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Reisereportage Österreich (November 2012)

Österreich – das Seniorenparadies?

Inhaltsverzeichnis

Wiener Herbst Senioren Messe
SeniorInnenreferat der Stadt Graz
Seniorenresidenz Eggenberg Graz
Kuratorium FORTUNA Wien
Seniorenresidenz Schloss Kahlsperg bei Salzburg
Daten von Statistik Austria
Kurhotel Vollererhof bei Salzburg
Gesundheitsresort Königsberg Bad Schönau
Fazit

 

Neugierig und mit vielversprechenden Gesprächsterminen im Gepäck besuchte LEBENSDOMIZILE WELTWEIT im November 2012 Österreich. Hintergrund waren einerseits die Ergebnisse des Forbes Rankings aus 2009, laut dem Österreich die Top 10 der besten Seniorenparadiese anführt, aber auch der Besuch der Seniorenmesse in Wien. 

Wiener Herbst Senioren Messe

Aus der innenstadtnahen U-Bahn-Station raus, direkt rein in die Messehalle A. Ohne Eintrittskarte, ohne Garderobe – an einem Informationsstand wird das 32seitige Messeblatt mit Ausstellerverzeichnis und Hallenplan an Interessierte verteilt. Die meisten Besucher laufen jedoch durch die Gänge und lassen sich vom Angebot inspirieren. Man hat ja Zeit. Das Konzept des Veranstalters geht auf. Die Messebesucher strömen in diesem Jahr bereits zum 16. Mal an insgesamt vier Tagen – Mittwoch bis Samstag – aus den verschiedensten Gründen zur gemäß Veranstalterangaben größten europäischen Messe für die 50+ Generation. Rund 80.000 sollen es sein. 

Vorträge, Unterhaltung, Kulinarisches, Informatives zu Umbau, Gurkenraspel oder Wohnen im Alter. Die Mischung ist bunt, das Publikum ebenso. Rubbellos-Show oder Glücksrad drehen, Seh- und Hörtest, Auskünfte zu Bestattungen, Aktivitäten in und mit Verbänden oder Essen auf Rädern, hier ein „Melange“ mit Himbeer-Torte, dort ein Stück Almkäse oder ein neuer Wintermantel. 

Die Themen Reisen, Wellness, Kur und Wohnen im Alter in Österreich, Ungarn, Slowakei, Tschechien und Slowenien bestimmen unser Interesse. Deutschsprachiges Personal ist in vielen Hotels und Kureinrichtungen die Normalität, die Angebote, besonders für Herbst/Winter sind speziell für Besucher der Seniorenmesse nochmals attraktiver. 

Zum in Deutschland gerade viel diskutieren Thema „Pflege im Ausland“ treffen wir Paul De Coninck, Chief Operating Officer von SeniorenCare und Betreiber eines im August 2012 eröffneten Pflegeheims am Balaton, das sich auf deutschsprachige Senioren spezialisiert hat. Derzeit gibt es noch freie Kapazitäten, zukünftig ist geplant, die Bettenanzahl in Ungarn weiter auszubauen. Die derzeitige Diskussion in Deutschland verfolgt der Spezialist in Sachen Pflege genau. Zahlreiche Redaktionen und Filmteams haben sich in den nächsten Tagen bei ihm angekündigt, berichtet er uns stolz. Dann wird er sein Haus am See, das Platz für 62 Bewohner in 40 Einzelzimmern und 11 Doppelzimmern bietet, und die Idee der grenzüberschreitenden Pflege präsentieren. SeniorenCare ist eine Tochtergesellschaft von Armonea Belgien, dem größten Betreiber von privaten Pflegeheimen in Belgien mit 30 Jahren Erfahrung.

   Eingang Messehalle zur Wiener Herbst Senioren Messe

Wohnen und Pflege

 

Vor und während unserer Reise nahmen sich zahlreiche Gesprächspartner aus Salzburg, Graz, Wien und Linz viel Zeit für unsere Fragen und gaben uns offene und ebenso informative Antworten. 

Grundsätzlich gilt, in städtischen Einrichtungen werden nur Personen mit Hauptwohnsitz der jeweiligen Stadt aufgenommen. Private Einrichtungen stehen für Selbstzahler offen. Das Eintrittsalter liegt unisono bei Mitte 80. Doch meistens müssen dann die erwachsenen Kinder ad hoc entscheiden, was zu tun ist. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel. Wer sich frühzeitig mit der Thematik beschäftigt, trifft vorher seine Wahl – und genießt sein Leben entsprechend selbstbestimmt und zufrieden, wie auch wir live miterleben durften. 

Die Stadt Graz hat beispielsweise nach deutschem Vorbild im Jahr 1996 das erste Seniorenbüro in Österreich installiert. Es fungiert als Beratungs- und Informationsstelle für ältere und älter werdende BürgerInnen und arbeitet mit über 40 ehrenamtlich tätigen Seniorinnen und Senioren, organsiert in einem Verein, zusammen. Im 2jährigen Turnus erscheint das SeniorInnenhandbuch, verfügbar in gedruckter Form oder abrufbar im Internet. Frau Dr. Ulla Herfort-Wörndle leitet das SeniorInnenreferat und empfängt uns gerne in Ihrem Büro mitten in der Stadt. „Nach jeder Neuerscheinung informieren sich damit zunehmend die erwachsenen Kinder, um für den Fall der Fälle gerüstet zu sein.“ erzählt sie uns. „Auch manch Dame, mit dem Alter kokettierend, holt sich schon mal persönlich ihr Exemplar ab – denn man weiß ja nie!“ 

„Wir blicken immer interessiert nach Deutschland, da erfahrungsgemäß die dortigen Entwicklungen mit einem Zeitverzug dann auch in Österreich ankommen.“ erläutert uns die engagierte Seniorenbeauftragte. Der Österreicher bleibt in seinem Land, einziger Aspekt und Beweggrund: Die erwachsenen Kinder leben im Ausland. So lange es möglich ist, wird zuhause betreut, die 24 Std. Pflege boomt, eine finanzielle Unterstützung je nach Pflegestufe (insgesamt sieben in Österreich) wird auch hier monatlich gezahlt. So ergibt sich ein durchschnittliches Eintrittsalter ins Seniorenheim mit Mitte 80.

 

  

links: Eingang zum SeniorInnenreferat Graz
rechts: Das SeniorInnenhandbuch der Stadt Graz

Graz hat heute rund 270 000 Einwohner, war 2003 Kulturhauptstadt Europas und hat in dieser Zeit vielfältige Investitionen getätigt, die sich heute auszahlen. Lebenswert ist es hier. Das zeigt sich auch in der „Zusammenarbeit“ von Senioren und Kindern mit „Lesen im Hort“ oder das Punkte-System „points4action“, bei dem motivierte Jugendliche im Alter zwischen 13 und 19 „geldwerte“ Bonuspunkte sammeln, wenn sie ehrenamtlich Zeit mit SeniorInnen verbringen bzw. diese unterstützen. 

Die jetzige Anlaufstelle ist hervorragend erreichbar, einige der Seniorenaktivitäten wie der Malkurs, die Handarbeitsrunde oder gemeinsames Musizieren finden sogar direkt im lichtdurchfluteten Foyer des SeniorInnenreferats im 3. Stock statt. Wanderungen, Ausflüge, Sportangebote, Konzerte – das Programm ist breit gefächert und findet großen Anklang. Man sucht die Gemeinschaft, aber auch direkte, kompetente Beratung, wenn es um Wohnformen, Kostenübernahmen durch die Stadt oder Aktivitäten geht. Wir danken Frau Dr. Herfort-Wörndle ganz herzlich für die vielfältigen Informationen und Einblicke und sehen gerüstet mit diesem Hintergrundwissen unserem nächsten Termin gespannt entgegen. 

N
ur ein paar Kilometer weiter, in der Nähe von Schloss Eggenberg warten Maria Kraus von der Verwaltung und die Pflegedienstleiterin Alexandra Fürst in der Seniorenresidenz Eggenberg auf uns. In zentraler Lage in Graz-Eggenberg ist das Haus mit eigenem Park im ruhigen Villenviertel direkt angebunden an die Straßenbahnlinie. Die Residenz gehört zur SANLAS-Holding GmbH, unter deren Dach auch mehrere Privatkliniken geführt werden. Nach einer verwaltungstechnischen Zusammenlegung der räumlich zusammenhängenden Seniorenresidenz mit dem Sanatorium zum 1. November 2012 verfügt das Haus nun über 132 Betten in vier Etagen, auf insgesamt drei Stationen. Spezialisiert auf Pflege, ist hier das Durchschnittsalter der Bewohner ungefähr 90 Jahre. Erfahrungsgemäß wird erst ab der Pflegestufe 4,5 im Heim betreut. Eine Betreuung von Selbstzahlern aus anderen Ländern ist selbstverständlich möglich.

In ansprechenden Ein- und Zweibettzimmern, ausgestattet mit hellen Möbeln und einem großen, barrierefreien Bad, werden die Bewohner 24 Stunden mit einem klar vorgegebenen Personalschlüssel versorgt. „Mir steht für die Personalplanung ausreichend Fachpersonal, davon allein 15 „Diplomierte“ zur Verfügung.“ lässt uns die Pflegedienstleitung wissen. Hinzu kommen Angebote in den Bereichen der Beschäftigungs- und Tiertherapie, Massagen, Physiotherapie, die Heilige Messe und ein Singkreis. Die Powerfrau Alexandra Fürst lebt und liebt ihren Beruf seit über 20 Jahren als Berufung und ist auch in Ausschüssen aktiv. 

Beim gemeinsamen Rundgang durchs Haus lernen wir auf dem Flur Frank aus Bremen kennen, der vor sieben Jahren nach seinem Abschluss in Deutschland arbeitslos war. Er bewarb sich in Graz, wurde sofort genommen und ist sehr zufrieden hier. Auch die Stationsleiterin Melanie ist aus Deutschland und weiß die besseren Arbeitsbedingungen, das Gehalt sowie die guten Weiterbildungsmöglichkeiten zu schätzen. Beiden gefällt es sehr gut, sie würden diese Entscheidung, der Arbeit wegen nach Österreich zu gehen, immer wieder fällen. Auch ist die Wertschätzung des Pflegeberufes im Allgemeinen höher. Dass die Integration hier im menschlichen Bereich ebenso klappt, glaubt man gerne. Denn im Umgang miteinander harmoniert es hier sehr. Dies spürt man bei Bewohnern wie MitarbeiterInnen.

   Seniorenresidenz Eggenberg

Seit über 40 Jahren kümmert sich das Kuratorium FORTUNA in Wien um die Errichtung von Senioren-Wohnanlagen. Was zum Ende der 60er Jahre mit Wohnungen inklusive Bad und WC auf rund 30 qm begann, hat sich bis heute an unterschiedlichen Standorten in Wien wie folgt entwickelt: eine attraktive Gartensiedlung mit Reihenhäusern, bezahlbare 50 qm-Appartements, betreutes Wohnen und Pflegestation im Schlosspark Fortuna mit Gemeinschaftsanlagen wie Schwimmbad, Sauna, Internetstation und einer Bibliothek mit 8.000 Büchern sowie das Seniorenwohnen in einer Wohngemeinschaft. 

Zum Gespräch eingeladen haben uns der Präsident des gemeinnützigen Vereins, Robert Pfleger und der Geschäftsführer Ing. Karl Svoboda. Gerne blicken beide über den Tellerrand hinaus und beobachten die Entwicklungen ganz genau. So ist es verständlich, dass sie auch neugierig auf uns und unsere Idee mit LEBENSDOMIZILE WELTWEIT sind.

„Der letzte Schritt im Leben ist so schwer…“ erläutert uns Robert Pfleger, selbst bereits 73 Jahre und noch hochmotiviert und aktiv. Für ihn ist seine Präsidentschaft Berufung, Bewohner wie Mitarbeiter schätzen den engagierten Mann sehr. „Die ersten drei bis sechs Monate nach Einzug sind die Schwierigsten.“ Oder aber „Man hat ja noch Zeit“, heißt es beim Nachtelefonieren auch bei denen, die sich auf eine Interessentenliste eingetragen haben. Trotzdem wird das Probewohnen gerne genutzt. Das Musterappartement am Khleslplatz ist hell und freundlich, mit kurzen Wegen gut geplant und funktional eingerichtet. Eigene Möbel können dann beim Einzug mitgebracht, die Gemeinschaftseinrichtungen genutzt werden. Ein Café, ein Restaurant und ein Frisör sind ebenfalls mit im Haus. Bei der Besichtigung fallen uns die scheinbar unvollendeten Malerarbeiten auf. Doch das Werk hat den Namen „Entstehung“ und ist bewusst von Kunststudenten der „Angewandten“ zu verschiedenen Entstehungsphasen beendet worden. 

Sicherlich wird die Zukunft auch in Österreich ein Umdenken erfordern. Die Zeiten der großen Familie gehen vorbei, hohe Scheidungsraten, mehr Singlehaushalte und dass Angehörige eben nicht mehr pflegen, wird auch hier nach und nach Realität. Jeder EU-Bürger kann zum Kuratorium FORTUNA kommen. Die Kosten für ein Appartement liegen zwischen 1.000 und 1.500,- EUR/Person und Monat, 250 EUR für die 2. Person. Inklusive sind das Wohnen, die volleingerichtete Küche sowie Einbauschränke, darüber hinaus das tägliche Frühstück, die Reinigung, der Notruf und die Nutzung der Freizeiteinrichtungen und -programme.

Als zukunftsorientierte Wohnform sehen die Verantwortlichen derzeit die Wohngemeinschaft, basierend auch auf den seit 2009 gemachten Erfahrungen beim Generationenwohnen mit 18 Senioren in der „Baumgasse“. Das Leben findet hier vielfach im Gemeinschaftsbereich statt, das hohe Maß an Selbstbestimmtheit und die Übernahme von Gemeinschaftsaufgaben motivieren die Bewohner tagtäglich aufs Neue, unterstützt von Tagespräsenzkräften. Derzeit verfügt das Kuratorium FORTUNA über 900 Appartements und Reihenhäuser, 300 Pflegeplätze sowie 380 Mitarbeiter. Wir wünschen unseren sympathischen Gesprächspartnern auch weiterhin alles Gute sowie viel Erfolg und können uns ihrer Philosophie nur zustimmend anschließen: „Ohne Visionen passiert nichts!“
 
  
Präsident Robert Pfleger (links) und Geschäftsführer Ing. Karl Svoboda, MBA
vom Kuratorium FORTUNA zur Errichtung von Senioren-Wohnanlagen

In der Nähe von Salzburg besuchen wir eine kirchliche Einrichtung, die Seniorenresidenz Schloss Kahlsperg in Oberalm, im Besitz der Halleiner Schwestern Franziskanerinnen. Geschäftsführer Diakon Kurt Fastner MSc und Sandra Prommegger, Assistentin der Geschäftsführung, nehmen sich Zeit für unsere Fragen und plaudern aus dem vielschichtigen Alltag. 95 % der Bewohner kommen aus Österreich, 5 % sind aus Deutschland und der Schweiz, das Haus verfügt über 135 Betten. Gut 80 % der Bewohner entscheiden sich durchaus aus religiösen Gründen für die Seniorenresidenz mit Blick auf die Berge, die neben einem 1 ha großen, privaten Park auch eine eigene Kapelle und ein Café betreibt.

„Selbstzahler planen bewusster und informieren sich früher“, weiß uns der Diakon zu berichten. Vielleicht tragen zur Entscheidung auch das monatlich veranstaltete „Galadinner“ oder das sommerliche Grillen im Garten bei. Die angenehme Atmosphäre und den gelebten Witz und Schalk einiger BewohnInnen dürfen wir live beim Rundgang erleben. Es stehen Einzelzimmer und Zweizimmer-Appartements zur Verfügung. In den Kosten von 1.500,- EUR für ein Einzelzimmer, + 200,- EUR monatlich mehr für das Appartement, sind das Wohnen, die Vollverpflegung sowie Wäsche- und Reinigungsservice enthalten. Die Mahlzeiten werden je Stockwerk entweder gemeinsam in ansprechend eingerichteten Räumlichkeiten eingenommen oder von jedem einzeln in seinem Zimmer – je nach persönlicher Vorliebe. Im Haus spürt man noch viel Leben, sicherlich auch ein Verdienst der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die hier für jeden ein nettes Wort oder eine persönliche Geste parat haben. Die nahe S-Bahn-Station bietet den direkten Anschluss nach Salzburg, Einkaufsfahrten lassen zudem individuellen Freiraum.

Derzeit laufen die Neubauarbeiten für das Betreubare Wohnen und das neue Mutterhaus der Halleiner Schwestern in der Nähe des Haupteingangs auf Hochtouren. Im Dezember 2012 soll Eröffnung sein, dann stehen weitere 27 Plätze, betrieben von der Caritas zur Verfügung. Die nach Sozialhilfekriterien und Ortszugehörigkeit gegliederten Zuzugskriterien beschränken dieses Angebot jedoch auf Ortsansässige. Für die Seniorenresidenz Schloss Kahlsperg kann sich hingegen jeder frei entscheiden. 

Diakon Fastner gibt uns mit einem Augenzwinkern noch mit auf den Weg, dass es doch fast ein Argument sei, dass „wir Beerdigungen unserer Bewohner „hausintern“, also sehr persönlich abhalten können!“ Wir erkennen schmunzelnd, der Umgang mit Leben und Tod kann eben ganz realistisch und doch von würdevollem Humor begleitet sein.

 

   
Der große private Park bereichert die Seniorenresidenz Schloss Kahlsperg

 

Daten von Statistik Austria

Nachstehend eine Auswertung über Deutsche im Pensionsalter im Speziellen sowie über ausländische Staatsangehörige im Pensionsalter (65 Jahre und älter) im Allgemeinen. Für die Auflistung der Top-10-Nationalitäten ist der Anteil der Menschen im Pensionsalter herangezogen, da eine absolute Zahl nicht aussagekräftig erscheint.  

 

Bevölkerung am 1.1.2012 in Österreich nach Altersgruppe (65   Jahre und älter) und Staatsangehörigkeit

Staatsangehörigkeit

Gesamt-
  bevölkerung

65- und   Mehrjährige

absolut

in %

Österreichische Staatsangehörige

7.472.477

1.441.419

19,3

Ausländische Staatsangehörige

970.541

57.485

5,9

Ausgewählte   Staatsangehörigkeiten (Top-10 mit größtem Anteil an 65- und   Mehrjährigen)

Schweiz

7.503

1.460

19,5

Liechtenstein

407

65

16,0

Iran

5.797

886

15,3

Schweden

2.937

433

14,7

Kanada

1.620

228

14,1

Vereinigte Staaten

7.641

977

12,8

Australien

1.186

139

11,7

Niederlande

7.358

840

11,4

Deutschland

153.491

16.465

10,7

Großbritannien und Nordirland

9.245

957

10,4

Q: STATISTIK AUSTRIA, Statistik des Bevölkerungsstandes   1.1.2012.

 

Wien ist für deutsche Staatsangehörige im Pensionsalter nicht das bevorzugte Wohnbundesland. In Tirol, Oberösterreich, Salzburg und Kärnten leben in absoluten Zahlen mehr Deutsche im Pensionsalter als in Wien. In relativen Zahlen sind in Wien rund 5,5% aller deutschen Staatsangehörigen im Pensionsalter, in Kärnten knapp 20%.

Deutsche Staatsangehörige am 1.1.2012 in Österreich nach   Altersgruppe (65 Jahre und älter) und Bundesland

Bundesland

Deutsche   Staatsangehörige

darunter:   65- und Mehrjährige

absolut

in %

Burgenland

2.796

450

16,1

Kärnten

10.081

2.000

19,8

Niederösterreich

16.236

1.707

10,5

Oberösterreich

19.855

2.330

11,7

Salzburg

16.054

2.031

12,7

Steiermark

13.303

1.684

12,7

Tirol

27.494

3.223

11,7

Vorarlberg

13.387

1.144

8,5

Wien

34.285

1.896

5,5

Q: STATISTIK AUSTRIA, Statistik des Bevölkerungsstandes   1.1.2012.

 

In den letzten 5 Jahren (2007-2011) nach Österreich zugezogene   Personen nach Altersgruppe (65 Jahre und älter) und Staatsangehörigkeit

Staatsangehörigkeit

Zugezogene   Personen (insgesamt)

darunter:   65- und Mehrjährige

absolut

in %

Österreichische Staatsangehörige

77.599

4.443

5,7

Ausländische Staatsangehörige

491.525

11.220

2,3

Deutsche Staatsangehörige

90.491

3.453

3,8

Q: STATISTIK AUSTRIA, Wanderungsstatistik 2011.

 

Kuren und Gesundheit

 

Während unserer Tour durch Österreich statteten wir auch wieder Kurhotels einen Besuch ab. So bietet das Kurhotel Vollererhof in attraktiver, ruhiger 800 Meter Höhenlage nahe Salzburg eine Kombination aus Hotel und Gesundheitszentrum, familiengeführt seit über 40 Jahren. „Wer zu uns kommt, entscheidet sich bewusst für Ruhe.“ berichtet uns Mag. Julia Skardarasy, Lebensgefährtin des Inhabers und zuständig für PR und Marketing. 33 Einzel- und Doppelzimmer sowie sechs Suiten, ein Wellnessbereich mit Sauna und Schwimmbad, die drei Säulen Beauty, Kur und Wellness sowie ganz viel Ruhe, Wald und Wanderwege stehen zur Erholung parat. Ideal, denn kurende Gäste sind erfahrungsgemäß die ersten Tage müde, denn die Veränderungen sind durchaus anstrengend für den Körper.

Die angesprochene Zielgruppe ist aufgrund des großen Präventionsanteils eigentlich 30plus; das Durchschnittsalter der Gäste liegt bei Anfang 50. „Wer so früh wie möglich an die Gesundheit denkt, kann sehr viel auffangen.“ erläutert Frau Skardarasy. Rund 40 % der Gäste kommen aus Deutschland, die anderen 60 % sind Österreicher; 70 % sind Einzelreisende. Eine Erstattung durch deutsche Krankenkassen ist nicht möglich, lediglich mit drei österreichischen Kassen arbeitet der Vollererhof zusammen. Die Vollererhofkur ist spezialisiert auf Vorsorge und Regeneration nach FX MAYR mit unterschiedlichen Ausprägungen wie Zunahme, Abnahme oder Entschlacken, ein eigener Arzt ist mit im Haus.

   Das Kurhotel Vollererhof auf 800 Meter Höhe

 

Idyllisch gelegen, im schönsten Blumendorf Europas liegt das Gesundheitsresort Königsberg Bad Schönau, gut erreichbar zwischen Wien und Graz. Im neu eröffneten THERARAMA, einem 600 qm großen Indoor-Bewegungsbereich finden Therapien bei bester Panoramasicht statt. Mit topmodernen Geräten wird hier Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit, Koordination und Gleichgewicht geschult. Die PR- und Marketingverantwortliche Mag. Katja Reischer führt uns kompetent durchs Haus. Geradezu verwunderlich ist es für uns, dass nur ein Bruchteil der Gäste aus Deutschland sein sollen, ist das Viersterne-Kurhotel mit 219 Zimmern doch bestens gerüstet. Ein ansprechender Wellnessbereich mit Saunen und Schwimmbad ergänzt die großzügige Kureinrichtung mit den medizinischen Schwerpunkten auf die Vorsorge und Therapie von Gefäßerkrankungen sowie von Beschwerden am Stütz- und Bewegungsapparat. Das prickelnde Heilmittel „natürliche Kohlensäure“ findet hier Anwendung beim Wassertreten, in Wannenbädern, als Trockengasanwendung und österreichweit einmalig im 31 qm großen, mit Kohlesäure-Heilwasser gefüllten Bewegungsbecken für Wassergymnastik. 

A
uch kulinarisch wird im Gesundheitsresort Königsberg viel geboten: Die Küche ist mit der Grünen Haube sowie mit dem Bio-Zertifikat prämiert. Das integrierte, öffentliche Restaurant „Bucklige Welt“ hat von Donnerstag bis Sonntag geöffnet und ist mit 14 Gault Millau Punkten, also einer Haube ausgezeichnet. Eine Übernachtung im Nichtraucherhotel mit Vollpension und WLAN kostet ab 85,- EUR/Person. Ein separates Rauchercafé ist im Foyer integriert. Die Kurgäste verbringen überwiegend zwei bis drei Wochen, Langzeittarife ab drei Wochen sind möglich. Auf die Frage nach der Einwohnerzahl von Bad Schönau gibt uns Frau Mag. Reischer lächelnd folgende Auskunft: „Kurgäste und Einwohner dürften sich ungefähr die Waage halten“. 

Das Gesundheitsresort Königsberg ist darüber hinaus aktives Mitglied der Initiative „Beste-Gesundheit“, einer Partnerschaft fünf führender niederösterreichischer Gesundheitsbetriebe. Mit dem Slogan „konsequent kompetent“ wird u.a. eine Stammkundenkarte oder auch die „Beste Gesundheit Woche“ angeboten. Langjährige Erfahrungen in der Kur- und Rehabilitationsmedizin, medizinische Kompetenz sowie hohe Qualitätsstandards und gleichzeitig Wohlfühlambiente sind hier Programm. Die Beste-Gesundheit Partnerbetriebe sind Vertragspartner der österreichischen Sozialversicherungen und bieten gleichzeitig Privatgästen vielfältige, individuelle Gesundheitsprogramme.

  
 
Dieser verheißungsvolle Wegweiser führt zum Gesundheitsresort Königsberg  

 

Kuren in Österreich

 

Allein in der Steiermark gibt es insgesamt 15 Kurorte, in ganz Österreich stehen zahlreiche Gesundheitsresorts und Kurhotels mit ebenfalls attraktiven Angeboten zur Verfügung. Die Themen „Gesundheit und Wellness“ werden groß geschrieben, die Angebote sind vielfältig und attraktiv. Hier kann unser Reisebericht nur einen kurzen Einblick darstellen. 

So bietet beispielsweise in unmittelbarer Nähe zur deutschen Grenze das Kurhaus Schärding, Kneipp- und Gesundheitszentrum Barmherzige Brüder als „Ruheinsel am Inn“ die Schwerpunkte TCM, Kneipp und Ayurveda. Zielgruppe sind hier 100 % individuell reisenden Privatgäste, es existieren keine Verträge mit Sozialversicherungsträgern oder Reiseveranstaltern. Wir sind ein „Haus der Begegnung“, in dem Abschied nehmen und Wiederkehren als Stammgast integrierter Bestandteil ist.“ erläutert Direktor Harald Schopf. 

Fazit 

Zu
unserer Ausgangsspur, dem Forbes-Ranking, erklärt das renommierte Branchenblatt seine Österreich-Wahl mit folgenden Worten: "Elegante Architektur, klassische Musik, Straßenbahnen, die funktionieren. Wien bietet die weltweit beste Lebensqualität und die Privatkliniken sind weltklasse. Salzburg, Graz, Kitzbühel und Umgebung hat denjenigen, die gerne in den Bergen und an der frischen Luft sind, viel zu bieten." Negativ an Österreich sei lediglich, dass die mediterrane Lebenslust fehle. Trotzdem sei das Land die Traumdestination für alle Senioren. Nicht um Urlaub zu machen, sondern um hier zu leben. Forbes erstellte die Hitliste anhand zahlreicher Kriterien. So wurden etwa die Einreisebestimmungen für Senioren, die Qualität der Gesundheitsversorgung, Bürokratie und Steuersystem sowie Klima und Englischkenntnisse der Einheimischen in die Wertung miteinbezogen.*

So neugierig gemacht und sensibilisiert, sind auch wir nach unserer Reise überzeugt, dass Österreich ein äußerst lebens- und liebenswertes Land ist. Für Senioren, die ihr neues Lebensdomizil nach Gesichtspunkten wie Lebensqualität, Sicherheit, vielseitige Freizeitgestaltung, Gesundheitsversorgung und Sprache auswählen, ist Österreich durchaus das Paradies. Gleichwohl, wer hierher übersiedelt, sucht keine Kostenersparnis bei Lebenshaltungskosten oder Immobilienpreisen gegenüber beispielsweise Deutschland oder der Schweiz. Und allen, die mit offenen Augen und Ohren für Neues und Schönes durch die Gassen und Einkaufspassagen der attraktiven Städte gehen, denen wird sich aus unserer Sicht auf den belebten Plätzen sogar ein wenig die mediterrane Lebenslust erschließen.

 

   Text: Petra Lupp / LEBENSDOMIZILE WELTWEIT

Wir danken allen unseren Gesprächspartnern vor Ort für ihre Zeit und die vielen Informationen, die es uns in Kombination mit unseren persönlichen Erlebnissen ermöglicht haben, diese Reisereportage für LEBENSDOMIZILE WELTWEIT zu verfassen. Vielen Dank auch an die Seniorenresidenz Eggenberg, das Kurhotel Vollererhof und an die Stadt Graz für die Bereitstellung der Fotodaten. Danke sagen wir ebenfalls an Statistik Austria für das Datenmaterial sowie an austria.info, die Stadt Wien, die Stadt Linz, die Stadt Salzburg und die Stadt Graz für die Unterstützung bei unseren Recherchen. 

Copyright LEBENSDOMIZILE WELTWEIT 

Alle Inhalte sind urheberrechtlich geschützt! Verwendung aller Inhalte und Fotodaten, auch auszugsweise - und damit die Nutzung für kommerzielle oder redaktionelle Zwecke jedweder Art - nur mit ausdrücklicher, schriftlicher Genehmigung der Urheber.

Erst im Zusammenspiel aller Faktoren, Erlebnisse und Informationen ist es möglich, eine solche Reisereportage fundiert zu erarbeiten und zu veröffentlichen. Mit unserem Wissen zu den Themen Seniorenresidenzen, Wohnen, Leben und Pflege im Ausland für die deutschsprachige Generation50plus halten wir uns stets auf aktuellem Stand. Denn ganz bewusst besuchen wir nach unserer Recherche ausgewählte Länder, um uns vor Ort von der Realität zu überzeugen. Daher bieten wir interessierten Magazinen, Tageszeitungen oder Online-Portalen an, individuelle Berichte und Artikel, wenn gewünscht auch zu Teilgebieten, gegen Gebühr anzufertigen.

Darüber hinaus stehen wir gerne für Vorträge und Interviews zur Verfügung. Anfragen bitte an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!



Fotos: Martin Klug / LEBENSDOMIZILE WELTWEIT

*Quellenangaben: 

heute.at: Oesterreich ist Seniorenparadies

forbes.com: The 10 Best Retirement Havens