header about-us-n

Kur im Ausland? Vier Fragen - vier Antworten!

on Freitag, 17 Mai 2013. Posted in Lebensdomizile weltweit - Blog

KurMarienbadFrühjahr und Herbst sind die Hochsaisonzeiten in zahlreichen Kurstädten. Sich verwöhnen lassen, endlich etwas Gutes für die eigene Gesundheit und das Wohlbefinden tun. Kleine und größere Wehwehchen behandeln lassen, indem man einige Tage oder Wochen Massagen, Bäder, Trinkkuren und die anschließende Ruhe wirken lässt. 

Doch Preis und Leistung unterscheiden sich. Denn wer die Wahl hat, hat die Qual. So konkurrieren Kurstädte in Deutschland zunehmend mit günstigeren Angeboten im Ausland. Vielfach finden sich Pauschalangebote inklusive Bustransfers nach Polen, in die Tschechische Republik oder in die Slowakei. 

Einige Kurgäste nutzen als Selbstzahler diese Gelegenheit durchaus mehrmals im Jahr. Geselligkeit, „man kennt sich“, die Vertrautheit von Kuranlagen und Personal und natürlich das attraktive Preis-/Leistungsverhältnis sind wichtige Argumente in der Entscheidungsfindung. 

Doch was ist zu beachten, wenn die Kur im Ausland über die Krankenkasse abgerechnet werden soll? Denn wenn es medizinisch notwendig ist, können Versicherte eine Kur zur Erhaltung ihrer Gesundheit und Leistungsfähigkeit in Anspruch nehmen.


Wie beantrage ich eine Kur?

Eine ambulante Vorsorgemaßnahme, auch ambulante Badekur genannt, muss vor Reiseantritt schriftlich bei der Krankenkasse beantragt werden. Der Hausarzt (Facharzt oder Betriebsarzt) füllt dazu im ersten Schritt zunächst ein „Einleitungsformular“ aus, das sogenannte „Muster 60“: Einleitung von Leistungen zur Rehabilitation oder alternativen Angeboten. 

Die Krankenkasse übersendet daraufhin einen Antrag, den Arzt und Antragsteller (= Patient) ausfüllen müssen. Sodann werden von der Krankenkasse die medizinischen Voraussetzungen geprüft. 

Wie lange darf eine Kur dauern?

Bei positiver Entscheidung wird eine Kur für maximal 21 Tage/Jahr gewährt. Es ist möglich, weniger oder mehr Kurtage zu verbringen. Sind es weniger Tage, verfallen diese jedoch ersatzlos bis zum nächsten Beantragungszeitpunkt. Dieser ist frühestens drei Jahre nach Ende der Kur. Mehrtage müssen selbst bezahlt werden. 

Eine Kur kann grundsätzlich nach vier Jahren, ambulante Kuren nach drei Jahren wiederholt werden. Wenn es medizinisch notwendig ist, kann auch länger behandelt oder schon vor Ablauf der drei bzw. vier Jahre eine weitere Maßnahme in Anspruch genommen werden. 

Kann ich den Kurort selbst wählen?

Jeder EU-Bürger darf sich in den übrigen EU-Mitgliedstaaten behandeln lassen. Der Hausarzt empfiehlt in der Regel einen geeigneten, anerkannten Kurort. Auch die Krankenkasse informiert über geeignete Kurorte. Ausländische Kurorte müssen ebenfalls anerkannt sein. Eine Übersicht bietet z.B. das Europäische Heilbäderportal www.visitspas.de

Ist der Kurort vom Patienten gewählt, stellt die Krankenkasse einen sogenannten „Kurarztschein“ aus. Termin und Unterkunft bestimmt der Patient selbst. Im Kurort angekommen, stellt der Kurarzt einen Behandlungsplan auf. 

Zahlt meine Krankenkasse den Aufenthalt im Ausland?

N
ach Genehmigung durch die Krankenkasse übernimmt diese die Kosten der ärztlichen Behandlungen. Die Kur- bzw. Heilmittel werden i.d.R. bis auf eine individuelle Zuzahlung von 10% erstattet. Darüber hinaus kann die Krankenkasse einen pauschalen Zuschuss für Unterkunft, Verpflegung und Fahrtkosten zahlen. Der Eigenanteil beträgt sowohl bei stationären als auch ambulanten Kuren immer € 10,-/Tag. 

Bei einer Kur im Ausland tritt der Versicherte zunächst mit den Kosten in Vorlage und reicht Rechnung und Quittungen der in Anspruch genommenen Heilmittel anschließend bei seiner Krankenkasse ein. Der Erstattungsanspruch richte sich nach den deutschen Sätzen, d.h. sind die Heilmittel im Ausland teurer als die deutschen Sätze, werden nur die deutschen Sätze bezahlt. Sind die Heilmittel im Ausland preiswerter, werden nur die tatsächlich vorausbezahlten Kosten erstattet.

Die Krankenkassen haben unterschiedliche Erstattungs- bzw. Zuschussregelungen. Es empfiehlt sich, vor dem Kurantrag mit der persönlichen Krankenkasse Kontakt aufzunehmen.

Falls die Krankenkasse keinen Zuschuss zur Kur bewilligt, können die Kosten der Kur in der individuellen Lohn- und Einkommensteuer als außergewöhnliche Belastung geltend gemacht werden.

Quelle:  IKK Südwest 
www.ikk-suedwest.de 

Gesetzliche Regelungen finden sich im Sozialgesetzbuch: SGB V § 23 „Medizinische Vorsorgeleistungen“  https://www.sozialgesetzbuch-sgb.de/sgbv/23.html 

Erste Eindrücke und Informationen zum Kuraufenthalt im Ausland vermittelt am Beispiel Tschechiens die LEBENSDOMIZILE WELTWEIT-Reisereportage „Wohlfühlen und Genießen im Nachbarland“ https://www.lebensdomizile.com/de/presse-fuer-verbraucher/reisereportagen/tschechien.html

Eine Auswahl von Kurhotels im Ausland, die sich auch auf deutschsprechende Gäste ausgerichtet haben, finden Sie unter

https://www.lebensdomizile.com/de/lebensdomizile/kurhotel.html

 

Rating

4.4/5 rating (144 votes)