header buch

Für Sie gelesen:

Die nächste Etappe

Nach der Arbeit um die ganze Welt

Autor: Gerhard Visser

Broschiert, 460 Seiten

Verlag: Monsenstein und Vannerdat (20. Februar 2013)

ISBN-13: 978-3869918044

 

DieNchsteEtappe

 

Der Autor lädt alle Leser ein, mitzukommen auf eine Reise um die Welt. Diese gönnt er sich gemeinsam mit seiner jüngeren Frau Heidi, als er selbst in Ruhestand geht und sie dafür ihren Job aufgibt. Geplant sind mehrere Reisen, die in insgesamt acht Etappen um die Welt führen. Der Zeitraum dafür: drei Jahre, von 2009 bis 2012.

 

Das Buch greift ein interessantes Thema auf, das viele Best Ager neugierig macht. So beschreibt der Autor im Vorwort die Reisen als neuen Lebensabschnitt, und die Erwartungshaltung an Buch und Inhalt sind entsprechend groß. Sein Hinweis: „Wenn Sie wie Jules Verne ‚In 80 Tagen um die Welt‘ oder wie Michael Wigge ‚Ohne Geld bis an Ende der Welt‘ reisen wollen und sich eine entsprechende Anleitung erhoffen, ist dieses Buch nichts für Sie!“ ist wichtig und aufrichtig gemeint, zeigt er doch allen neugieren Aussteigern und Globetrottern – ganz gleich welcher Altersklasse – dass in seinem Fall ohne Moos nichts los ist. Beschrieben werden von Visser, der sich gleich auf den ersten Seiten als Diplom-Kaufmann mit Studium der Volks- und Betriebswirtschaftslehre vorstellt, seine mehrwöchigen Reisen, die nur mit großem Budget und gut gefüllter Reisekasse vorgenommen werden können. Unterstützt vom heimischen Reisebüro, wird oftmals eingecheckt im besten Hotel vor Ort mit Sicht auf Hafen oder Meer, meistens begleitet von privaten Guides oder - während der vielfach durchgeführten Radtouren - mit doppeltem Boden in Form von Begleitfahrzeug, Gepäcktransporter und Fahrer. Mit Kreuzfahrten variieren Visser und Gattin die Reisen, dann aber selbstredend mit Balkonkabine.

 

Leider findet sich der hoffnungsfrohe Buchkäufer nach der Einleitung in einer einzigen Aneinanderreihung von Tagebucheinträgen wieder. Oft fehlen echte Begeisterung und richtig emotionale Geschichten, um als begleitender Leser die Spannung spüren zu können. Insbesondere im ersten Teil über Florida, Alaska und den Westen Amerikas hätte ein sorgfältiger Lektor dem Werk gut getan. Der durch doppelte Verneinung gedacht positive Tenor trübt die Erlebnisse und lässt die Lektüre streckenweise langweilig erscheinen. Dies bessert sich im Laufe der über 450 Seiten, aber der Charakter der Tagebucheinträge bleibt leider bestehen.

 

Zudem fehlen wertvolle Informationen und echte Tipps, die Reisenden während ihrer Erkundigungen von Land und Leuten hilfreich sein könnten. Die von den Vissers erlebten Touren können in vielen Pauschal-Reisekatalogen eingesehen, nachvollzogen und selbst gebucht werden. Es fehlt daher für echte Globetrotter an Individualität und Leidenschaft. Fazit: „Die nächste Etappe“ ist leicht verdauliche Urlaubslektüre, die als Appetitanreger Lust machen kann auf nachfolgende und vertiefende Reiseliteratur.