übersetzungen an. Eine nette Idee - zum Selbstkochen oder Verschenken!

 


Für Sie gelesen:
Das neue Zeit-Alter
Warum es gut ist, das wir immer älter werden
Autor: Prof. Lothar Seiwert
Ariston Verlag, Verlagsgruppe Random House GmbH
240 Seiten, Oktober 2014
ISBN 978-3-424-20106-2

 

SeiwertDasNeueZeitalter

In verständlicher Sprache geschrieben und flüssig zu lesen, fasst der führende Experte für Zeitmanagement - in zwei Hauptteile gegliedert - diesmal das Thema Alter und Altern auf.

In Teil 1 „Demografie-Panik“ malt der Autor die Realität und die Ursprünge derselben in ziemlich düsteren Farben. So spricht er von „Grauer Republik“, vom „Krieg der Generationen“ und den gesellschaftsverändernden Entscheidungen der deutschen Regierungen, die das Einkommen auf Kosten der Jungen absichern, indem die Schulzeit verkürzt, die Wehrpflicht abgeschafft sowie der Ausbau der Kitas und die Förderung der Frauen ausgebaut wurden.

In Teil 2 „Die zweite Luft“ gibt der Autor Tipps für ein mögliches Miteinander von Alt UND Jung. Dabei geht er gezielt auf positive Eigenarten beider Gruppierungen ein, die zum Gesamtwohl und für gute Ergebnisse gemeinsam genutzt werden sollten. Beide profitieren voneinander, so sie nur wollen! Es geht um ständige Weiterentwicklung und Visionen, um Veränderungen und um die Sinnfindung. Seiwert fordert alle Leser auf, endlich positiver über das Alter zu denken und entsprechend zu handeln. Dabei jedoch nicht die Jungend konservieren zu wollen. Besser ist ein Leben mit Mut, authentischer Freiheit und Souveränität, in dem mutige Entscheidungen getroffen werden, weg vom rein Materiellen hin zum Sinn.

Am Ende jedes Kapitels fasst Seiwert die wichtigsten Fakten unter dem Stichwort „Kompakt“ nochmals zusammen, Zwischenunterschriften andersfarbig gedruckt erleichtern zudem Lesen und Verständnis. Wer Zeit hat, liest die 240 Seiten auf einmal weg, es wird nie langweilig und baut aufeinander auf.

Die Bebilderung mit der Schildkröte Tina Turtle als Symbol lockert die Fakten auf, wäre jedoch nicht unbedingt nötig gewesen. Das Vorwort schrieb Pater Anselm Grün, der wie Prof. Seiwert selbst mehrfacher Bestsellerautor ist.

Der Autor gibt interessante Denkanstöße und macht Mut für das persönliche neue Zeit-Alter, das jeder für sich selbst gestalten kann und muss. Empfehlenswert für alle, die nach Wegen und Lösungen für einen erfüllten Ruhestand suchen sowie für alle Jungen, die von einer fruchtbaren Zusammenarbeit mit den „Alten“ profitieren möchten.

 


Für Sie gelesen: 
Born to be wild?
Wie die Generation Ü40 fühlt, liebt und lebt 

Autoren: Claudia Riess, Stefan Riess
Deutscher Taschenbuch Verlag, April 2014
Taschenbuch, 180 Seiten
ISBN-13: 978-3423260084

 

BornToBeWild

Kurzweilig, flüssig, lebendig, direkt aus dem Leben und zum Nachdenken anregend – so lässt sich das Buch des Ehepaars Riess beschreiben.

Authentisch berichten die beiden aus ihrem persönlichen Umfeld und stellen dabei die Frage: "War’s das schon?"
Immer mit dem Hintergrund, wir haben doch alles, wir müssten doch glücklich sein, oder?

Als zugehöriger Leser der beschriebenen Altersgruppe der Vierziger bis Mittfünfziger nickt man oft unmerklich mit dem Kopf, um Zustimmung zu signalisieren. Insgesamt gelingt den beiden Autoren aus Männer- wie Frauensicht auf 180 Seiten eine Bestandsaufnahme der IST-Situation – stets anschaulich im Vergleich zu früher. So werden geplatzte Hoffnungen, Veränderungen persönlicher Prioritäten und Wünsche an die Zukunft sichtbar.

Ein Titel, der aufdeckt und aufmerksam macht, ohne den Zeigefinger zu erheben. Dargestellt wird, welch Glück diese Generation doch hat – aufgewachsen ohne Krieg, ohne Not, an Sicherheit und Konsum gewöhnt. Wenngleich diese Generation nie stark nach Außen in Erscheinung getreten ist, im Gegensatz zu den vorher präsenten Alt-68-ern.

Mal provokativ, mal amüsant, aber immer hart an der Realität zeichnen beide Autoren Alltag und Wünsche, Sorgen und Errungenschaften, Ängste und Ideen auf und nach. Ein wunderbares Geschenk für Ü40-er und für alle, die früher von „Born to be wild“ geträumt haben und heute mit Kombi vor der Haustür und dem Weber-Grill auf der Terrasse ihren Chai-Latte trinken und sich möglicherweise fragen: „War da nicht noch was?“

 


Für Sie gelesen: 
Einzug in ein Bauernhaus im Südburgund
Unser erstes Jahr in Frankreich
Autorin: Brigitt von Felten 
Verlag: edition fischer GmbH
ISBN 978-3-89950-335-3
Broschiert, 168 Seiten
1. Auflage 2012

EinzugInEinBauernhausImSdburgund


Vergleichbar einem ganz persönlichen Tagebuch eines verliebten Teenagers – Birgitt von Felten schreibt die für sie wichtigsten Eckpunkte ihres ersten Jahres in Frankreich auf. Jedoch ist Birgitt eine reife Frau und ihre große Liebe ein kleines Dorf im französischen Südburgund.

Innerhalb eines Jahres begleitet der Leser Seite für Seite das Schweizer Ehepaar beim in Etappen vorgenommenen Umzug und beim Ankommen im neu gekauften und dennoch sehr alten Bauernhaus. Mit jeder Fahrt von der Schweiz nach Frankreich transportieren sie einen Teil ihrer Möbel, Pflanzen und Setzlinge in ihr neues Heim. Sie entfernen real wie bildlich ihre Wurzeln in der Schweizer Heimat und schlagen – wie ihre Setzlinge,

das Saatgut und die Stauden – neue Wurzeln im Südburgund.

Schon gleich zu Beginn knüpfen sie viele Kontakte, ob zu den englischen Nachbarn, mit denen im Laufe der Zeit eine Freundschaft mit gegenseitiger Hilfsbereitschaft und Einladungen entsteht, zu Familienangehörigen der ehemaligen Hausbesitzerin oder zu anderen Übersiedlern und Bewohnern des kleinen Dorfes. Ihr stets für Besucher offenes Haus, ein gemeinsames Gläschen oder ein Plausch fördern das Einleben. Wer Französisch spricht, ist im Alltagsleben klar im Vorteil, mit Englisch kommt man bei den anderen Zugezogenen gut voran.

Die sozialen Kontakte helfen, schnell heimisch zu werden. Das Ehepaar nebst Kater genießen Stück für Stück die neue Heimat, sie entdecken die Schönheiten im eigenen Tempo – immer begleitet von den Renovierungs- und Pflanz-Arbeiten rund um Haus und Garten. 

 


Für Sie gelesen:
WELTREISE
5. aktualisierte Auflage 2012
Paperback, 320 Seiten, 114 Fotos, viele Checklisten, 8 Karten mit Reiserouten

17,2 x 12 cm, 311 g
Autoren: Norbert Lüdtke und zahlreiche Insider
Deutsche Zentrale für Globetrotter www.globetrotter.org 
pmv Peter Meyer Verlag Frankfurt a.M.
ISBN 978-3-89859-507-0

 

WeltreiseDZG  

 

Handlich, praktisch, informativ und authentisch – das umfassende Kompendium der Deutschen Zentrale für Globetrotter, dzg, gibt Individualreisenden und Weltenbummlern fundierte Tipps und erprobte Hilfestellungen.

Enthalten sind Erfahrungsberichte und Kartenmaterial zu Ländern, Kontinenten, Eigenarten, Visum, Budget und Geld, Verkehrsmitteln, Gesundheit, Planung und Organisation sowie zusätzliche Links für weitere Internetrecherchen. Rundum: WELTREISE ist das perfekte Handbuch, geschrieben und zusammengetragen von Praktikern und Insidern für alle, die auf eigenen Faust verreisen, im Vorfeld Empfehlungen und Hinweise suchen, sich entsprechend vorbereiten und somit selbst ins Globetrotterdasein wechseln möchten.

Wer statt im Reisebüro aus dem Pauschalkatalog vermeintliche Action und inkludierten Spaß zu buchen, lieber die ganz persönliche Route mit individueller Planung und Zeiteinteilung sucht, findet hier griffige, erprobte Tipps, Tricks und realistische Anleitungen.

Die Autoren haben alles selbst erlebt und gesehen – man möchte bereits während der Lektüre sofort Reisepass und Rucksack schnappen und losziehen.

Unser Urteil: Absolut empfehlenswert – gehört in eine vorausschauende Planung auf jeden Fall dazu und während der Reise mit ins Handgepäck! Egal ob mit 25, 50 oder 70 Jahren. Natürlich reicht es auch erst mal, mit einem Kontinent zu beginnen, es muss nicht gleich die vollständige Weltreise sein, aber Lust und Neugierde sind auf jeden Fall entfacht!

 


Für Sie gelesen:

Die nächste Etappe

Nach der Arbeit um die ganze Welt

Autor: Gerhard Visser

Broschiert, 460 Seiten

Verlag: Monsenstein und Vannerdat (20. Februar 2013)

ISBN-13: 978-3869918044

 

DieNchsteEtappe

 

Der Autor lädt alle Leser ein, mitzukommen auf eine Reise um die Welt. Diese gönnt er sich gemeinsam mit seiner jüngeren Frau Heidi, als er selbst in Ruhestand geht und sie dafür ihren Job aufgibt. Geplant sind mehrere Reisen, die in insgesamt acht Etappen um die Welt führen. Der Zeitraum dafür: drei Jahre, von 2009 bis 2012.

 

Das Buch greift ein interessantes Thema auf, das viele Best Ager neugierig macht. So beschreibt der Autor im Vorwort die Reisen als neuen Lebensabschnitt, und die Erwartungshaltung an Buch und Inhalt sind entsprechend groß. Sein Hinweis: „Wenn Sie wie Jules Verne ‚In 80 Tagen um die Welt‘ oder wie Michael Wigge ‚Ohne Geld bis an Ende der Welt‘ reisen wollen und sich eine entsprechende Anleitung erhoffen, ist dieses Buch nichts für Sie!“ ist wichtig und aufrichtig gemeint, zeigt er doch allen neugieren Aussteigern und Globetrottern – ganz gleich welcher Altersklasse – dass in seinem Fall ohne Moos nichts los ist. Beschrieben werden von Visser, der sich gleich auf den ersten Seiten als Diplom-Kaufmann mit Studium der Volks- und Betriebswirtschaftslehre vorstellt, seine mehrwöchigen Reisen, die nur mit großem Budget und gut gefüllter Reisekasse vorgenommen werden können. Unterstützt vom heimischen Reisebüro, wird oftmals eingecheckt im besten Hotel vor Ort mit Sicht auf Hafen oder Meer, meistens begleitet von privaten Guides oder - während der vielfach durchgeführten Radtouren - mit doppeltem Boden in Form von Begleitfahrzeug, Gepäcktransporter und Fahrer. Mit Kreuzfahrten variieren Visser und Gattin die Reisen, dann aber selbstredend mit Balkonkabine.

 

Leider findet sich der hoffnungsfrohe Buchkäufer nach der Einleitung in einer einzigen Aneinanderreihung von Tagebucheinträgen wieder. Oft fehlen echte Begeisterung und richtig emotionale Geschichten, um als begleitender Leser die Spannung spüren zu können. Insbesondere im ersten Teil über Florida, Alaska und den Westen Amerikas hätte ein sorgfältiger Lektor dem Werk gut getan. Der durch doppelte Verneinung gedacht positive Tenor trübt die Erlebnisse und lässt die Lektüre streckenweise langweilig erscheinen. Dies bessert sich im Laufe der über 450 Seiten, aber der Charakter der Tagebucheinträge bleibt leider bestehen.

 

Zudem fehlen wertvolle Informationen und echte Tipps, die Reisenden während ihrer Erkundigungen von Land und Leuten hilfreich sein könnten. Die von den Vissers erlebten Touren können in vielen Pauschal-Reisekatalogen eingesehen, nachvollzogen und selbst gebucht werden. Es fehlt daher für echte Globetrotter an Individualität und Leidenschaft. Fazit: „Die nächste Etappe“ ist leicht verdauliche Urlaubslektüre, die als Appetitanreger Lust machen kann auf nachfolgende und vertiefende Reiseliteratur.

 


Für Sie gelesen:
Was ich als Rentner wissen muss
Rente, Steuern, Finanzen
ARD RATGEBER RECHT- Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen
Herausgeber: Dr. Frank Bräutigam
Autoren: Joachim Fox, Gudrun Reichert, Thomas Hammer
Broschiert, 1. Juli 2014
240 Seiten
ISBN-13: 978-3863366186

Was ich als Rentner wissen muss


Wer denkt, der Eintritt ins Rentenalter verläuft so automatisch wie die jahrelange Einzahlung der Beiträge, irrt. Es muss viel geregelt sein, die Unterlagen sortiert und vollständig vorliegen sowie der Antrag pünktlich abgegeben werden. Auch hier gilt, wer gut vorbereitet ist, spart Geld, Nerven und Zeit. Wichtig und hilfreich ist es daher, Abläufe und Kniffe zu kennen und in den Themen rund um Rente, Steuern und Finanzen fundierte und neutrale Einblicke zu erhalten.

Der im Juli 2014 erschienene Ratgeber gibt deshalb nachvollziehbar hilfreiche Tipps und Anleitungen zu Fristen, Krankenversicherung, Weiterarbeiten, Nebeneinkünfte, Kapitalerträge, Steuern, Immobilien, Lebensversicherungen, Mütterrente oder allgemeine Versicherungen. Selbstverständlich kann dieser Ratgeber hervorragend informieren, jedoch in kniffligen Fällen keinen Steuerberater oder Rechtsanwalt ersetzen.

Das Verständnis unterstützen zudem das umfangreiche Glossar mit kurzen, genauen Begriffserklärungen, die unterschiedlichen Beispielrechnungen und das Stichwortverzeichnis fürs schnelle Finden der Textstellen.

Die Investition lohnt sich! Gut geschrieben, übersichtlich gegliedert und auf aktuellstem Stand Mai 2014.

Hinsichtlich der Ausrichtung von LEBENSDOMIZILE WELTWEIT wäre es hilfreich, in der nächsten Ausgabe das Stichwort „Rente im Ausland“ etwas großzügiger aufzuarbeiten.

 


Für Sie gelesen:
Der Arsch ist ab - So ist das mit dem Alter
Autorin: Angelika C. Schweizer
147 Seiten
1. Aufl. 2013, Paperback
Rosengarten-Verlag
ISBN 978-39816165-5-2

Der Arsch ist ab

Schonungslos ehrlich zieht Autorin Angelika C. Schweizer Schlüsse aus eigenen Beobachtungen und Interviews mit Betroffenen zum Thema Altern, alt werden, alt sein! Ob bitterböse Satire oder ungeschminkte Wahrheit – die Entscheidung, es so oder so zu werten, verbleibt beim Leser.

Man soll gehen, wenn es am Schönsten ist! Gilt das auch als Schlussstrich für ein erfülltes Leben? Wer will wirklich 100 Jahre alt werden? Sex im Alter, Falten, Alkohol, Übergewicht und gesundheitliche Schwächen, Altersarmut, Langeweile - selbst Tabus werden angesprochen, Gedanken und Wünsche aufgedeckt und die angeblich „Goldenen Jahre“ offen durchleuchtet.

„Der Lack ist ab“ oder wie die Autorin es nennt: „Der Arsch ist ab!“ Früher oder später muss sich jeder damit auseinander setzen. Auch damit, dass weder Pülverchen noch Mittelchen vor dem Alt werden effektiv schützen.

Schweizer räumt auf mit den schön gefärbten Bildern eines bis ins hohe Alter für alle erstrebenswerten und lebenswerten Ruhestands und stellt stattdessen die vielfach gelebte, eintönige wie vereinsamende Realität pur dar.

Wer bei Rentenantritt für sein persönliches, würdevolles Altern noch kein Rezept hat, könnte der Einsamkeit, der Alkoholsucht oder in Depressionen verfallen. Das Buch ist also auch ein Appell, frühzeitig zu planen und für sich selbst zu sorgen.

Mit stets offenem Visier und durchaus mit Ironie geschrieben, gespickt mit schwäbischem O-Ton und dabei oft direkt ins Schwarze treffend – genau wie das Cover!

 


Für Sie gelesen:
Unterschätzt: Männer in der Angehörigenpflege
Autor: Prof. Dr. Eckart Hammer
224 Seiten
1. Aufl. 2014, gebunden mit Schutzumschlag
Verlag Kreuz
ISBN 978-3-451-61265-7

 

CoverUnterschtztMnnerInDerAltenpflege


Obwohl alle Welt vorwiegend über die Pflegeleistungen von Frauen spricht, gibt es zahlreiche Männer, die die Pflege von Ehefrau, Schwiegereltern oder nahen Verwandten übernommen haben. Jedoch ganz leise, ohne viel Aufsehen zu erregen und oftmals mit einer anderen Strategie. Pflege ist gesellschaftlich gesehen leider nach wie vor Frauensache.

Ein interessantes Thema, dass Prof. Dr. Eckart Hammer anpackt und aus unterschiedlichen Perspektiven mit dem Untertitel „Was sie leisten und welche Unterstützung sie brauchen“ beleuchtet. Interviews mit pflegenden Männern zeigen die Wirklichkeit, die Probleme sowie das Unbehagen oder auch ihre Wünsche.

Informativ sind die Einblicke und Erläuterungen. Wie wichtig eine Distanzierung ist, ein funktionierendes Umfeld und die Teilnahme „draußen“ am Leben. Dass Männer privilegierter sind als pflegende Frauen kommt ebenso deutlich raus. Sei es finanziell oder gesellschaftlich. Sie haben oftmals mehr Geld zur Verfügung, es wird viel weniger von außen erwartet, der Druck lastet nicht auf den Männern. Ein pflegender Mann muss nicht perfekt sein, er darf sich gerne Hilfe holen.

Männer betrachten Betreuung und Pflege daher auch als eine organisatorische Herausforderung. Sie delegieren Aufgaben und schützen sich so selbst davor, in der Pflege unterzugehen. Angesprochen werden auch Tabuthemen wie Intimpflege und eine neue Nähe.

Bei allen vielfältigen Informationen und Hintergründen, irgendwann leider nervig sind die Wiederholungen der Interviews im O-Ton. Mal länger, mal kürzer, mal nur eine Passage – aber oftmals die gleiche Aussage mehrmals im Buch. Je nachdem, welche Thematik oder welcher Pflegetyp vom Autor gerade angesprochen wird. So hat der Leser das Gefühl, dies schon einmal gelesen zu haben und es wird dadurch langweilig. Eine Straffung innerhalb des Buches hätte dem Gesamteindruck gut getan.

Wer hierüber hinweg sehen kann, nimmt zahlreiche Informationen und Anregungen für die eigene Orientierung in der Zukunft mit – ob als Mann oder als Paar.

 


Für Sie gelesen:
Älterwerden will gelernt sein
Autoren: Hartmut & Hildegard Radebold
2. Aufl. 2009, 288 Seiten, broschiert
Klett-Cotta Verlag
ISBN-13: 978-3-608-94526-3

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Ein wunderbar anregendes, informierendes und ehrliches Buch. „Älterwerden will gelernt sein“ gibt zahlreiche wichtige Einblicke in vielfältig auftretende Fragen und Hintergründe, deren notwendige Aufklärung die älteren Generationen scheuen oder, schlimmer noch, verheimlichen möchten.

Sei es aus Scham, Verdrängung, Wut oder eigenem Unvermögen – der jüngeren Generation der heute lebenden Kinder und Enkel bleibt dadurch leider vieles verborgen. Diese Beschäftigung mit der eigenen Vergangenheit, das Verarbeiten auch von unschönen Ereignissen und Erlebtem muss im Vordergrund stehen, um überhaupt zufrieden altern zu können.

Das positive und zufriedene Umgehen mit der angestiegenen Lebenserwartung hat wenige Vorbilder, so dass jeder für sich seinen persönlichen Weg zu einem glücklichen Altern finden muss und kann. Schmollender Rückzug und gelebte Unzufriedenheit beschleunigen Depressionen, Aggressionen und Einsamkeit. Wer sich jedoch selbst annimmt, seine mit den Jahren verminderten Fähigkeiten akzeptiert und sich und sein Leben versteht, gibt sich und seinem Umfeld Raum und Gelegenheit, das zu erwartende letzte Drittel im Erwachsenenalter zufriedenstellend zu gestalten.

Erforderlich dafür ist es, wichtige Entwicklungsschritte und Herausforderungen des Lebens auch als Erwachsener ernst zu nehmen, diese zu erledigen oder sie zumindest später zu reflektieren, um daraus zu lernen und sie befriedigend abzuschließen. Unerledigte Baustellen lassen Gräben, Unverständnis und Missverständnisse zurück, die zu Diskussionen bis hin zur Entzweiung führen können.

Wer die Eltern- und Großelterngeneration verstehen lernen will, findet hier gute Ansätze. Wer selbst im Alter 50plus oder auch später an sich arbeiten möchte, findet hilfreiche Fragestellungen, Lösungsvorschläge und beispielhafte Entwicklungsaufgaben. Dieses Buch ist deshalb absolut empfehlenswert, egal in welchem Alter man es liest.

 


Für Sie gelesen:
Endstation Altenheim
Alltag und Missstände in der deutschen Pflege
Autorin: Anette Dowideit
388 Seiten
Redline Verlag
ISBN-13: 978-3868813449

EndstationAltenheim

Der plakativ und gut gewählte Titel suggeriert ein schweres Thema, das man eigentlich lieber zur Seite schieben möchte, anstatt sich mit ihm auf 388 Seiten zu beschäftigen. Sind die ersten Seiten jedoch gelesen, stellt man anerkennend fest, dass die Autorin ihre flüssige Schreibe dazu nutzt, verständlich die unterschiedlichsten Missstände aufzuzeigen, dabei Hintergründe zu erläutern und gleichzeitig zum Nachdenken anzuregen versucht.

Einerseits wird klar, dass sich jeder persönlich um seine Pflege wird kümmern müssen, ganz gleich, ob zuhause oder im Pflegeheim. Andererseits sind aber auch Politik, Kranken- und Pflegekassen sowie alle Betreiber und deren Kontrolleure gefragt, sich der Thematik menschenwürdig zu nähern und ebensolche Entscheidungen zu treffen.

Alles lapidar nur immer auf dem Rücken des Altenpflegers auszutragen, ist keine Lösung für die Zukunft. Die fehlende Anerkennung des Berufs und die schlechten Arbeitsbedingungen nebst Gehalt kommen hier erschwerend noch hinzu. Wenn darüber hinaus „ins Bett pflegen“ und mit Medikamenten ruhig stellen das ausgewiesene Ziel ist, um schnellstmöglich mehr Einnahmen durch eine höhere Pflegestufe zu erreichen, ist Transparenz zwingend notwendig. Leider derzeit ein frommer Wunschtraum. Denn immer wieder kochen menschliche Tragödien durch Skandale in der Presse hoch, richtige und wichtige Veränderungen sind jedoch Fehlanzeige. Richtig skandalös wird es, wenn Kontrolleure und Anbieter gemeinsame Sache machen können oder Kontrollen schönzeichnen statt Missstände wirklich aufzuzeigen. Dies scheint durch ausgeklügelte Systeme sowieso nicht gewollt. Doch wo soll es hinführen, wenn Senioren Rohstoff für die Pflegeindustrie sind und die Gewinnmaximierung von Konzernen mehr im Fokus steht als der Mensch selbst?!

Dieses mutige Buch öffnet dem aufmerksamen Leser die Augen und schärft den Blick in eine Zukunft, die man besser nicht erleben möchte. Daher liegt es an uns allen, Änderungen zu erwirken.

 


Für Sie gelesen:
Reiselust heilt Rentnerfrust
Im Reisemobil unterwegs daheim
Autor: Frank Böttger
168 Seiten
BoD Books on Demand
ISBN 2013 / 978-3-7322-7376-8

 

BuchcoverReiseluststattRentnerfrust

Erneut ist Frank Böttger unter die Buchautoren gegangen. In loser Reihenfolge gibt er Reiseerlebnisse, Länderentdeckungen und menschliche Begegnungen auf unterschiedlichen Kontinenten zum Besten. Entgegen dem Band "Reisemobil statt Rollator", in dem er mit leichter Ironie und einer hervorragenden Beobachtungsgabe auf die Vorzüge des Reisemobils für Senioren eingeht, gibt er hier überwiegend Einblicke in private Reiseerlebnisse.

Interessant sind die Berichte aus Afrika, zeugen sie doch von Abenteuerlust und Mut, insbesondere wenn man die langwierigen Grenz- und Zollerfahrungen mit einbezieht.

Aufzeichnungen aus seinen Reisetagebüchern mit Anekdoten und Beobachtungen anderer Wohnmobilisten runden die einzelnen Geschichten ab, ein roter Faden jedoch fehlt.

Die Aussage „Selten zuhause, aber immer daheim“ ist eindeutig das Bindeglied und damit die Hauptaussage von Autor und Buch.

 


Für Sie gelesen

Die Ländersammlerin

Wie ich in der Ferne mein Zuhause fand

Die meistgereiste Frau Deutschlands erzählt

Autor: Nina Sedano

320 Seiten

Eden Books, 1. Auflage 2014

ISBN 978-3-944296-20-3, auch als E-Book erhältlich



Waren Sie schon in Nordkorea, Turkmenistan oder im Senegal? Oder haben Sie bereits davon geträumt, endlich den Job an den Nagel zu hängen und ab sofort nur noch die Welt zu bereisen? Länder und Menschen kennen zu lernen und Kulturen zu entdecken? Die Frankfurterin Nina Sedano hat diesen Schritt aus dem Büroalltag gewagt und nie bereut. Sie ist Deutschlands meistgereiste Frau und plaudert in ihrem ersten Buch aus dem Nähkästchen ihrer reichhaltigen Erfahrungen.

Im Alter von 45 Jahren hatte sie endlich alle 193 UN-Staaten bereist. Kurzweilig, informativ und vergleichbar einem Hort für Sehnsucht, Fernweh und Reisefieber lässt sie im Buch 40 Jahre Reiseerlebnisse Revue passieren. Von unterschiedlichen Reisebekanntschaften und länderspezifischen Eigenarten, über Visa-Bestimmungen bis hin zur warnenden inneren Stimme. Als meistens alleinreisende Frau bleibt die Frankfurterin bei guter Vorbereitung stets flexibel und neugierig. Ihr Geld steckt sie lieber gezielt in Reisen und Abenteuer, jedoch ohne großen Komfort, zuhause lebt sie bescheiden.

„Eine Liste zum Abhaken gab es nie!“ sagt sie von sich. „Ich stehe gerne vor einer Weltkarte, einem Globus oder stöbere im Atlas!“ So waren nach den problemlos zu bereisenden Ländern eines Tages nur noch die politisch komplizierteren Staaten übrig.

Jedes Kapitel könnte als Kurzgeschichte dienen. Jedoch liest man vor lauter Neugierde auch gleich die nächsten Seiten. Elf Reisepässe sind abgestempelt, ihr Etappenziel im September 2011 erreicht.

Faszinierend für alle angehenden Weltenbummler, eine Inspiration für alle Reiselustigen und eine unterhaltsame wie interessante Lektüre zum Schmökern auf der heimischen Couch. Eine Entdeckung von Fernweh und vielleicht der Beginn einer neuen, langen Reise zur Erfüllung der eigenen Sehnsüchte!

 


Für Sie gelesen:
Als Senior in Thailand
Alles was Sie wissen müssen
Autor: Stefan Modro
4. Auflage 2017
eBook
https://www.senior-in-thailand.de/das-buch

AlsSeniorInThailand2017

„Viele nützliche Tipps für alle, die in Thailand überwintern… oder gleich auswandern wollen.“ So beschreibt der Autor die Inhalte, die er basierend auf seinen langjährigen eigenen Erfahrungen und Erlebnissen als Deutscher in Thailand zusammengetragen hat. Vom Klima über Unterkunft, Wohnen und Verpflegung, über Traditionen, Gewohnheiten, Religion, Kultur und Geld, Kommunikation mit der Heimat, Behörden und Vorschriften. Auf knapp 200 Seiten ist eine Fülle von wissenswerten und nützlichen Informationen zusammengestellt. In der mittlerweile 4. Auflage wurden alle Kapitel auf den aktuellsten Stand gebracht und um weitere Aspekte erweitert.

Kurzweilig zu lesen und manchmal zum Schmunzeln, wie nett mitunter auch weniger erfreuliche Tatsachen umschrieben sind. Die Lektüre eignet sich gut, um einen ersten Einblick in ein kulturell so ganz anderes Land zu erhalten. Die zahlreichen Kontaktadressen sind hilfreich für alle, die mehr in die Tiefe gehen möchten. Natürlich ist ein richtiges Kennenlernen von Land, Leuten und Kultur erst mit einer längeren Reise möglich.

Viele träumen davon, zu überwintern oder sogar auszuwandern. Doch Ängste und Scheu vor Ungewissem halten den ein oder anderen vielleicht zurück, die Thailandreise trotz Rentenalter endlich zu wagen. Stefan Modro spricht in seinem eBook deshalb praxisnah aus dem Alltagsleben und versucht damit, Brücken zu bauen und realistische Anreize zu schaffen, es als Senior mit Thailand auszuprobieren. Also warum nicht einfach mal reinlesen und sich entführen lassen in das Land des Lächelns?

 


Für Sie gelesen:
Vergiss Alzheimer
Die Wahrheit über eine Krankheit, die keine ist
Autorin: Cornelia Stolze
256 Seiten
Verlag Herder
I
SBN-13: 978-3451065255

VergissAlzheimer

Der Titel könnte zuerst irreführen, die Inhalte jedoch klären auf. Es geht nicht darum, Demenzen mit all ihren Facetten zu leugnen. Sondern über Sensibilisierung hinsichtlich Geschäftemacherei und Verflechtungen bei Prävention und in der Pharmaindustrie, über leere Versprechen in der Früherkennung sowie über eigentliche Ursachen und Auslöser. Hinzu kommt, dass eine Alzheimer-Diagnose nach wie vor nicht wirklich möglich ist, es herrscht das Prinzip des Ausschlussverfahrens bzw. des „ins Blaue behandeln“. Denn weder ist eine derzeitige Heilung möglich, noch ist die Krankheit Alzheimer klar definiert, um sie von anderen Demenzen zu unterscheiden.

Die Autorin hinterfragt, durchleuchtet, erklärt. Ihrer Meinung nach sind viele klassische Alzheimer-Symptome in Wirklichkeit die Folge von Mangelernährung oder Einsamkeit, von Leber- und Nierenschäden, von Depressionen oder Dehydrierung, Infektionen oder Durchblutungsstörungen. Ausführlich erläutert werden Zusammenhänge zwischen langjähriger Medikamenteneinnahme, der schleichenden Vergiftung durch regelrechte Medikamentencocktails oder deren Wechselwirkung sowie die Auswirkungen oftmals unerkannter Alkoholsucht. Die im Gehirn verursachten Schäden zeigen dann die typischen Symptome einer Demenz.

Aufgrund der in der Öffentlichkeit stets geschürten Angst vor Alzheimer boomt das Geschäft mit medizinischen Check-ups und Prävention – ein weiteres lukratives Business. So werden Gesunde zu Versuchskaninchen, tausende Euros werden aufgrund exzellenter Panikmache privat investiert. Im Fall von sogenannten Alzheimer-Tests werden einerseits Menschen, die gesund geblieben sind, den Nutzen des Verfahrens natürlich nicht anzweifeln. Andererseits gilt bei doch Erkrankten ein „Zynischer Nebeneffekt: Wer dement wird, merkt nicht, dass der Test versagt hat!“ so Cornelia Stolze.

Wer mehr über Alzheimer und Demenz, über Verknüpfungen zwischen Wissenschaftlern, Ärzten, Pharmafirmen sowie Marketingmaßnahmen und -erfolgen von PR-Agenturen wissen möchte, hat mit diesem Buch ein umfangreiches Kompendium an der Hand, das spätestens als betroffener Angehöriger zu lesen lohnt. Wer frühzeitig in dieses Buch investiert hat, wird sich anschließend sicherlich horrende Kosten für nutzlose Check-ups sparen und eher allgemeine Gesundheitstipps bei Ernährung, Tabak- und Alkoholkonsum sowie Bewegung berücksichtigen.

 


Für Sie gelesen: 

Aus den Hemmschuhen in die Stöckelschuhe
Autorin: Katrin Seifarth
232 Seiten
Books on Demand, Juni 2012
ISBN-13: 978-3844826616


AusDenHemmschuhenInDieStckelschuhe

Das Selbstcoaching-Buch für zufriedenere Mütter – sorry, Männer, diesmal haben wir ein Buch fast speziell für Frauen ausgesucht. Zufall? Nein, der Tenor des Buches ist entscheidend: Fremdbestimmt verliert frau/man die eigenen Bedürfnisse im Laufe des Lebens aus dem Blickfeld, ausgediente Glaubenssätze kleben wie Hemmschuhe an den Füßen und dominieren so die individuelle Lebensplanung. Dies zu ändern ist in jedem Lebensabschnitt möglich, wobei in dieser Lektüre glücklicherweise keine allgemeingültigen Lösungen vorgefertigt serviert zum Konsum bereit stehen.

So können Titel wie Inhalt harmonischer nicht sein – denn was passt für viele besser zusammen als Frauen und Schuhe? Wer die hier köstlich herausgearbeitete Herausforderung des Vergleichs annimmt, begleitet die Autorin in 10 Schritten durch eine danach selbst erarbeitete Metamorphose für die eigene Persönlichkeit.

Der Hemmschuh steht für antrainierte und gelebte Glaubenssätze aus Kindheit, Partnerschaft und Muttersein, in dem es sich für viele zwar bequem leben lässt, in deren Enge und Schluffigkeit jedoch das positive Denken und die Motivation für neue oder das Erreichen schon lang gehegter Ziele leider völlig erlahmt.

Der Stöckelschuh hingegen steht für neu gewonnene räumliche Freiheiten, eine berufliche Umorientierung, das Neudefinieren von persönlichen Zielen und deren Erreichen. Wie Katrin Seifarth aus eigener Erfahrung weiß und schreibt, erfordert der Weg vom Hemmschuh in den Stöckelschuh eine enorme Selbstdisziplin und eine konsequente Abkehr von hinderlichen Glaubenssätzen.

Aktiv mitarbeiten ist hier die Devise, immer wieder reflektieren, korrigieren, ausprobieren und sich bitte nicht kirre machen lassen von Neidern und Fremdzweiflern – oder auch genannt die „Gesundheitslatschenfraktion“.

In High-Heel-Lovers findet man die Unterstützer, die notwendig sind, den neuen Weg auch wirklich zu gehen, durchzuhalten und die Etappenziele zu erreichen. Wichtiger Tipp: Vom Perfektionismus in den Genießermodus schalten, aus Niederlagen und Stolpern lernen und weiter laufen!

Die Inhalte und Tipps kommen authentisch rüber, die Übungen sind leicht verständlich und logisch nachvollziehbar aufeinander aufgebaut. Wer will, blättert einfach nochmal zurück und vertieft das vorherige Kapitel, um erst dann weiterzuarbeiten. Es geht hierbei jedoch nicht darum, aus jeder Frau eine Karrierefrau zu machen. Ziel ist es, Müttern mit Selbstzweifeln und Wünschen aktive Hilfestellungen zu geben, in den für sie wichtigen Bereichen von Job/Karriere, Familie/Partnerschaft, Fitness/Gesundheit oder Freizeit endlich selbstbewusst Veränderungen herbeizuführen. Ein Mutmacher-Buch, um endlich im Schuhschrank des Lebens das individuelle Modell zu finden!

 


Für Sie gelesen:
Mit Alzheimer im Land des Lächelns
Neue Heimat für Margrit Woodtli
Autoren: Martin Woodtli und Christoph Müller

240 Seiten
Verlag Weltbild, Mai 2013

ISBN-13: 9783038124818

MitAlzheimerImLandDesLchelns
Emotional, ganz persönlich und mit viel Herzblut geschrieben, gibt Martin Woodtli hier einen tiefen Einblick – man möchte fast sagen, in seine Empfindungen, in seine Gedankenwelt, in seine Seele. Das Buch beschreibt einerseits die gelebte Trauer und anfängliche Ratlosigkeit, andererseits die aktive Aufbruchstimmung, etwas bewegen und verändern zu wollen!


Der Schweizer nahm seine alzheimerkranke Mutter Margrit Ende 2002 mit nach Thailand, um dort nach und nach – außerhalb der Schweizer Seniorenheime - die Pflege für sie und anschließend für weitere alzheimerkranke Menschen zu organisieren. Denn urplötzlich, nach dem Freitod seines Vaters vor die Herausforderung der Pflege seiner Mutter gestellt, musste Martin Woodtli weitreichende Entscheidungen treffen. Ein Experiment, mit ungewissem Ausgang. Heute weiß man, mit seinem Engagement für Alzheimerkranke hat er erfolgreich Pionierarbeit in Thailand geleistet. Im Dezember 2013 feiert Baan Kamlangchay das 10jährige Jubiläum.

Die Geschichte von Margrit und Martin Woodtli wurde mehrfach in Reportagen im schweizerischen und deutschen Fernsehen dokumentiert. Während unserer vierwöchigen Presse- und Recherchereise konnten wir uns mit LEBENSDOMIZILE WELTWEIT einen persönlichen Eindruck von Martin Woodtli und dem heutigen Alzheimerzentrum Baan Kamlangchay in Chiang Mai machen. Ebenso interessant und aufschlussreich ist das im Mai 2013 erschienene Buch über die Hintergründe und den Werdegang.

Die Lektüre liest sich gut und kurzweilig, wenngleich die Thematik für Betroffene wie Nichtbetroffene inhaltlich schwer zu verarbeiten ist und durchaus zum Nachdenken anregt. Gleichzeitig zeigt das Buch eindringlich, dass ein persönlich erlebtes Schicksal der Aufbruch zu neuen, sinnvollen Wegen abseits des Mainstreams sein kann. Und dass es sich lohnt, diese neuen Wege auszuprobieren!

 


Für Sie gelesen:
Finanzcoach für den Ruhestand
Der persönliche Vermögensberater für Leute ab 50
Autoren: Tom Friess und Michael Huber

350 Seiten
FinanzBuch Verlag, 3. aktualisierte Auflage 2011
ISBN 978-3-89879-633-0

4. aktualisierte Auflage erschienen:

August 2013 / ISBN 978-3-89879-834-490-0

auch als ebook erhältlich

 

 

FinanzcoachFrDenRuhestand

Dass gleichzeitig mit dem Ruhestand auch Veränderungen für die Vermögensplanung eintreten, ist bekannt. Doch wer erst kurz vor Renteneintritt einen detaillierten Blick auf seine Finanzplanung wirft, wird feststellen – Es ist zu spät!

Genau deshalb haben die beiden Autoren Tom Friess und Michael Huber, hauptberuflich Vermögensberater, dieses Buch geschrieben. Wertvolle wie praktische Tipps, Rechenbeispiele, Grafiken und Checklisten erleichtern die Lektüre des Buches auch für Laien. Um einerseits einen detaillierten Über- und Ausblick sowie andererseits noch Zeit zum Nachjustieren und Neuplanen zu haben, sprechen die Autoren gezielt die Zielgruppe 50plus an.

Themen wie Versorgung, einmalige Kapitalzuflüsse, Kranken- und Pflegeversicherung, Steuern, Inflation, Immobilien oder Erben und Schenken werden in insgesamt 10 Kapiteln aufgegriffen. Ziel ist es, Instrumente anhand zu geben, um die persönliche Finanzplanung zu hinterfragen und zu optimieren. Am Anfang steht dabei eine Aufstellung der Ausgaben, der Einnahmen sowie der Vermögenswerte. Je detaillierter und präziser die Puzzleteile, umso aussagekräftiger ist am Ende das Gesamtbild.

Die Lektüre und das Durcharbeiten der Inhalte lohnen sich für Jeden, der seine Finanzplanung selbst in der Hand und im Überblick haben möchte – ob schlussendlich mit professioneller Unterstützung oder komplett in Eigenregie ist dann zweitrangig.

Die im August 2013 erschienene, aktualisierte 4. Auflage berücksichtigt notwendig gewordene Anpassungen in wichtigen Themenbereichen wie beispielsweise Steuern, Krankenversicherung, Zinsen/Rendite und Marktumfeld, ergänzt um viele nützliche Tabellen und Checklisten.

 


Für Sie gelesen:

Mut zur Auszeit

Mit Sabbatical, Langzeiturlaub und Ausstieg auf Zeit zu mehr Lebensqualität und neuen Perspektiven

Autorin: Christa Langheiter

208 Seiten

REDLINE Verlag, München, Erstauflage 2006, Überarbeiteter Nachdruck 2012

ISBN 978-3-86227-377-7

Der Titel macht Lust auf „Haben wollen und zwar gleich“! Die Wienerin Christa Langheiter hat ein praxisorientiertes Buch zum Thema Auszeit geschrieben. Viele Erfahrungsberichte und Experteninterviews wechseln sich ab mit persönlichen Checklisten, Hilfestellungen und Tipps. Das Buch ist überwiegend ausgerichtet auf Arbeitgeber-Angebote und Arbeitnehmer-Möglichkeiten in Österreich. Im Anhang sind zahlreiche Links und Anschriften genannt, die Checklisten und persönlichen Erfahrungswerte sind natürlich grenzübergreifend nutzbar.

Rein strategisch denkende und handelnde Menschen könnten sich anfangs mit der Struktur des Buches etwas schwer tun. Andererseits macht es sich zwei wesentliche und wichtige Eigenschaften zunutze: Flexibilität und Kreativität. Mal quer denken, um anzukommen. Denn um letztendlich die Entscheidung PRO AUSZEIT persönlich treffen zu können, bedarf es meist vieler kleiner Mosaiksteinchen und des finalen Anstoßes zum „Machen“. Um dieses jeweils individuelle Puzzle zu analysieren und ggf. zusammen zu setzen, sind Christa Langheiters angeführten Motive und Recherchen gut geeignet.

Ein gelungenes Buch, das die Menschen und ihre unterschiedlichsten persönlichen Erfahrungsberichte in den Vordergrund stellt.

Die Autorin hat selbst nach einer mehrmonatigen Ruhepause neue berufliche Wege aufgespürt, nachdem sie vorher viele Jahre als TV-Redakteurin beim ORF tätig war. Heute ist sie freie Print-Journalistin und betätigt sich engagiert als Auszeit-Beraterin und Mut-Coach.

 


Für Sie gelesen:

Vergiss mein nicht –

Wie meine Mutter ihr Gedächtnis verlor und ich meine Eltern neu entdeckte

Autor: David Sieveking

239 Seiten

Herder Verlag, Freiburg 2013, ISBN 978-3-451-32574-8

VergissMeinNicht

Erst nur sporadisch, dann immer öfter fallen die Gedächtnislücken seiner Mutter Gretel auf. Der Vater Malte, pensionierter Mathematikprofessor, kümmert sich mehr und mehr um seine nun demenzkranke Ehefrau.

Ergänzend zum Film hat David Sieveking das gleichnamige Buch herausgebracht. Wie erwartet, sind die Inhalte im Buch wesentlich ausführlicher. Hintergrundinformationen und Szenen aus dem früheren Alltagsleben beleuchten eindrucksvoll den langen Weg der Feststellung und des Fortschreitens der Demenz. In Ich-Form geschrieben, gibt das Buch Zeugnis von Kindheitserlebnissen, aber auch von unerwarteten Situationen, plötzlich auftauchenden Problemen und den nach und nach erkennbaren Veränderungen bei Gretel und Malte wie auch im Umgang aller Familienmitglieder.

Gut zu lesen gibt der Regisseur und Autor Einblick in seine Gefühlswelt, von Verwunderung bis Betroffenheit, von Verständnis und Liebe bis hin zum Handeln.

Wie im Film stellt David Sieveking auch im Buch das sehr sensible und bedrückende Thema Demenz aus Sicht des Sohnes dar, zum Teil liebevoll und unerwartet humorvoll. Ab einem gewissen Zeitpunkt nahm er, mit dem Einverständnis der Familie, die Rolle des Dokumentarfilmers ein und es entstand ein entsprechend gefühlvoller Film.

 


Für Sie gelesen:
Mutter, wann stirbst du endlich?

Wenn die Pflege der kranken Eltern zur Zerreißprobe wird

Autorin: Martina Rosenberg

256 Seiten

Blanvalet Verlag, München, 2012, ISBN 978-3-7645-0468-7

Mutterwannstirbstduendlich 

Provokativ im Titel, authentisch und offen in der Darstellung der Inhalte. Einfühlsam, aber nie Mitleid erhaschend beschreibt die Autorin den prägenden Zeitraum von zehn Jahren ihres Familienlebens. Die Mutter erkrankt an Demenz, der Vater erleidet einen Schlaganfall und verfällt nach und nach in eine Depression. Martina Rosenberg wird ungefragt zum Elternteil ihrer Eltern und muss Verantwortung sowie die Organisation des elterlichen Lebens übernehmen. Durch die räumliche Nähe im Mehrgenerationenhaus gelingt ihr keinerlei Abgrenzung, sie ist trotz Pflegepersonal emotional und teilweise physisch 24 Stunden mit im Einsatz. Dabei hat sie selbst eine Familie mit Ehemann, Tochter und einen anspruchsvollen Job. Dass dieser Spagat auf die Gesundheit geht und Strapazen für die Nerven aller Beteiligten bedeutet, ist klar. Ihre Versuche, allen gerecht zu werden, scheitern.

Die Autorin erzählt aus ihrer persönlichen Sicht als Tochter, beschreibt ihre Gefühle, ihre Beobachtungen, aber auch Ängste und Selbstzweifel. Verständlich geschrieben, ist das Buch trotz des schweren Stoffs gut und flüssig lesbar. Mutter, wann stirbst du endlich? ist Plädoyer und gleichzeitig Aufschrei!

Unsere Empfehlung: Bitte lesen – ganz gleich ob selbst schon Senior oder Tochter, Sohn, Schwiegertochter, Schwiegersohn! Und danach entweder im stillen Kämmerlein oder im Gespräch mit Freunden bzw. dem Partner oder der Familie die persönlichen Wünsche und Vorstellungen an die eigene Pflege diskutieren und die Ergebnisse schriftlich festhalten.

 


Für Sie gelesen:

Langzeitreisen – Auslandsaufenthalte gekonnt organisieren

Autor: Andrea Buchspieß

160 Seiten

Reise Know-How Verlag Peter Rump GmbH, Bielefeld, 2007, ISBN-13: 978-3831715954

Der kleine Ratgeber gibt einen ersten groben Überblick, an was alles zu denken ist, wenn man einen längeren Auslandsaufenthalt plant. Übersichtlich gegliedert und praktisch aufbereitet sind die Tipps für viele Altersklassen geschrieben, regen aber trotzdem oder gerade ab 50plus zum Nachdenken und zur weiteren Recherche an.

Vielleicht spornen die integrierten Reise-Ideen gezielt an - außer Urlaub, Ausspannen und dem süßen Nichtstun - den Aufenthalt in fernen Ländern mit der Mitarbeit in sinnvollen Projekten zu bereichern. Der Rundumblick ist möglicherweise der Start in den schon lang ersehnten persönlichen Traum vom Aussteigen auf Zeit, dem Sabbatical oder der ganz individuellen Reise zum eigenen Ich. 

 


Für Sie gelesen:
Reisemobil statt Rollator
Lieber verreisen als vergreisen
Autor: Frank Böttger
159 Seiten
ISBN 2011 – 978-3-8448-7184-4

Frank Böttger, seit über vierzig Jahren überzeugter Reisemobilist, hält das Reisen für die beste Therapie gegen ein langweiliges Altern. Reisen als Lebenselixier – nach diesem Motto leben und genießt er mit seiner Ehefrau selbstgeplante Touren und das individuelle Erkunden fremder Länder. Dazu gehören vor Ort auch mal Spontanität und Improvisationstalent. Darüber hinaus fordern und fördern die Vor- und Nachbereitung einer solchen Reise Körper, Geist und Seele eines jeden Ruheständlers. Frank Böttger schwört darauf, dass man es schaffen kann, den Lebensabschnitt des Rollator-Schiebens hinauszuzögern.

Die neugierige Erwartung auf die Ereignisse des nächsten Tages ist vielleicht sogar ein Grund, warum unterwegs kaum jemand von seinen Zipperlein redet. Als mobiles Basislager für alle Utensilien von Profi- oder Hobbysportlern eignet sich ein Reisemobil ebenso.

Mit leichter Ironie kurzweilig durchzogen, werden Themen wie Kleidung, Ausmisten, Sat-Schüssel, Gruppenreisen oder Übernachtungsplätze angesprochen. Die Reinzeichnung der Charaktere dieses munteren Völkchens der Reisemobilisten amüsiert zusätzlich. Selbst wenn das Buch ein Loblied auf das Reisemobil ist, spricht der Autor zugleich viel Wahres über Rentner, Ruhestand und Reisen an.


Ü60 – na und ?!
Durchstarten mit Carlo von Tiedemann

Autoren: Carlo von Tiedemann mit Dr. Mathias R. Schmidt, Tim Tuchel und Martin Fletcher
144 Seiten
Verlag: Healthy in Life GmbH, Oktober 2012, ISBN 3981432126

Auf der Messe „Die 66“ Ende Oktober 2012 in Leipzig vorgestellt, bietet Carlo von Tiedemanns Ratgeber für die „Power-Generation“ eine Menge Tipps und Anregungen zum Thema: „Wer aktiv bleibt und Initiative zeigt, kann das Leben jenseits der 60 in vollen Zügen genießen.“ Gemeinsam mit den drei Co-Autoren beschreibt der populäre, norddeutsche Moderator Carlo von Tiedemann die sieben Säulen, auf denen positives Denken und aktives Leben basiert: Schwung und Motivation, regelmäßige Bewegung, bewusstes Essen, Pflege der Freundschaften, eine stabile Beziehung, sinnvolle Aufgaben und die Kunst zu entspannen. Die klare Gliederung, eine lockere Schreibe und die ansprechende Bebilderung spiegeln die zitierte wach gehaltene Flamme der jungen Jahre wider.

Quelle: Healthy in Life GmbH, Hamburg


Lebe deine eigene Melodie

Eine Anstiftung zum Älterwerden

Älterwerden kann auch positiv sein! Nachdenken über sich selbst
Autorin: Irmtraud Tarr
192 Seiten
Gütersloher Verlagshaus, August 2012, ISBN 3579066765

Dr. phil Irmtraud Tarr, Lehrtherapeutin EAG, Psychotherapeutin für Kinder- und Jugendliche,arbeitet als Psychotherapeutin und Musiktherapeutin (Dr. phil., Universität Hamburg 1987) mit eigener Praxis in Rheinfelden. Sie ist Autorin von mehreren Artikeln und bisher 23 Büchern aus ihren verschiedenen Interessensgebieten. Mit „Lebe deine eigene Medolie“ beleuchtet sie das Thema: Ich werde älter – na und!?

In der Lebensmitte bekommt unser Leben deutlichere Konturen: Erfolge, Fehlgriffe, Erlittenes und Selbstverschuldetes zeigen die Grenzen und Unwägbarkeiten unseres persönlichen Geschicks. Nun geht es nicht mehr darum, möglichst viel zu erreichen, sondern darum, Beschränkungen als Voraussetzung für eine aufmerksame, tiefe Begegnung mit sich selbst und anderen zu akzeptieren. Jetzt ist die Zeit, sich mit Leib und Seele einer Sache zu verschreiben und zu entscheiden, wer wir sein, wie wir leben wollen.

Quelle: Gütersloher Verlagshaus, Verlagsgruppe Random House GmbH, München


Für Sie gelesen:

Wabi Sabi - Keine Zeit und trotzdem glücklich

Wie Sie Kostbarkeiten des Augenblicks entdecken und Ihren Rhythmus finden

Autor: Christopher A. Weidner

208 Seiten

Verlag Knaur Ratgeber, 2008 – ISBN 978-3-426-64567-3

 

Provokativ fragt der Autor: Wann hatten Sie zuletzt keine Zeit? Jedoch gibt er gleichzeitig zu bedenken, dass Zeit kein Gut ist, das wir besitzen können. In diesem Buch geht es nicht darum, was Zeit ist, sondern wie unser Umgang mit Zeit unser Leben beeinflusst. Wabi Sabi ist ein anderer Blickwinkel. Wabi Sabi ist vielschichtig, vieldeutig und vage. Wir müssen nur hinhören, hinsehen, hinspüren. Dann entdeckt man, dass jeder Augenblick ein Stück der Ewigkeit in sich trägt und dass die Vorstellung, Zeit könne knapp werden, eine Illusion ist. Machen Sie sich mit diesem Buch dieser Illusion bewusst und geben Sie Ihrer Zeit mehr Leben.

Man sollte sich schon Zeit nehmen, die Lektüre zu bearbeiten, den eigenen Umgang mit Zeit mal zu hinterfragen und zu verstehen. Stellen Sie sich die Frage: Will ich oder muss ich? Es ist Ihre Entscheidung. Und gerade im herannahenden Ruhestand kann diese Frage noch wichtiger werden.

 


Für Sie gelesen:

111 Gründe, sich auf die Rente zu freuen

Ein Loblieb auf das, was nach der Arbeit kommt 

Autor: Hauke Brost

248 Seiten

Verlag Schwarzkopf & Schwarzkopf, 2011 - ISBN 3896025864

Kurzweilig, amüsant, bisweilen überzogen provokant dargestellt, aber trotzdem immer realistisch und unterhaltsam, so „singt“ Autor Hauke Brost sein Loblied auf die Rente. 


Grinsen, lachen und bestätigend mit dem Kopf nicken gehören für den aktiven Leser / die aktive Leserin hier einfach dazu. Ganz gleich ob Sie nun Mann oder Frau sind, das Leben nach der Rente betrifft beide! Und es kann ein hervorragender Neustart sein, wenn man nur will.

Brosts Motto: „Tschüss Firma – endlich frei!“ zieht sich durch alle elf Kapitel, die die Themen Reisen, Geld, Garten, Liebe und Familie genauso „anfassen“ wie Gesundheit und Neubeginn. „111 Gründe, sich auf die Rente zu freuen“ ist wirklich ein Feuerwerk von Ideen und Erfahrungen, für „die schönsten Jahre des Lebens“. 

Nach der Lektüre möchte man am liebsten sofort alles ändern, um diesen Zustand „endlich frei“ möglichst bald selbst erreichen zu dürfen.

 


Für Sie gelesen:

Die besten Jahre
Planen Sie jetzt, wie Sie nach dem Job leben wollen

Autor: Richard Nelson Bolles

Deutschsprachige Bearbeitung: Madeleine Leitner

334 Seiten

Campus Verlag, 2008 – ISBN 978-3-593-38667-6

 

Richard Nelson Bolles erläutert in strukturierter Form eine nachvollziehbare Vorgehensweise, um die besten Jahre nach dem Job sorgfältig im Voraus zu planen. Es ist kein Ratgeber im herkömmlichen Sinn, eher ein Leitfaden. 

Der Autor rät beispielsweise dazu, zuerst eine Bestandsaufnahme zu machen, um sich dann eigenen Zielen, Stärken und persönlichen Wünsche zu nähern. Einfach nur durchlesen reicht daher nicht – aktiv mitgestalten und erarbeiten ist ausdrücklich erwünscht. 

Hilfreich und ausführlich dargestellt sind Themengebiete wie „Das Wohlfühlmodell für den Ruhestand“, Ihre Finanzen im Ruhestand“, Entdecken Sie Ihre Stärken für den Ruhestand“ oder auch „Wo möchten Sie sich zur Ruhe setzen“. 

Kapitelweise gibt es Empfehlungen, Anregungen und praktische Umsetztipps. Unter dem Motto: „Wenn ich nicht mehr arbeite, werde ich endlich…“ führt er als einer der weltweit führenden und einflussreichsten Experten im Bereich Karriere- und Lebensplanung die wichtigsten Meilensteine der Ruhestandsplanung auf. Zahlreiche Übungen mit Anregungen und ein umfangreicher Serviceteil runden den Informationsgehalt ab.

Aufgrund der Übersetzung und den Ergänzungen von Madeleine Leitner ist „Die besten Jahre“ eine eigenständige Version des amerikanischen Originals, die sorgfältig auf die Verhältnisse in Deutschland angepasst wurde.

 


Für Sie gelesen:

Raus aus den alten Schuhen!

Dem Leben eine neue Richtung geben

Autor: Robert Betz

272 Seiten + CD

Verlag Integral, 2008 – ISBN 978-3-7787-9195-0

„Die meisten Menschen verschlafen ihr Leben!“ So provokativ beginnt der Autor Robert Betz sein mitreißendes Motivationsbuch für Selbererkenntnis und persönliches Wachstum. Die „alten Schuhe“, in denen wir gehen, sind die alten Muster und Gewohnheiten des Denkens, Fühlens und Verhaltens, die vor langer Zeit entstanden sind. Von Generation zu Generation wurden sie weitergegeben und sind heute das, was die meisten Menschen als normal bezeichnen. Es sind die Maßgaben, nach denen sich die Mehrheit verhält. 

Seine Aufzählungen der – wirklich jedem – bekannten „alten Schuhe“ öffnen die Augen und reizen zum Nach- und Umdenken an. Man nickt während des Lesens mehr als einmal mit dem Kopf und bestätigt den Autor. Automatisch sucht man nach Ereignissen im eigenen Leben, Konditionierungen aus der Kindheit und hinterfragt schon mal Entscheidungen oder Tätigkeiten nach Sinn und Zweck. Der bekannte Psychologe und Lebenslehrer macht genau hier Mut zur radikal-ehrlichen Bestandsaufnahme des eigenen Lebens. Nach der vorangestellten Definition und den daraus resultierenden Erkenntnissen begleitet Robert Betz seine Leser in fünf Schritten in ein neues Leben. „Denn Du bist Schöpfer, Du bist kein Opfer! Übernimm Deine Verantwortung als Schöpfer Deiner Lebenswirklichkeit!“

Der Ausstieg aus alten Mustern, Programmen und Gewohnheiten ist möglich! Man muss es nur selbst wollen. Sein Tipp: Erkennen Sie Ihre alten Schuhe – und steigen sie aus! Schließen Sie Frieden mit sich selbst und Ihrer Vergangenheit. Treffen Sie eine neue Wahl und leben sie Ihre eigene Wahrheit. 
Unser Tipp: Probieren Sie es einfach mal aus!