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Für Sie gelesen:
Mutter, wann stirbst du endlich?

Wenn die Pflege der kranken Eltern zur Zerreißprobe wird

Autorin: Martina Rosenberg

256 Seiten

Blanvalet Verlag, München, 2012, ISBN 978-3-7645-0468-7

Mutterwannstirbstduendlich 

Provokativ im Titel, authentisch und offen in der Darstellung der Inhalte. Einfühlsam, aber nie Mitleid erhaschend beschreibt die Autorin den prägenden Zeitraum von zehn Jahren ihres Familienlebens. Die Mutter erkrankt an Demenz, der Vater erleidet einen Schlaganfall und verfällt nach und nach in eine Depression. Martina Rosenberg wird ungefragt zum Elternteil ihrer Eltern und muss Verantwortung sowie die Organisation des elterlichen Lebens übernehmen. Durch die räumliche Nähe im Mehrgenerationenhaus gelingt ihr keinerlei Abgrenzung, sie ist trotz Pflegepersonal emotional und teilweise physisch 24 Stunden mit im Einsatz. Dabei hat sie selbst eine Familie mit Ehemann, Tochter und einen anspruchsvollen Job. Dass dieser Spagat auf die Gesundheit geht und Strapazen für die Nerven aller Beteiligten bedeutet, ist klar. Ihre Versuche, allen gerecht zu werden, scheitern.

Die Autorin erzählt aus ihrer persönlichen Sicht als Tochter, beschreibt ihre Gefühle, ihre Beobachtungen, aber auch Ängste und Selbstzweifel. Verständlich geschrieben, ist das Buch trotz des schweren Stoffs gut und flüssig lesbar. Mutter, wann stirbst du endlich? ist Plädoyer und gleichzeitig Aufschrei!

Unsere Empfehlung: Bitte lesen – ganz gleich ob selbst schon Senior oder Tochter, Sohn, Schwiegertochter, Schwiegersohn! Und danach entweder im stillen Kämmerlein oder im Gespräch mit Freunden bzw. dem Partner oder der Familie die persönlichen Wünsche und Vorstellungen an die eigene Pflege diskutieren und die Ergebnisse schriftlich festhalten.