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RamblerAuen

 

Dem Reisevirus ein Zuhause geben 50plus Globetrotter erfüllen sich ihre Träume

Reportage von der Abenteuer & Allrad 2016 in Bad Kissingen

 

Über 55.000 Besucher in vier Tagen auf dem ehemaligen Militärgelände im beschaulichen Bad Kissingen, über 2.000 Fahrzeuge auf der Camp Area, dazu 150 akkreditierte Journalisten aus über 100 Medienanstalten und das Redaktionsteam von LEBENSDOMIZILE WELTWEIT mittendrin. Das sind die Fakten zur diesjährigen "Abenteuer & Allrad" vom 26.-29.05.2016, die sich als weltgrößte Off-Road-Messe sieht.

 

InterviewMichaelMartin  AnstehenTicketverkauf  Unimog2

Abenteuer & Allrad Pressesprecher Thomas Schmitt (li.) im Gespräch mit Wüstenspezialist Michael Martin // Großer Andrang beim Einlass // Große Gefühle im Unimog-Cabrio


Jetzt aber zu den Emotionen und Wünschen der Zielgruppe 50plus, denen wir auf unserem erneuten Besuch (nach 2014) auf der Spur waren. In angenehmen Interviews haben wir diese eingefangen, im Bild festgehalten und für Euch niedergeschrieben.

Klar ist, die Messe steht für Outdoor, Schmutz, Abenteuer, Lagerfeuer, Erlebnis, Vorträge, Information und die Erfüllung von (Männer)-Träumen. Und doch ist interessant zu beobachten, dass es keine eindeutige Zielgruppendefinition gibt. So tummeln sich parallel Familien, Männergruppen und Pärchen jeden Alters, nach außen hin sichtbar langjährige Globetrotter und Weltenbummler sowie gleichzeitig der Intellektuelle in Freizeitkleidung über das weitläufige Messegelände. Besonderen Anklang finden Mit- und Selbstfahraktionen unterschiedlichster Hersteller, um die Fahreigenschaften im Gelände live zu erleben.

 

Familien  Impressionen2  Schlammfahrt

Bunter Familienausflug // Hoch hinaus // Das Probefahren im Gelände kommt sehr gut an

 

Schon in jungen Jahren Prioritäten gesetzt

 

Links neben dem Messeeingang lernen wir auch gleich Silvia (57) und Wolfgang (56) am Füss Mobile Stand kennen. Ihr bunt lackierter 9-Tonner ist weithin sichtbar, Neugierige streuen mit vielen Fragen um dieses und weitere ausgestellte Fahrzeuge herum. Kurzfristig verziehen wir uns ins Innere, um unser Interview in Ruhe führen zu können.

Das Ehepaar hat vor kurzem den Job aufgegeben, wird bis Ende des Jahres das langjährig genutzte Eigenheim verkauft haben und dann geht es los. Nein, sie haben nicht die Gnade der reichen Geburt, wie Wolfgang uns stolz erzählt. Alles was sie heute besitzen, haben sie hart erarbeitet, dafür gespart, Prioritäten gesetzt und schon sehr früh, also in jungen Jahren, ans Alter gedacht. Dass daraus nun ein Allradfahrzeug und eine Langzeitreise ohne festen Wohnsitz werden, daran war damals mit 25 natürlich noch nicht zu denken. Sie haben schon damals fürs Alter vorgesorgt, einen Sohn groß gezogen und waren auch früher schon immer gerne in der Welt unterwegs. Zudem geben sie mit ihrem Eigenheim etwas auf, um sich selbst einen Traum zu erfüllen! Ein Großteil des Hauserlöses fließt daher nun ins neue Mobil bzw. gehen für Lebenshaltungskosten der nächsten Jahre drauf, schließlich sind sie noch keine Rentner. Der andere Teil wird in eine vermietete Eigentumswohnung investiert, die im Alter als Ruhesitz dienen kann.

 

WolfgangSilvia

Silvia und Wolfgang vor ihrem individuell geplanten Füss Mobil

Auch ohne die Gnade der reichen Geburt…

Realistisch wie sympathisch erklären uns Silvia und Wolfgang ihren durchdachten Plan, der ursprünglich vorsah, ab 60 in den Ruhestand zu gehen und zu reisen. Dass es nun ein paar Jahre früher sind, hat sich so ergeben. Der volljährige Sohn hätte die Eltern zwar gerne etwas näher um sich, hat sich jedoch zwischenzeitlich mit den Plänen seiner Eltern abgefunden. Die Reaktionen der Verwandtschaft und im Freundeskreis sind unterschiedlich. Und doch, das eint die beiden: „Wir haben dafür gearbeitet, haben nichts geschenkt bekommen, jetzt sind wir dran.“ Recht haben sie!

So hat Silvia vor 18 Monaten den LKW-Führerschein auf Anhieb bestanden, schließlich möchte sie das Gefährt auch selbst fahren können. Derzeit stehen kleinere Reiseplanungen für Erstlings- und Testfahrten mit ihrem blauen Mobil in Polen und Tschechien auf dem To-do-Zettel. Darüber hinaus recherchiert Wolfgang akribisch alle Details rund um Wohnmobil- und (Auslands-) Krankenversicherungen. Ab Februar 2017 geht es dann durch Spanien nach Marokko. Sie freuen sich aufs entspannte Reisen und aufs Wandern. 2017 steht dann noch die Verschiffung nach Südafrika an.

Auf unsere Frage, warum sie gerade mit Füss Mobile ihr individuelles Traummobil realisiert haben, kam die klare Antwort, dass die Nähe zum eigenen Wohnort ausschlaggebend war. Schließlich wollte Wolfgang den Baufortschritt der selbst geplanten Innenkabine - mit extra großem Bad - mitverfolgen und sein Fahrzeug auch von innen kennenlernen. Rund ein Jahr Vorlaufzeit haben sie sich gegönnt, nun sind im 7-Meter-Mobil noch letzte Restarbeiten zu erledigen. Reisen verbinden und so hätten wir vier selbstverständlich noch viel zu erzählen gehabt. Und doch verabschieden wir uns mit den besten Wünschen für allzeit gute Fahrt sowie der Gewissheit, uns sicherlich irgendwo in der Welt erneut zu treffen und unsere Erfahrungen dann aktuell und mit viel Leidenschaft auszutauschen.

 

blissMobilMarleen  blissMobilHeckgarage  Unimog

Marleen mit Weltkarte // bliss mobil Heckgarage // Unimog: Männerträume


Deutscher Markt interessant für ausländische Anbieter

 

Bemerkenswert ist, dass insbesondere ausländische Anbieter den deutschen Markt entdecken und erobern. So erzählt uns Marleen Hoex, General Management beim niederländischen Hersteller bliss mobil, dass ein Heimatmarkt eigentlich nicht vorhanden ist; der Hauptmarkt existiert definitiv in Deutschland und der Schweiz. Sicherlich tragen hier Geld- und Zinspolitik gnadenlos dazu bei, dass gespartes oder über Lebensversicherungen ausgezahltes Geld in mobile Sachwerte investiert wird.

Seit fünf Jahren im Geschäft, sind einige der produzierten Fahrzeuge derzeit erstmal auf Probereise, bevor es für Kunde und Fahrzeug in die „große weite Welt“ geht. Das hat sich bewährt, zudem fliegt ein bliss mobil Außendienstler sozusagen rund um den Globus, wenn etwas am Aufbau wackelt oder kontrolliert in der Garantiezeit die Wohnkabine. Die Kunden sind oftmals privilegiert, neben dem bliss mobil auch noch Haus oder Wohnung zu besitzen. Gekauft wird überwiegend von Paaren, Mitte 40 oder älter, die in der Vergangenheit viel gearbeitet und ebenso gut Geld verdient haben und es sich nun leisten können, auf diese Art und Weise die Welt zu bereisen. Die Aufbauten bei bliss mobil sind unabhängig vom LKW, das vorkonstruierte Einstiegsmodell der 11“- Aufsatzkabine ist ab 130.000 Euro bei einer Lieferzeit von 6-8 Monaten zu haben. Insgesamt 30 Mitarbeiter produzieren in Team-Arbeit bei einer Maximalkapazität von 20-24 Stück pro Jahr. Auch Marleen ist weitgereist, wie wir an der in der Rundsitzgruppe hängenden Weltkarte entdecken, im Sommer geht es dann für zwei Monate nach Australien, auch, um das dort gegründete zweite Produktions-Unternehmen zu besuchen.

 

BettAustralien  AustralienInnen  AustralienAuen

Traytek Tailgaiter Bett // Sitzgruppe und Stauraum // Außenansicht Pop-Top geöffnet

Bei den Pickup-Kabinen entdecken wir den australischen Hersteller trayon campers mit Vertriebssitz in der Schweiz. Zusammenklappen und Falten ist das Prinzip des Modells Traytek Tailgater mit sogenanntem „Pop-Top“ Aufstelldach und absenkbarem Rückenteil sowie einem aufstellbarem Klappbett als Queens-Size-Bett längs zur Fahrtrichtung. So entstehen Steh- und Schlafhöhe, mal sind Sitzgruppe und Stauraum, mal das Bett nutzbar. Eine faltbare Dusche und die portable chemische Toilette komplettieren die Ausstattung.

 

RamblerInnen  RamblerSchusssicheresBad  GMRodolfoGomes

Innenansicht Rambler // Bad als Panic Room // GM Rodolfo Gomes mit Test-Einschusslöchern 

Aus Großbritannien nach Bad Kissingen angereist, bietet das in London ansässige Unternehmen Rambler 4x4 Limited die für Verschiffungen konzipierte, containerfähige „Luxury Survival“ Version auf Mitsubishi Fuso 4x4 an. Echte Eyecatcher sind die nach oben zu öffnende Tür, vier Kameras rund ums Fahrzeug, das Bad, das aufgrund der schusssicheren Wände wie ein Panic-Room genutzt werden kann, sowie das aufstellbare Dach. Ein Anti-Staub-System schützt den Innenraum bei Pistenfahrten, ein Panic-Button verschließt in Gefahrensituationen mit einem Drücken alle Türen und Öffnungen. Vor einem Jahr gegründet, produziert Rambler in Polen, die Basisversion ist ab 180.000 Euro lieferbar.

 

FaszinationJeep  Schlammschlacht  Mittagszeit

Mitfahren, Zuschauen oder Selbstfahren - alles gefällt // Volles Haus bei den Verpflegungsstationen

 

2017 Wiedersehen im Juni

Die Messe bietet vier Tage lang für jeden Geldbeutel und Geschmack, vom Dachzelt bis zum Luxusmobil, einfach alles für 4x4- und Abenteuerfreunde. Man trifft sich, informiert sich, probiert aus, kauft Zubehör und genießt den Messebesuch. Wer noch etwas mehr erleben bzw. mit Gleichgesinnten ein paar Tage verbringen möchte, quartiert sich auf der Camp Area in Bad Kissingen ein.

Und für alle, die jetzt Lust bekommen haben, schon frühzeitig ihre Träume und Sehnsüchte mit Leben zu füllen: Die nächste Abenteuer & Allrad findet vom 15.-18. Juni 2017, natürlich wieder in Bad Kissingen, statt.

Mehr Infos unter www.abenteuer-allrad.de

 

 

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Text: Petra Lupp / LEBENSDOMIZILE WELTWEIT 

Fotos: Martin Klug / LEBENSDOMIZILE WELTWEIT