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Für Sie gelesen:
Unterschätzt: Männer in der Angehörigenpflege
Autor: Prof. Dr. Eckart Hammer
224 Seiten
1. Aufl. 2014, gebunden mit Schutzumschlag
Verlag Kreuz
ISBN 978-3-451-61265-7

 

CoverUnterschtztMnnerInDerAltenpflege


Obwohl alle Welt vorwiegend über die Pflegeleistungen von Frauen spricht, gibt es zahlreiche Männer, die die Pflege von Ehefrau, Schwiegereltern oder nahen Verwandten übernommen haben. Jedoch ganz leise, ohne viel Aufsehen zu erregen und oftmals mit einer anderen Strategie. Pflege ist gesellschaftlich gesehen leider nach wie vor Frauensache.

Ein interessantes Thema, dass Prof. Dr. Eckart Hammer anpackt und aus unterschiedlichen Perspektiven mit dem Untertitel „Was sie leisten und welche Unterstützung sie brauchen“ beleuchtet. Interviews mit pflegenden Männern zeigen die Wirklichkeit, die Probleme sowie das Unbehagen oder auch ihre Wünsche.

Informativ sind die Einblicke und Erläuterungen. Wie wichtig eine Distanzierung ist, ein funktionierendes Umfeld und die Teilnahme „draußen“ am Leben. Dass Männer privilegierter sind als pflegende Frauen kommt ebenso deutlich raus. Sei es finanziell oder gesellschaftlich. Sie haben oftmals mehr Geld zur Verfügung, es wird viel weniger von außen erwartet, der Druck lastet nicht auf den Männern. Ein pflegender Mann muss nicht perfekt sein, er darf sich gerne Hilfe holen.

Männer betrachten Betreuung und Pflege daher auch als eine organisatorische Herausforderung. Sie delegieren Aufgaben und schützen sich so selbst davor, in der Pflege unterzugehen. Angesprochen werden auch Tabuthemen wie Intimpflege und eine neue Nähe.

Bei allen vielfältigen Informationen und Hintergründen, irgendwann leider nervig sind die Wiederholungen der Interviews im O-Ton. Mal länger, mal kürzer, mal nur eine Passage – aber oftmals die gleiche Aussage mehrmals im Buch. Je nachdem, welche Thematik oder welcher Pflegetyp vom Autor gerade angesprochen wird. So hat der Leser das Gefühl, dies schon einmal gelesen zu haben und es wird dadurch langweilig. Eine Straffung innerhalb des Buches hätte dem Gesamteindruck gut getan.

Wer hierüber hinweg sehen kann, nimmt zahlreiche Informationen und Anregungen für die eigene Orientierung in der Zukunft mit – ob als Mann oder als Paar.