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Rentnervisum für Florida bleibt weiter Wunschtraum

on Montag, 27 April 2015. Posted in Lebensdomizile weltweit - Blog

Legale Tipps, um im Sonnenstaat Florida zu leben

DelrayBeachIntercoastalHousesAls Florida-Experten sind sie auch dieses Jahr on Tour: in Stuttgart, München, Frankfurt, Berlin und Düsseldorf.

Petra Lupp hat Dr. Jürgen Hartwich der International Business Organization mit Sitz in Cape Coral/Florida und Steuerberater Gerhard Weinmann für LEBENSDOMIZILE WELTWEIT in Frankfurt zum Interview getroffen. Die Fachleute gaben dabei interessante wie hilfreiche Antworten zu Visa, Greencard, Unternehmensgründung, Immobilienmarkt und Steuern. 

FloridaExpertenInterview
Gerhard Weinmann, Dr. Jürgen Hartwich (v.l.) 

Ergänzend zur Florida-Reise Ende 2014 kam die Informationsveranstaltung der Florida-Experten gerade recht. Waren doch noch einige Fragezeichen offen, die wir nachfolgend für unsere Leser gerne klären.

LW: Die Greencard – der Wunschtraum vieler USA-Fans. Lohnt sich die jährliche Teilnahme an der Lotterie und was ist zu beachten?

Dr. Hartwich: Für alle, die wirklich nach Amerika wollen, lohnt sich die Teilnahme auf jeden Fall. Zugegeben, manch USA-Fan probiert es jedes Jahr aufs Neue, bei anderen klappt der Gewinn bereits nach zwei oder drei Jahren. Es ist eben eine Lotterie. Eine empfehlenswerte, unterstützende Plattform ist hierbei www.americandream.de 

Für die Teilnahme gibt es außer der Voraussetzung von 12 Jahren Schulbildung bzw. 10 Jahren Schulbildung und einer nachgewiesenen zweijährigen Ausbildung keine weiteren Vorschriften.

Jährlich werden 55.000 Greencards ausgegeben, jedoch 90.000 Lose gezogen. Man muss also schnell antworten, wenn man gezogen wurde.

LW: Wie geht es dann weiter?

Dr. Hartwich: Es gibt eine ärztliche Befragung und ein Interview, zudem gibt es Fristen zu beachten, d.h. innerhalb von sechs Monaten sollte der Gewinner in die USA einreisen bzw. übersiedeln. Ein Antrag auf Verlängerung der Einreisefrist ist möglich, beispielsweise für alle, die vorher noch ihre Immobilie verkaufen möchten oder familiäre Dinge zu klären haben. Hier ist es ratsam, einen kompetenten Partner an der Seite zu wissen, um keine groben Fehler zu machen.

Übrigens, es gibt kein Nachrücken, gewonnene Greencards, die nicht angenommen werden, sind auch für alle anderen verloren. Wer sich daher zur Lotterie anmeldet, sollte sich der Konsequenzen bewusst sein.

LW: Das wäre natürlich nur fair allen anderen gegenüber. Da stimme ich Ihnen zu. Und wie funktioniert nun die doppelte Staatsbürgerschaft?

Dr. Hartwich: Greencardbesitzer haben die Möglichkeit, die doppelte Staatsbürgerschaft zu erhalten. Hierzu muss ein Antrag beim Bundesverwaltungsamt in Deutschland gestellt werden. Doch auch hierbei sind erneut Fragen nach dem Warum zu beantworten. Wie überall gilt es die Reihenfolge zu beachten.

Aus einem Fragebogen zur Einbürgerung mit 100 Fragen werden zum Stichtag dann 10 Fragen gestellt, von denen mindestens sechs richtig beantwortet werden müssen.

Unser Tipp: Den deutschen Pass auf jeden Fall behalten!

LW: Was ist die Alternative zur Greencard bzw. welches Visum kommt für wen in Frage?

Dr. Hartwich: Für das E2-Visum, dem sogenannten Investorenvisum, wird eine Investitionssumme von mindestens 80.000 US-Dollar erwartet. Um jedoch ein Investorenvisum zu erhalten, müssen detaillierte Businesspläne vorgelegt werden, die entsprechend auf Gewinnerzielungsabsicht und Machbarkeit geprüft werden.

Bei diesen Formalitäten sind wir mit IBO gerne unterstützend tätig, da wir uns seit vielen Jahren genau hierauf spezialisiert haben und aus eigener Erfahrung sprechen. Sprachkenntnisse sind übrigens nicht vorgeschrieben und deutsche Tugenden werden gerade in den USA sehr geschätzt. Jedoch, als Antragsteller sollte man die von uns zusammengestellten Inhalte des Businessplans (immerhin mit einem Umfang von mindestens 20 Seiten) also schon kennen, um entsprechend detailliert Auskunft geben zu können.

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er nachweislich zusätzlich zur natürlich nach oben offenen Investitionssumme auch Arbeitsplätze schafft, hat gute Chancen auf eine Verlängerung des erteilten E2-Visum, das für 2-5 Jahre genehmigt werden kann. Zu berücksichtigen ist jedoch, dass dieses Visum immer mit dem in den USA gegründeten Unternehmen verbunden ist. Wer aus dem Unternehmen aussteigt bzw. sein Unternehmen abmeldet, verliert die Aufenthaltsgenehmigung.

LW: Wie sieht es mit Ehepaaren und Familien aus?

Dr. Hartwich:
Bei Ehepaaren sollte vorab geklärt werden, auf wen das Unternehmen angemeldet wird und wer daher das E-Visum beantragt, da der andere sofort eine uneingeschränkte Arbeitserlaubnis erhält. Ein großer Vorteil, um gemeinsam für den Lebensunterhalt während des parallel stattfindenden Firmenneuaufbaus zu sorgen.

LW: Das klingt interessant. Man könnte sich also einige Immobilien kaufen und diese vermieten, dafür das E-Visum beantragen und somit in der Sonne Floridas leben?

Dr. Hartwich: Das ist natürlich möglich, gerade neue Häuser mit höheren Baustandards lassen sich sehr gut vermieten. Wir sprechen hier in Cape Coral je nach Lage über eine Auslastung von 40-45 Wochen pro Jahr! Pro Haus, klassisch mit 3 Schlafzimmern, zwei Bädern, rund 250 Quadratmetern Wohnfläche, jedoch ohne Grundstück, kann man mit einem Kaufpreis von 250.000-300.000 US-Dollar rechnen.

Die Kosten inklusive Grundsteuer betragen dann monatlich zwischen 1.000 und 1.500 US- Dollar, die wochenweise Vermietung kann je nach Ausstattung bis zu 1.200 US-Dollar, zuzüglich Endreinigung und Steuer, einbringen.

Die Preise für Langzeitvermietungen sind niedriger, Neubauten sind für rund 2.500-3000 US- Dollar, ältere Häuser mit Pool für 1.800 US-Dollar, ohne Pool für 1.200 US-Dollar, monatlich mietbar.

LW: Gibt es gravierende Unterschiede bei der Städtewahl an der Küste?

Dr. Hartwich: In Naples sind die Immobilien insgesamt teurer, das Durchschnittsalter der Einwohner liegt hier bei 60 Jahren. In Cape Coral mit derzeit rund 165.000 Einwohnern hingegen wurde ein Durchschnittsalter von 41 Jahren errechnet und die Immobilien sind im Vergleich günstiger.

LW: Womit wir bei den Einnahmen und der Steuerbelastung wären? Was gibt es hier zu berücksichtigen?

Gerhard Weinmann: Nur wegen einer Steuerersparnis kommt man nicht nach Florida, wenngleich es durchaus Steuervorteile geben kann. Wer sich länger als 183 Tage in den USA aufhält, ist mit allen Einkommensarten auch dort steuerpflichtig. Einkommenssteuer, wie wir sie in Deutschland kennen, gibt es allerdings nicht.

Immobilienbesitzer versteuern jährlich dafür 2% vom Marktwert der Immobilie. Dieser Wert wird jährlich von einem staatlichen Schätzer angesetzt, jedoch werden für den Steuerwert rund 25% vom aktuellen Marktwert abgezogen, der dennoch jährlich variieren kann. Von diesen Einnahmen werden die Kosten für Schulen, Polizei und Feuerwehr etc. beglichen. Der Steuerbescheid ergeht immer im November, wer gleich zahlt, kann bis zu 4% der Gesamtsumme sparen.

LW: Das Rentnervisum für Florida ist immer wieder im Gespräch und wäre verständlicherweise heiß begehrt. Wie ist der Stand der Dinge?

Dr. Hartwich: Nach wie vor gibt es kein Rentnervisum und wie es scheint, wird es in absehbarer Zeit auch keines geben. Um länger in Florida bleiben zu dürfen, bietet sich daher das B1/B2-Visum an, das für Aufenthalte bis zu sechs Monaten vergeben wird. Die Ein- und Ausreise ist in dieser Zeit immer möglich.

LW: Vielen herzlichen Dank für das informative Gespräch und für Ihren Hinweis auf die Unterlagen „Discover Florida“ und „Immobilien in Südwestflorida“, die Sie Ihrer Zielgruppe gerne zur Verfügung stellen! Ihnen weiterhin alles Gute und viel Erfolg!

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