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Checkliste Überwintern in der Sonne - 12 nützliche Tipps für die Organisation

on Donnerstag, 17 Oktober 2013. Posted in Lebensdomizile weltweit - Blog

ChecklisteDie Grundsatzentscheidung „Überwintern“ ist gefallen, nun geht es an die Detailplanung. Mit unserem Blogthema greifen wir diesmal die wichtigsten Themen für eine optimale Vorbereitung auf. 

Von Zeit- und Tourenplanung über die „Arbeiten“ zu Hause – wer intelligent und vorausschauend agiert, spart insgesamt Kosten, Zeit und im Zweifel auch Unannehmlichkeiten.


1.  Wohin, wann und wie lange?

Wohin soll es gehen? Kurze Flugzeit oder direkte Anfahrt, soll es richtig warm sein oder reichen auch 19 Grad Tagestemperatur? Welche Interesse werden verfolgt: Faulenzen und entspannen, dem Hobby nachgehen oder ist der Fokus: Länder, Menschen, Abenteuer? Aus all den Puzzleteilchen von Vorlieben und Wünschen kristallisiert sich das bevorzugte Reiseziel heraus.

Wann? Überwintern ist ein dehnbarer Begriff – somit definiert jeder „dem Winter entfliehen“ anders. Egal, ob bereits vor den ersten Herbstnebeln die Koffer gepackt sind oder erst kurz vor Weihnachten. Manch Familienmensch bevorzugt das Fliehen erst nach Weihnachten, wenn die Familienfeiern vorbei sind. Singles oder Ruhesuchende hingegen sind gerne „über die Feiertage“ weg und genießen Ruhe, Strand oder Hobby anstelle von Weihnachtsbaum und Spekulatius.

Wie lange? Die Dauer für das selbstgewählte Überwintern orientiert sich stark an den vorhandenen, persönlichen Zeitfenstern. Rentner, Pensionäre oder Privatiers teilen sich Zeit und Dauer selbst ein und können darüber frei verfügen. Einige Selbstständige sind je nach Projekten oder Betätigungsfeld ebenfalls freier darin, ihren Zeitrahmen zu stecken. Vollberufstätige hingegen sind eher an vielfältig beeinflusste Urlaubsplanungen gebunden und damit zeitlich am unflexibelsten.

2.  Zeitplanung

Wie wichtig und sinnvoll eine frühzeitige Zeitplanung ist, zeigt sich in den zu tätigenden Aufgaben. Selbstverständlich ist für eine dreiwöchige Reise „all inclusive“ mit Hotelresort und Charterflug weniger Aufwand nötig als für eine dreimonatige, selbstorganisierte Tour durch mehrere Länder. 

Grundsätzlich gilt: Termine, die wie manch Arztbesuch eine lange Vorlaufzeit benötigen, sollten rechtzeitig vereinbart werden, um kurz vor der Abreise nicht in Zeitnot zu geraten. Dies sollte man mit Vorababsprachen auch bei der Wahl der Betreuungspersonen für minderjährige Kinder oder Haustiere berücksichtigen. 

Auch wer ein Apartment oder ein Haus zum Überwintern mieten möchte, sollte mindestens zwei bis drei Monate vorher Preise und Leistungen vergleichen, erfahrungsgemäß sind die besten Sahneschnittchen am schnellsten weg. Das gleiche gilt für Flugpreise – wer rechtzeitig bucht und flexibel im Termin ist, kann bereits hier bares Geld sparen. 

3.  Routenplanung 

Tourismusinformationen, der ADAC sowie Unmengen an Reiseliteratur in Print- oder Online-Versionen stehen zur Verfügung. Wer eine Wohnmobiltour plant, hat sein Bett immer dabei – wer Apartmenthopping machen möchte, sollte sich frühzeitig um geeignete und verfügbare Domizile kümmern. 

Sollte eine eigene Immobilie als Überwinterquartier dienen, kennt man Gegebenheiten, Nachbarschaft und Aktivitäten im Umfeld – hier bedeutet Überwintern gleich Heimkommen! 

Menschen mit Spaß am Routen austüfteln und Touren organisieren, werden sich mit Freude daran machen, die perfekte Reise in mühevoller Kleinarbeit aufs Papier zu bringen. Sinnvoll ist es, auch mal Tage für „Freizeit“ zu blocken, immerhin gibt es vor Ort sicherlich auch Unvorhersehbares und Interessantes zu entdecken. 

Bei Autoanreisen oder Länder-Rundfahrten kann es sinnvoll sein, entweder die Kosten für Mautgebühren einzukalkulieren oder mautfreie Umgehungsstraßen einzuplanen. Die grüne Versicherungskarte und in manchen Ländern der Internationale Führerschein sowie Warnwesten sind mitzuführen. Wer das Glück hat, mit einem Oldtimer unterwegs sein zu dürfen, hat sicherlich auch gleich die Anschriften von „Vertragswerkstätten“ im Handschuhfach. 

Wichtig ist, alle Wünsche und Bedürfnisse der Reiseteilnehmer mit in die Agenda aufzunehmen sowie bei der Routenplanung zu berücksichtigen und abzuarbeiten. Schließlich geht es hier um mehrere Monate in einem möglicherweise fremden Land. Wenn Kinder oder Enkel in den Ferien zu Besuch kommen, ist dies ebenfalls mit einzuplanen – bei den Kosten, beim Sightseeing-Programm wie bei der Unterkunft. 

Wer das Leben vor Ort mit Einheimischen und/oder Auswanderern aktiv genießen und erleben möchte, kann sich vorab über deutschsprachige Stammtische oder in deutschsprachigen Magazinen und Foren entsprechend über Veranstaltungen und Aktivitäten informieren. 

4.  Kosten einsparen

Genaues Hinschauen und Nachrechnen spart unnötige Kosten. Nicht nur bei der Reise selbst kann man Geld einsparen, auch die Heizung auf Sparflamme, das Ausschalten von Kühlschrank und Standby-Geräten oder das Abbestellen der Abolieferung von TV-Zeitschrift und Lifestyle-Magazin lässt die Fix-Kosten daheim schrumpfen. Ab zwei bis drei Monaten Aufenthalt lohnt es sich bereits, das Auto still zu legen. Die Ersparnis von KFZ-Versicherung und -Steuer sind größer als die Kosten für Stilllegen und Wiederanmeldung. Achtung: Bei der KFZ-Versicherung sollte für diesen Zeitraum ein Diebstahlschutz eingeschlossen sein. 

5.  Finanzen & Versicherungen

Onlinebanking vereinfacht das Leben unterwegs – Internetanschluss und TAN-Generator vorausgesetzt. Lastschriften und Daueraufträge prüft man im Vorfeld, Rechnungsversand per Post kann auf Email umgestellt werden. Vor Abreise sollte gewährleistet sein, dass das Konto über die Dauer der Reise gedeckt oder ein ausreichender Geldeingang garantiert ist. Hilfreich ist, Kreditkartenrahmen, EC-Karten-Auslandslimit und die Laufzeiten zu überprüfen. 

6.  Haussitter & Sicherheit

Wer befreit den überquellenden Briefkasten und sortiert die Post? Damit die Blumen auch nach der Reise noch grün sind, sollte sich eine Vertrauensperson als Haussitter kümmern. Eine Postvollmacht für Einschreiben oder Päckchen verhindert unliebsame Überraschungen oder Rücksendungen. Ebenso hilfreich für unbewohnte Häuser oder Wohnungen sind Zeitschaltuhren für Beleuchtung und Rollläden. Sinnvoll ist, den Anrufbeantworter auszuschalten oder die Telefonate aufs Mobiltelefon umzuleiten, wenngleich dies extra kostet. Der Haussitter sollte für den Fall der Fälle alle wichtigen Telefonnummern und Ansprechpartner kennen, um schnell reagieren zu können! 

7.  Gesundheit & Medikamente

Wer frühzeitig wichtige Arztbesuche plant, ist hier auf der sicheren Seite und errechnet natürlich auch den Bedarf an täglich benötigten Medikamenten zum Mitnehmen. Die klassische Reiseapotheke gehört selbstverständlich mit ins Gepäck, dies gilt ebenso für Ersatzbrille und Impfpass. 

Stiftung Warentest / Auslandsreise-Krankenversicherungen https://www.test.de/Auslandsreise-Krankenversicherung-Jahresvertraege-fuer-Urlaubsreisen-4540559-0/ 

8.  Wertsachen

Eine größere Auswahl an wertvollen Uhren oder Schmuck gehören nicht bei Jedem automatisch mit ins Reisegepäck. Sicherer ist es, für das Überwintern nicht unbedingt benötigte Wertsachen zuhause im Tresor oder alternativ im Bankschließfach aufzubewahren. 

Kopien von Reisedokumenten sowie Reisepass, Kreditkarten und Führerschein helfen bei Totalverlust bei der Erstellung von Ersatzdokumenten. Sinnvoll ist, ein Exemplar mitzunehmen oder als PDF im Mailpostfach zu speichern sowie ein Exemplar der Vertrauensperson auszuhändigen.

9.  Multimedia an Bord

Zahlreiche Ladekabel für Smartphone, Laptop, Tablet-PC, Fotoapparat, Rasierer oder elektrische Zahnbürsten sind mittlerweile notwendig, um die Gerätschaften am Laufen zu halten. Gesammelt in einer Tasche ist am ehesten gewährleistet, dass man alle Kabel auch zusammen hat. Feste Plätze in Koffer oder Tasche für alle Multimedia-Geräte garantieren Übersicht und die Gewissheit, bei Hotel- oder Standortwechsel auch wirklich alles eingepackt zu haben. 

10.  Letzte Vorbereitungen - der Countdown läuft 

Alle Arzttermine erledigt, Vollmachten geschrieben, Haussitter weiß Bescheid? Wohnmobilisten checken ihr Gefährt und füllen Kühlschrank und Vorratsschrank. Die Post nochmals durchschauen, ob Zeitschriften-Abos während der Abwesenheit nachgesendet oder abbestellt werden sollen. Sind alle Bestätigungen für Hotel oder Apartment, Flüge oder Mietwagen in der Dokumententasche gesammelt? Sind die Reiseroute fertig, das Kartenmaterial sortiert und der Sprachführer parat? Sind EC-, Kreditkarte und Krankenkassenkarte gültig und vorhanden? Führerschein und Reisepass griffbereit? 

11.  Koffer packen

Je nach Dauer und Art der Reise bzw. Witterung im Zielland stellt das Kofferpacken eine besondere Herausforderung dar. Unser Tipp: Ein paar Tage vor der Abreise schon mal in den Schrank schauen, vorsortieren und auch das Winterwetter im Heimatland berücksichtigen. „Zwiebel-Look“ passt immer. Lektüre für die Reise oder die Zeit vor Ort ebenfalls mitnehmen – außer man ist der Landessprache mächtig und kann so im Zielland Nachschub besorgen.

12.  Sonderfall Selbstständige

Selbstständige, die sich ihre Zeit und/oder ihre Projekte einteilen können, sind privilegiert, mit ein klein wenig mehr Organisation ihren Arbeitsplatz an einen schönen Überwinter-Ort zu verlegen. Laptop, Internetverbindung, Smartphone sowie Drucker und Datenfestplatte sind schnell eingepackt – die Kommunikation findet per Email und Skype statt. Bankgeschäfte erledigt man online. Das stillgelegte Firmen-KFZ verursacht bei einer 1 % Versteuerung ebenfalls keine weiteren Kosten, Leasingraten laufen natürlich weiter!

Wer seine Kunden vorab über den zeitweisen Standortwechsel und die gleichzeitig gewährleistete Erreichbarkeit informiert, wird erstaunt sein, wie relaxt und anerkennend dies wahrgenommen wird. Wichtig ist für viele Kunden letztlich, dass die Arbeiten fristgerecht erledigt werden, ob nun vom Homeoffice oder aus dem Ausland ist dabei zweitrangig.

Hier gilt es eher, den persönlichen, inneren Schweinehund zu überwinden und das Überwintern einfach endlich auszuprobieren! 

Sinnvolle Projekte und/oder ehrenamtliches Engagement

Selbstverständlich kann ein Überwintern auch gleichzeitig z.B. eine Yoga-Auszeit, ein Sabbatical oder ein Auslands-Aufenthalt mit ehrenamtlichem Engagement sein.

Doch unabhängig von Ziel und Zweck, jeder, der sich bewusst entscheidet, aus dem Alltagstrott auszubrechen, um die Zeit anders zu nutzen, wird erkennen, wie wertvoll dieses Umdenken und das bewusste Erleben für das persönliche Wohlbefinden sind.

 

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