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Reisereportage Südosteuropa (Mai-August 2015)

Bulgarien, Ungarn oder Albanien – wird Südosteuropa das „neue“ Spanien für Best Ager?

Das Redaktions-Team von LEBENSDOMIZILE WELTWEIT war für Sie drei Monate in Südosteuropa unterwegs. Ab Anfang November erscheint hier die ausführliche Reisereportage, wie gewohnt mit authentischen Interviews, Tipps zu Ländern, Leuten und Lebensqualität sowie Informationen über Seniorendomizile.

Die Route führte zwischen Mai und Anfang August über Österreich nach Slowenien, Kroatien, Montenegro, Albanien, Mazedonien, Griechenland, Bulgarien, Moldawien, Rumänien und Ungarn.

Interessante Fakten zu unserer dreimonatigen Südosteuropatour:

  • 90 Tage (Zeitraum: Mai-August)

  • 14 Quadratmeter zum Leben, Arbeiten und Reisen

  • 2 Personen

  • 13.000 Kilometer

  • 19 Grenzübergänge

  • 66 verschiedene Stell- und Campingplätze

  • 38,5 Grad Hitzerekord in der Puszta, Ungarn

  • 2 Grad Kälterekord, Zabljak, Montenegro

  • Südlichster Punkt: Vathia/Peloponnes

  • Östlichster Punkt: Donaudelta, Rumänien

  • Nördlichster Punkt: Tokaj, Ungarn


Inhaltsverzeichnis

Langzeittest HYMER ML-T 580

Wer kennt Slowenien?

Durchgangsländer Kroatien und Bosnien-Herzegowina

 

Geheimtipp Montenegro

 

Albanien (folgt)

 

Peloponnes (folgt)

 

Bulgarien (folgt)

 

Rumänien (folgt)

 

Moldawien (folgt)

 

Ungarn (folgt)


Buch-Tipp: Europa mit dem Wohnmobil



Langzeittest HYMER ML-T 580

Mit der Schlüsselübergabe in Bad Waldsee beginnt die Südosteuropatour und gleichzeitig der Langzeittest mit dem uns zur Verfügung gestellten HYMER ML-T 580. Denn dankenswerterweise wurde unsere Tour damit von HYMER Reisemobile unterstützt.

Foto unten links: v.l. Andreas Ortlieb, Marketingleiter HYMER; Petra Lupp und Martin Klug, LEBENSDOMIZILE WELTWEIT.

Schluesseluebergabe  MontenegroSchafe  PeloponnesSonnenaufgang

Schlüsselübergabe in Bad Waldsee // Begegnungen in Montenegro // Mobilität genießen am Meer

 

Ein Blick hinter die Kulissen unseres Langzeittests zeigt, welche Vor- oder auch Nachteile eine Langzeitreise inklusive Leben, Wohnen, Arbeiten und Reisen auf rund 14 Quadratmetern hat. Da muss alles gut organisiert und die Abläufe perfektioniert sein. Manch einer sieht es auch folgendermaßen: Als wir die Innenfotos mit zwei Arbeitsplätzen auf dem Tisch gepostet haben, kommentierte ein facebook-Nutzer treffend: „Da muss man sich schon sehr lieb haben“!
Hinsichtlich der maximalen Zuladung und auch, um die Stauräume noch übersichtlich zu halten, heißt es beim Packen zudem: auf´s „Wesentliche reduzieren“ und das Gewicht im Fahrzeug verteilen.

Der ML-T 580 auf Mercedes-Benz-Basis überzeugt uns mit seinem 3-Liter-Diesel und 140 kW und verfügt somit über eine enorme Power. Bereits der erste Fahrtest in Slowenien besteht der ML-T somit mit Bravour: Es galt, auf dem VRSIC-Pass jeweils rund 800 Höhenmeter auf 21 km erst nach oben und dann wieder runter in insgesamt 40 spitzen Kehren zu überwinden. Die Serpentinen wurden vom wendigen Reisemobil ruhig und kraftvoll gefahren und daher mit Leichtigkeit bewältigt.

Alle 13.000 gefahrenen Kilometer führen übrigens überwiegend über Landstraßen, in einigen Ländern über Serpentinen und somit über zahlreiche überwundene Höhenmeter. Ein Verbrauch von durchschnittlich rund 10 bis 11 Litern Diesel pro 100 km erscheint uns dabei als recht sparsam.

 

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Überraschende Display-Anzeigen // "Tatort" Plitvicer Seen // ...treffen sich zwei ML-T 580

 

Rund 2.500km Fahr-Leistung nach der Übernahme des HYMER Reisemobils erscheint sie das erste Mal: Die Anzeige "AdBlue® nachfüllen" – und das gerade mitten in den Bergen Montenegros, beim Serpentinen hoch und wieder runterfahren! Daher erstmal in der Sprinter-Betriebsanleitung nachgeschaut, was zu tun ist: Die AdBlue® Reichweite ist abhängig von den Betriebs- und Fahrbedingungen und liegt durchschnittlich bei 4.000 bis 5.000km. Die Befüllung und der Fahrzeugbetrieb mit AdBlue® sind für die Einhaltung der Emissionsvorschriften erforderlich.

Der nächste Blick ins Internet: Wo ist die nächstgelegene Mercedes-Werkstatt? Alternativ hilft auch eine Verkaufsstelle/Tankstelle. In Podgorica, der Hauptstadt Montenegros, werden wir fündig. Die verbrauchten 17 Liter werden aufgefüllt und wir können weiterfahren. Wir lernen auch: Bei Nichtbeachtung, so führt die Sprinter-Betriebsanleitung weiter aus, hätte das Motormanagement schlussendlich (nach mehreren Warnungen und einigen hundert Kilometern Reserve) ohne AdBlue® bei einem Motorneustart nur noch Fahren mit maximal 20 km/h zugelassen. Wieder ein alltagstauglicher Test, der bestanden wurde. Während der drei Monate füllen wir dann nochmals in Bulgarien auf. Diesmal ist es einfacher, wir fahren zur Tankstelle und statt der Diesel-Zapfsäule, wird einfach aus dem großen Plastiktank daneben AdBlue® nachgefüllt.

Nette Begegnungen, die definitiv auf den HYMER ML-T 580 zurück zu führen sind, sollten ebenso erwähnt werden. "Tatort": Parkplatz Plitvicer Seen, Kroatien. Kaum haben wir unseren HYMER ML-T 580 geparkt, werden wir umringt von einer neugierig fragenden Reisegruppe aus China. Martin steht ausführlich Rede und Antwort, während die Reisenden begeistert Fotos machen, ins Wageninnere schauen und sichtlich angetan sind. Im Kurort Ptuj, Slowenien, treffen sich zufällig zwei ML-T 580. Sogleich kommt man ins Gespräch und es werden natürlich die Erfahrungswerte ausgetauscht. Das deutsche Ehepaar ist erstmals auf mehrwöchiger Fahrt und sehr zufrieden.

Während der Tour und auf Stellplätzen nehmen wir sogar die ein oder andere Führung durchs Wohnmobil gelassen in Kauf, auf vielfaches Nachfragen posten wir zudem Innenfotos auf Facebook.

 

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Innenansichten: Auf insgesamt 14 Quadratmetern stehen uns Wohnraum, Schlafzimmer, Küche und Bad zur Verfügung. Hinter der Sitzgruppe befindet sich das Bad, auf der linken Seite ist die Küche mit anschließendem Kühlschrank. Hinten befinden sind die Betten und weiterer Stauraum. Der komplett auf einer Ebene durchgehende „Flur“ ist an manchen Stellen etwas eng, manchmal muss man ausweichen, um aneinander vorbei zu kommen. Dies ist natürlich den Außenmaßen von gerademal 2,22 Meter und dem im Inneren kompakt und sinnvoll geplanten Raum geschuldet.

Zwei Personen haben hier ausreichend Platz für ein gemütliches Essen. So halten der Tisch, die Sitzgruppe und der drehbare Fahr- und Beifahrersitz einerseits für Frühstück, Mittag- und Abendessen her, andererseits dienen sie als kompletter Arbeitsplatz für Laptop, Drucker und Unterlagen im mobilen Büro. Wer mit dem ML-T 580 hingegen seinen Urlaub verbringt, wird die Sitze auch als Relax-, Lese- und Fernsehsessel zu schätzen wissen. Die rechts und links oberhalb der Fahrer- und Beifahrertür angebrachten Leseleuchten sind praktisch und zugleich verstellbar.

Bad: Das voll ausgestattete Bad verfügt über Stauraum im Hängeschrank und im Waschbeckenunterschrank sowie einigen Handtuchhaken. Verschiedene Fächer an der Duschwand, die faltbare Duschabtrennung und die vielen Spiegel sowie eine Dachluke komplettieren die Nasszelle. Das Holzbrett in der Dusche muss während des Duschens entfernt werden; leider lassen die Holzstreben an der Unterseite aber auch ansonsten keinen festen Stand in allen Bereichen des Brettes zu und es wackelt.

 

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Schlafzimmer: Die beiden Einzelbetten sind zum Schlafen sehr bequem, einfach über zwei Stufen zu erreichen, jedoch jeweils nur 1,80 m bzw. 1,85 m lang. Wer eine längere Liegefläche benötigt oder den Kuschelfaktor bevorzugt, kann den ML-T alternativ mit Heckbett 200 x 148 cm wählen. Die kleine Matratze zwischen den großen Liegeflächen ist optisch ansprechend, aber aufgrund der untendrunter verlaufenden Holzstreben unbequem. Richtig behaglich wird es natürlich erst mit Kissen und Decken. Die beiden Fenster rechts und links der Liegeflächen und die Dachluke lassen den Schlafbereich großzügig wirken und können bei Bedarf alle verdunkelt oder mit Fliegengitter versehen werden.

Unter beiden Betten befindet sich ein vom Innengang zugänglicher Stauraum, auf einer Seite mit Kleiderstange. Die hinten quer angebrachten Hängeschränke sind auf dem Bett sitzend zugänglich, in die seitlichen Hängeschränke kann im Gang stehend zugegriffen werden. Der zusätzliche Spiegel an der Badaußenseite ist praktisch, um das "Gedränge" im Bad zu vermeiden.

Im hinteren Teil unter den Betten befindet sich die von außen beidseitig zugängliche und durchgängige Heckgarage, die gerade für Vorräte, WoMo-Basiswerkzeug, Campingstühle nebst Tisch oder den Grill ausreichend Platz bietet. Die Höhe erlaubt nur eine Mitnahme von Klappfahrrädern, ein Roller passt ebenfalls leider nicht hinein. Die beidseitig angebrachten großen Türen und das innenliegende Licht ermöglichen eine gute Übersicht und schnellen Zugriff.  

 

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Küche: Die Essenszubereitung erfordert auf engstem Raum etwas Organisationsgeschick und eine perfekte Platzeinteilung. Dies gilt bei der Frühstücksvorbereitung mit Kaffeemaschine, Toaster und Rührei wie auch beim Abendessen, u.a. mit Salat oder dem Gebrauch mehrerer Töpfe und Pfannen. Elektrische Geräte wie Kaffeemaschine oder Toaster können in der Basisversion des Fahrzeugs nur in Betrieb genommen werden, wenn das Wohnmobil an 220V Strom angeschlossen ist.

Die Küche besteht aus einer Spüle und einem Gasherd mit drei Kochzonen, beides jeweils mit Glasplatten abgedeckt, so dass die Flächen auch zum Abstellen bzw. Vorbereiten genutzt werden können. Auf ganzer Breite sind unter der Koch- und Spülzone drei Auszüge angebracht, ein Auszug für Besteck, zwei Auszüge für Geschirr, bzw. Vorräte. Ein kleines Klappbrett an der Stirnseite kann zur Vergrößerung der Arbeitsfläche nach oben geklappt werden. Über der Koch- und Spülzeile befindet sich ebenfalls Stauraum im Hängeschrank, inklusive ausreichender Beleuchtung der Arbeitsfläche.

Rechts schließen sich der mit Gas oder bei Stromzufuhr über Strom betriebene Kühlschrank inklusive Gefrierfach an. Wenngleich der Stauraum auf den ersten Blick klein aussieht, man bekommt sehr gut Kochutensilien für zwei Personen sowie frische Lebensmittel für fünf bis sieben Tage unter. Eigene Frischhalteboxen bieten die Möglichkeit, Müsli, Nudeln oder Reis ordentlich verpackt, vor Beschädigung geschützt und griffbereit im Auszug zu deponieren. Wir bevorzugen einen separaten Mülleimer, ein kleiner Plastikeimer ist jedoch im Unterschrankauszug integriert.

 

217TamareSchotter  271ArbeitsplatzUnterwegs  800LebenunterwegsWaesche

 

Fahreigenschaften: Der ML-T 580 ist mit 6,98 m Länge sehr wendig, hat einen praktischen kleinen Wendekreis und gibt sich mit einer Leistung von 140KW und dem Automatikschaltgetriebe entsprechend kraftvoll. Man fühlt sich auf der Autobahn ebenso wohl wie im Gebirge, übersichtlich ist das Reisemobil zudem beim Einparken wie beim Fahren durch die Stadt.

Gesamthöhe von 2,90 Meter und 2,22 m Breite lassen viel Spielraum bei der Wahl der Wege, es dürfen auch mal engere Durchfahrten sein. Selbst das Fahren auf Schotter ist mit geringer Steigung oder Gefälle möglich, sollte jedoch sehr gefühlvoll erfolgen, immerhin ist es kein 4x4 Fahrzeug. Der Überstand am Heck ist recht lang, was natürlich dem Volumen der Heckgarage zu Gute kommt. Die Bodenfreiheit könnte etwas größer sein. Wenn zusätzlich eine Anhängerkupplung angebracht ist, muss man bei größeren Bodenwellen, beim Befahren von Fähren oder in engen Serpentinen selbstverständlich vorsichtig fahren oder sogar den Beifahrer aussteigen lassen, um den perfekten Fahrweg zu finden.

Alltag auf 14 qm: Ein Einblick in unsere tagtägliche Routine unterwegs: Mails abrufen, Routen planen, Fotos sichten und verarbeiten, in Facebook und Xing posten, Presseinformationen schreiben, Reiseführer lesen, Kontakte knüpfen und pflegen, Interviews führen, Routen abfahren, touristische Highlights checken usw. Dies alles geschieht neben den allgemeinen Arbeiten in und mit einem Reisemobil: Kochen, stets auf- und einräumen, einkaufen, Geschirr spülen, Akkus laden, Wäsche waschen...

Bei einer Langzeittour gibt es natürlich auch den Waschtag - meistens auf einem Campingplatz. Kosten pro Waschgang oder Trockenladung zwischen 4 und 5 Euro. Für kleinere Waschaktionen gibt es mal schnell die Handwäsche.

 

 

Wer kennt Slowenien?

 

Unsere Anreise erfolgt über Österreich, die erste Übernachtung an der Jausenstation Schauphof Flachau mit Streichelzoo. Die Gaststube hat von Mitte Mai bis Oktober geöffnet, praktisch ist auch die günstige Lage zur Tauern-Autobahn oder zum Radstädter Tauernpass. Wer Zeit hat, kann über den Letztgenannten mautfrei durch Österreich Richtung Slowenien fahren und genießt dabei die wunderbare Landschaft. Schneller geht es natürlich über die Tauernautobahn.

 

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Anreise über Österreich // Mautfrei oder Autobahn? // Zufahrt Obertauern

 

Maribor – Wasser und Wein

Im Mai 2015 ist der Grenzübertritt nach Slowenien nur an den ehemaligen Kontrollhäuschen und den geschlossenen Wechselstuben zu erkennen. Voller Neugierde und Vorfreude erreichen wir unsere erste Station, die Kulturhauptstadt des Jahres 2012. Maribor ist überschaubar und fußläufig gut zu erkunden, ob nun der Wasserturm an der Drau, die älteste Weinrebe der Welt mit Museum, das alte Rathaus auf dem Hauptplatz mit der Pestsäule oder die unterirdischen Weinkeller bei Vinag. Currywurstliebhaber finden diese nach Berliner Art übrigens im B1 in der Stadt.

Nur sechs Kilometer von der Stadtmitte Maribors entfernt ist das Naherholungsgebiet am Gebirgszug des Pohorje. Hier befinden sich eine Seilbahn, Downhill-Strecken, Wege zum Wandern und Nordic Walking sowie der Stellplatz Kekec und die Peggy Bar.

 

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Maribor: Wasserturm // Alte Rebe // Im Keller der Vinag

 

Ljubljana - Burgberg und Lebensfreude


Die Hauptstadt Sloweniens beeindruckt mit viel Grün und zahlreichen Plätzen, auf denen man sich trifft, plaudert und Kaffee trinkt. Doch auch die Geschichte hat hier ihren Platz.

Eine Fahrt zur Burg mit der Standseilbahn zur markantesten Sehenswürdigkeit, der Burg von Ljubljana, oder auch der Fußweg eröffnen neue Blickwinkel auf Ljubljana. Die Burg ist Touristenmagnet, Aussichtspunkt sowie Ort der Historie und attraktiver Events. In der Stadtmitte hübsch anzusehen sind die "Drei Brücken" mit Blick auf die Burg. Gegenüber der Kolonnaden Trznica am Ljubljanica-Ufer pulsiert das tägliche Leben Ljubljanas - bei schönem Wetter natürlich draußen.

 

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Ljubljana: Standseilbahn // Burgberg // Lebensfreude in der City 

 

Kur in Slowenien

Im Umfeld finden sich viel Natur und Grün, teils hügelige Landschaften und einige Kurstädte. Zu nennen sind hier die älteste Stadt Sloweniens Ptuj mit Campingplatz, Thermal- und Spaßbad, südöstlich von Maribor gelegen. Das Quellwasser von Ragaska Slatina hingegen ist reich an Magnesium und gut für die Verdauung, das Thermalwasser hilft Gästen mit Rheuma, Muskel- und Gelenkproblemen. In Rogaska Slatina sieht man noch den Glanz vergangener Tage, wurde die Stadt früher in einem Atemzug mit Baden-Baden und Karlsbad genannt. Damijan Merc, zuständig fürs Marketing im Grand Hotel Sava mit Lotus Therme und 480 Betten, spricht hervorragend Deutsch, wie übrigens viele in Slowenien. Das Medical Center ist das größte private, medizinische Zentrum Sloweniens, rund 30-40 Ärzte sind hier tätig, erzählt uns der rührige Manager.

 

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Ptuj: Blick auf die Stadt // Liebliches Umland // Damijan Merc in Rogaska Slatina

 

Kulinarisches Slowenien

Wer in Slowenien "Trojane" hört, weiß sofort, was gemeint ist: Der Trojane-Krapfen ist eine beliebte Süßigkeit, vergleichbar dem deutschen Berliner - aber viel, viel größer! So ist es auch nicht verwunderlich, dass Schlange stehen beim Direktverkauf wohl normal ist, schließlich ist der Parkplatz extra groß und sogar mit Busparkplätzen ausgestattet.

Noch eine süße Spezialität kommt aus Bled: Die Cremeschnitte, für alle "Leckermäulchen" ein absolutes Muss. Und Freunde des Herzhaften kommen mit einem Burek, einer mit Hackfleisch oder Käse gefüllten Blätterteigtasche, voll auf ihre Kosten.

 

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Anstehen für Trojane-Krapfen // Drive-In für Cremeschnitten in Bled // Slowenischer Humor

 

Verführung pur - Bled!

 

Slowenien hat einige touristische Attraktionen, bei denen es sich lohnt, ein paar Tage Zeit einzuplanen. Auf jeden Fall gehört Bled dazu, mit Insel, Burg und einer wunderbaren Landschaft in den Julischen Bergen und dem Nationalpark Triglav.

Die einzige Insel Sloweniens liegt in einem See, umringt von Bergen - und einfach traumhaft. Vom naturnahen Campingplatz Bled, der terrassenförmig im Wald gestaltet ist, gibt es einen direkten Seezugang. WiFi, im Sommer Familienentertainment, eine Hundedusche und sogar Dogsitting sorgen auf dem Platz für ganzheitliche Urlaubserlebnisse. Wer einzigartiges Glamping erleben möchte, wird hier fündig. Glamping für Paare beinhaltet übrigens eine Hütte mit Doppelbett, separate Dusche und WC im Badehaus, ein Badebottich, der extra angeheizt werden kann, und morgens gibt es Frühstück im Korb direkt vor die Hütte.

Für kleinere Ausflüge lohnen sich der Besuch der Insel, ein Spaziergang um den See oder das Entdecken der Vintgar Klamm. Hier sind gutes Schuhwerk und je nach Witterung warme Kleidung von Vorteil.

 

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Bled: Romantische Insel // Camping Manager Nejc Kelbl mit Petra Lupp // Vintgar Klamm

 

Jetzt ruft die Natur

Ob Vrsic-Pass, der Wildfluss Soca, das Vipava-Tal, die beeindruckenden Karst-Höhlen – Natur hautnah erleben ist in Slowenien wunderbar möglich. Begeisterte Radfahrer, Motorradfahrer, Kanufahrer und Kletterer wissen die Naturspektakel zu schätzen und die naturverbundene Lebensqualität für ihre Erholung zu nutzen.

Slowenien ist ein wirklich interessantes Urlaubsland und auch mit dem Reisemobil sehr zu empfehlen! Viele sprechen deutsch oder auch englisch, wir fühlen uns überall sicher und willkommen! Freundliche, hilfsbereite Menschen haben wir kennen gelernt. Viele Touristen reisen leider nur schnell durchs Land, um beispielsweise nach Kroatien zu kommen. Ein Stopp und ein zweiter Blick lohnen auf jeden Fall, vielleicht bleibt man ja sogar „hängen“ und verweilt länger.

Kranjska Gora nutzen wir als Einstieg in den spektakulären Vrsic-Pass, die Ausblicke sind bei schönem Wetter immer wieder grandios und faszinierend. Mit der Talfahrt Richtung Kobarid kommt der Wildfluss Soca ins Spiel, der mit seinem smaragdgrünen Wasser als Paradies für Canyoning gilt.

 

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Vrsic-Pass: Bergpanorama in einer der Kehren // Höchster Punkt // Soca Fluss  

Wer den Wildfluss Soca hautnah erleben und sozusagen mit ihm einschlafen möchte, dem empfehlen wir Camping & Green Chalets im Kamp Koren in Kobarid. Seit 1991, also noch zu Jugoslawien-Zeiten, ist Inhaberin Lidija Koren mit kreativen Ideen und ganz viel Schaffenskraft am Werk. Ob mit Reisemobil, Wohnwagen oder Zelt - hier treffen sich ganzjährig aktive Sportbegeisterte, überwiegend aus Deutschland und Österreich. Auch gerne zum Biken oder Gleitschirmfliegen. An der Rezeption trifft man sich, bucht sportliche Aktivitäten, trinkt einen Kaffee, checkt Mails und fühlt sich wohl und "zuhause". Die Hauptsaison auf dem mit Ökolabel ausgezeichneten Platz beginnt an Ostern, geht über Pfingsten und natürlich über den Sommer.

Lidija vermietet zudem sechs 100qm Chalets, sehr natürlich eingerichtet und gemütlich; eines davon ist im Erdgeschoss sogar rollstuhlgerecht. Ihr seit Jahren aktives Engagement für Camping in Slowenien ist bemerkenswert, zudem arbeitet sie gerne mit Kindern und bringt ihnen die Natur näher. Von ihr erhalten wir u.a. auch den wunderbaren Geheim-Tipp mit der noch recht unbekannten Karsthöhle Krizna Jama, die wir im weiteren Verlauf unserer Reise natürlich besuchen.

 

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Camping Managerin Lidija Koren // Arbeiten unterwegs // Naturerlebnis satt

 

Unser Weg führt weiter und wir bleiben den aktiven und sportlichen Campern auf der Spur. Kamp Tura in Vipava punktet mit Klettern am Berg, Tennis, eine Kletterwand und vieles mehr. Bojana Curk hat auf ihrem hochgelegenen Campingplatz viel zu bieten. „Immer den Berg hochfahren, selbst wenn man denkt, man hat es verpasst, einfach weiterfahren und ankommen“ erklärt sie uns schmunzelnd. Gerne organisiert sie in der Umgebung Weinproben für ihre Gäste und ist Ansprechpartnerin für alle aktiven Camper. Einige Gäste fahren sogar nach Italien ans Meer und genießen dann abends die leichte Brise der Berge bei schönster Fernsicht.

Der Platz ist neu gestaltet, manchmal etwas arg windig, teils auch stürmisch, aber durchaus attraktiver Ausgangspunkt für Besichtigungstouren in die Umgebung. So bieten sich Tagesausflüge in die touristisch erschlossenen Karsthöhlen bei Postojna oder zur noch ursprünglichen und ohne Strom ausgestatteten Karsthöhle Krizna Jama an. Wir gehören übrigens für das Jahr 2015 zu den gerademal 1.000 Besuchern, die in Krizna Jama die Möglichkeit erhalten, neben dem ersten, größeren See auch den zweiten Höhlensee zu erleben.

 

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Kamp Tura: Bojana Curk // Der Stellplatz // Krizna Jama: Guide Igor und Petra

 

Wer auf dem Weg nach Kroatien oder zum Abschluss seiner ganz persönlichen Slowenien-Rundreise noch italienischen Lebensstil oder seinem Hobby mit Pferden fröhnen möchte, wird einen Abstecher nach Piran oder zum Gestüt Lipica mit seinen weltberühmten Pferden machen.

Denn die Nähe verbindet. So wird italienischer Lebensstil gerade an der Küste Sloweniens gepflegt. Lebendiger Beweis ist das hübsche Städtchen Piran, das jedoch für Reisemobile nicht befahrbar ist. Ein paar Kilometer weiter bietet die Marina Portoroz einen ansprechenden Wohnmobilstellplatz.

 

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Höhle Krizna Jama // Gestüt Lipica // Piran mit Campanile

 

Slowenien hat uns begeistert. Kurze Wege, freundliche Menschen, wunderbare Natur und quirlige Städte bieten Abwechslung, Action und Erholung. Die Infrastruktur mit Wohnmobilstellplätzen und Campingplätzen ist regional unterschiedlich stark ausgebaut, aber ausreichend, weitere Plätze sind jedoch in den nächsten Jahren geplant. Daher unser Tipp: einfach mal ausprobieren!

 

Reiseführertipps Slowenien:

 

SlowenienMarcoPolo


Der Marco Polo Reiseführer Slowenien der Auflage 2013 ist aktuell, mit einer detaillierten Faltkarte und den wichtigsten Marco Polo Highlights ausgestattet. Einzelne Tourenvorschläge sind ausführlich, wichtige Sehenswürdigkeiten dabei kurz, aber ausreichend beschrieben. Handlich und praktisch, als Nachschlagewerk während der Reise und im Vorfeld für die Reiseplanung sehr gut  geeignet.

144 Seiten, Auflage 2013, ISBN 9783829726122, www.marcopolo.de

 

 

 

 

EuropaBuch

 

Der Wohnmobil-Reiseführer Europa mit dem Wohnmobil, Neuauflage November 2015, enthält auf 12 Seiten die Tour „Slowenien für Geniesser – Faszinierende Städte und Natur pur erleben“. Ausführlich beschrieben, inklusive GPS-Daten, Stellplatztipps und Streckenleiste, basierend auf der dreimonatigen Südosteuropareise der Autorin Petra Lupp.

Hier geht es zu weiteren Details.

 

 

 

 


Durchgangsländer Kroatien und Bosnien-Herzegowina

 

Beim Grenzübergang Slowenien/Kroatien sehen wir uns zum ersten Mal einer Ausweiskontrolle gegenüber. Doch ein kurzer Blick in unsere Papiere genügt und schon geht es weiter.

Die berühmt-berüchtigte Bora begleitet unseren Weg entlang der Küste. Starkwind und prasselnder Regen – das braucht doch kein Mensch. So schauen wir, dass wir schnell viele Kilometer hinter uns bringen, zumal wir sowieso geplant haben, uns einzig auf die Hotspots zu konzentrieren. Denn über Kroatien haben viele unserer Journalistenkollegen schon sooo viel berichtet und geschrieben, dass wir uns bewusst auf die für viele eher unbekannten Länder konzentrieren.

Ein Highlight darf jedoch selbst bei schneller Durchreise nicht fehlen und siehe da: Die Plitvicer Seen sind auch im strömenden Regen ein gut besuchtes und faszinierendes Naturschauspiel! Bekannt als Drehort der legendären Winnetou-Filme, sind die vielfach sich ändernden Ausblicke und Fotomotive sozusagen ein Muss für jeden Kroatien-Urlauber. Die Fußwege sind lang und auch mal glitschig, daher sollte man viel Zeit und gutes Schuhwerk mitbringen.

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Plitvicer Seen // Andrang trotz Regens // Ivanka und Ivan Spehar

 

Die Anreise von der Küste her dauert, eine Zwischenübernachtung vor Ort einzuplanen ist sinnvoll. Wir machen Station im Camp Bear, Rakovica, 6 Kilometer vom Eingang 1 entfernt. Von den engagierten Betreibern Ivanka und Ivan Spehar erfahren wir, dass um kurz nach sieben der Bäcker vorbei kommt und um 8.30 Uhr ein Shuttlebus Richtung Plitvicer Seen fährt, der die Gäste um 16.30 Uhr wieder zurück zum familiengeführten Platz bringt. 30 Stellplätze im Grünen, inklusive Dusche, WC, Strom und V/E stehen zur Verfügung. Alles in allem sehr angenehm, sauber und empfehlenswert.

Nach diesen zwei Tagen Regen freuen wir uns, dass sich das Wetter bessert. Zurück an der Küste bringt uns unser Durchreisevorhaben auf einen Abstecher nach Zadar. Der ausgewiesene Campingplatz ist zu weit entfernt von der Stadtmitte, so entscheiden wir uns für einen großen Parkplatz innerhalb der Preiszone 3, zwischen Kralja Dmitra Zvonimira und Obala Kralia Tomislava. Der Fußweg führt direkt in den auf einer Landzunge gelegenen alten Stadtkern. Zu sehen gibt es einiges, vom beliebten Platz Narodni trg mit Rathaus, Stadtwache und Uhrtum, der Meeresorgel an der Promenade, dem Kreuzfahrtschiffsanleger bis hin zur Rundkirche Sveti Donat.

 

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Stadtansicht Zadar // Die roten Kissen in Split // Frühlingsimpressionen an der Küste

 

Mit roten Kissen empfängt uns die Stadt Split. Natürlich nicht nur uns, sondern die zahlreichen Touristen, die tagtäglich, individuell oder mit einem der vielen Kreuzfahrtschiffe ankommend, der hübschen Stadt einen Besuch abstatten. Besagte Kissen liegen auf den Treppenstufen im Haupthof der Palastanlage, des Peristyls und gehören zum Café Luxor. Uralte Mauern aus Römerzeit und Mittelalter prägen das Stadtbild, ein Bummel durch die engen Gassen lohnt sich, wenngleich alles sehr touristisch ist. Die Annahme von Euro ist übrigens nicht üblich, man bevorzugt die kroatische Währung Kuna.

Allen, die während des Kroatientrips schon einmal nach Dubrovnik gefahren sind, ist bekannt, dass am südöstlichen Rand des wunderschönen und fruchtbaren Neretva-Deltas ein kleiner Küstenstreifen zu Bosnien-Herzegowina gehört und beidseits Grenzkontrollen durchgeführt werden. Wer Lust und Zeit hat, kann hier im Küstenstädtchen Neum in BIH Station machen, Saison ist dort von Ende Mai bis Mitte September. Ein paar Restaurants laden direkt am Wasser gelegen zum Verweilen ein. Ein ausgewiesener Stellplatz, jedoch ohne jegliche Infrastruktur, befindet sich oberhalb der Kirche, der Parkplatz direkt an der Pizzeria Jopi und dem Hotel Sunce kann außerhalb der Hochsaison ebenso genutzt werden. Die Währung ist für deutsche Besucher übrigens sehr einfach zu rechnen und zu merken. Sie nennt sich Mark und ein Euro entspricht knapp zwei Mark; die offizielle Währungsbezeichnung heißt "Konvertible Mark" (BAM).

 

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Neretva-Delta // Sonnenuntergang und Parken in Neum, Bosnien-Herzegowina

 

Unser Weg führt nach dem Besuch von Dubrovnik – übrigens parktechnisch eine sehr Wohnmobil-unfreundliche, um nicht zu sagen Wohnmobil-feindliche Stadt - nun weiter zu einem wahren Geheimtipp, nach Montenegro.

 

Reiseführertipps Kroatien


KroatischeAdriakuesteDalmatienBaedekerReisefuehrer 

Der Baedeker Reiseführer Kroatische Adriaküste / Dalmatien in der 5. Auflage 2013 deckt in gewohnt guter Baedeker Qualität mit Faltkarte und alphabetisch gegliederter Reiseziele die Küste Dalmatiens mit allen sehenswerten Städten und Sehenswürdigkeiten ab. Vier Tourenvorschläge sowie allgemeine Informationen über Land und Leute runden das Standardwerk ab.


346 Seiten, Auflage 2013, ISBN: 9783829714099,
http://www.baedeker.com/reisefuehrer/europa/kroatien

 

 

 

EuropaBuch

 

Der Wohnmobil-Reiseführer EUROPA mit dem Wohnmobil, Neuauflage November 2015, enthält auf 14 Seiten die Tour „Einmal um die Kvarner Bucht – Küstentour mit Inselhopping in Kroatiens ältester Ferienregion“ von Autor Thomas Cernak. Geplante Fahrzeit: 7 bis 14 Tage; ausführlich beschrieben, inklusive GPS-Daten, Stellplatztipps und Streckenleiste.


Hier geht es zu weiteren Details.  

 

 

 

 

 

 

Geheimtipp Montenegro

 

Wir entscheiden uns, von Dubrovnik aus nochmals nach Bosnien-Herzegovina zu fahren und die Stadt Niksic als erste Station in Montenegro zu besuchen. Nach einem recht einsamen und sehr großzügig angelegten Grenzübergang begleiten uns zuerst schöne Felsformationen, dann geht es vorbei am See Slansko Jezero hinunter ins Tal.

Wir haben es also geschafft - wir sind in Montenegro angekommen! Ein tolles Land, viele Berge, viele Serpentinen und viel Grün erwarten uns. Ein echter Geheimtipp für Naturliebhaber und Neuland-Entdecker.

 

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Willkommen in Montengro // Berge, Berge, Berge // Kloster Ostrog

 

Enttäuschend, die Stadt Niksic ist weder attraktiv noch besonders hilfreich für die weitere Reiseplanung. Es gibt keine Touristinformation und naja, der Stadtkern ist übersichtlich. Daher mal schnell ein Brot gekauft und weiter geht es.

Das sehenswerte Kloster Ostrog hingegen liegt in der Nähe und ist in Montenegro eines der bedeutendsten Klöster der serbisch-orthodoxen Kirche. Es wurde weit oben in den Berg gebaut, die Aussicht ist grandios, die Anfahrt allerdings, je nach Wegeführung, langwierig. Die letzten Serpentinen sind übrigens nur noch für wendige Wohnmobile befahrbar, sonst setzt das Hinterteil auf.

Nationalparks und Naturspektakel

Das kleine Land Montenegro ist reich an Natur pur. So begeistert uns das viele Grün in allen Nationalparks. Zabljak liegt auf 1.450 Meter im 1980 von der UNESCO zum Welterbe erklärten Durmitor Nationalpark und ist die höchstgelegene Stadt Montenegros. Ende Mai war es mit gerademal 3 Grad nachts noch richtig kalt, Tendenz jedoch steigend. Im Winter ist hier Skigebiet. Der Nationalpark ist bestens zum Wandern und Fahrradfahren geeignet, lohnend u.a. der Ausflug mit kleiner Wanderung zum Aussichtspunkt put za curevac mit Blick auf einen Teil der Tara-Schlucht. Gutes Schuhwerk ist hier ratsam. Karten- und Infomaterial hält übrigens die Touristinformation im Herzen Zabljaks bereit.

Als Stellplatz und/oder Standort eignet sich Kod Boce, ein etwas außerhalb gelegener Campingplatz mit Blick auf die Berge. Seit 2006 betreiben Dragica Yojinvic und ihr Ehemann den Platz mit einer einfachen Infrastruktur, maximal 35 Stellplätzen und einigen Holzhütten mit jeweils zwei Betten. Verständigungsprobleme werden mit viel Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft mehr als kompensiert.

 

129ZabljakUmgebung  127ZabljakDragicaYojinovicKodBoce  133TaraSchluchtBlickPutzacurevac

Durmitor Nationalpark // Dragica Yojinvic // Aussichtspunkt put za curevac

 

Ausflüge zur spektakulären Tara-Schlucht, dem tiefsten Canyon Europas, sind empfehlenswert. Dort wird u.a. Rafting angeboten. Wir beobachten eine deutschsprachige Gruppe bei der Einweisung. O-Ton eines Teilnehmers: „Kostet Neulinge durchaus Überwindung!“ Das glauben wir gerne und setzen uns entspannt wieder ins Wohnmobil, um unsere Reise auf einer gut ausgebauten Straße entlang der Schlucht vorzusetzen.

Es lohnt sich, dem mit über 140 km längsten Fluss des Landes, einen Besuch abzustatten. Dazu bietet sich die Brücke mit 150 Meter Höhe ebenso an wie immer mal wieder ein Stopp im Verlauf des Flusses.

 

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Schneereste im Mai // Blick in die Tara-Schlucht // Start zum Rafting

 

Im kostenpflichtigen Nationalpark Biogradska Gora im Nordosten Montenegros blüht es Ende Mai besonders üppig. Bärlauch so weit das Auge reicht und die Nase den Duft vertragen kann. Naturliebhaber nutzen den 3,3 km langen Rundweg eines der Bergaugen, dem Biogradskasee, für einen wunderschönen Spaziergang. Ständig wechselnde Perspektiven erlauben der Seele wahrhaft zu baumeln. Ein Teil des Rundwegs ist mittels Holzstegen befestigt, damit die Natur darunter ungestört "leben" kann.

Wer direkt im Park übernachten möchte, kann ein paar Wohnmobilstellplätze mit Strom oder eine der neuwertigen Hütten buchen. Die Abendstimmung bei untergehender Sonne und einkehrender Ruhe ist besonders idyllisch. Der Park wird 24 Stunden von Rangern betreut, einen davon lernen wir kennen: Milija Zecevic gibt in englischer Sprache gerne Auskunft über den Park, über die Bergaugen, Wander- und Mountainbikewege und vieles mehr.

 

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Biogradska Jezero // Bärlauch-Blüte // Parkranger Milija Zecevic

 

Ein weiteres Highlight ist der Skutarisee, geteilt in einen montenegrinischen und einen albanischen Teil, und zudem der größte See der Balkanhalbinsel. Das Paradies für Fans von Flora und Fauna beeindruckt mit Seerosen wohin man schaut. Fischreichtum und unterschiedlichste Seevögel sind hier zuhause. Bootsfahrten sind informativ und bieten hervorragende Fotomotive.

 

Wir lernen in Virpazar den deutschen Managementberater Marco Franz kennen, der Land und Leute liebgewonnen hat. Er zeigt uns das alteingesessene Hotel und Restaurant Pelikan, das bereits 1960 von Toman und Zorka Zec gegründet wurde. Der traditionelle Familienbetrieb bietet regionale, montenegrinische Küche und Zimmer mit DU/WC. Das hauseigene Museum im Dachgeschoss zeigt die Sammelleidenschaft des Gründers. Selbstverständlich kann man auch hier verschiedene Bootstouren buchen.

 

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Montenegrinische Gelassenheit // Unterwegs...auf dem Weg zum Skutarisee von Virpazar

 

Die Natürlichkeit und Ursprünglichkeit des sehenswerten Landes spiegeln sich einerseits in der Natur, andererseits aber auch in ihren frischen Produkten und damit im Essen wider. Wein, Honig, frischer Fisch, Käse und Schinken sind beliebt und köstlich. Ein Stopp und eine Rast bei einheimischen Produzenten daher ratsam.

 

Ein Wort zu den Straßenverhältnissen: Die Bundesstraßen sowieso und ein Großteil aller anderen Straßen sind in gutem Zustand, ausreichend breit und sehr gut befahrbar. Manche Verbindungsstraße über Berge oder durch Täler entpuppt sich während des Verlaufs jedoch schon mal als immer enger werdender Weg, der dann nur noch erfahrenen Fahrer/innen mit einem kleineren Fahrzeug zu empfehlen ist. Wer hier einen Motorroller sein eigen nennt, kommt auf solchen Strecken besser und flexibler voran.

 

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Ursprüngliches Montenegro // Rast unterwegs // Wegweiser zu gutem Essen und Trinken

 

Die alte und die aktuelle Hauptstadt

Die recht übersichtliche alte Hauptstadt Cetinje ist heute Studentenstadt und glänzt gediegen mit morbidem Charme und alter Pracht. Hier stehen zahlreiche, ehemalige Botschaftsgebäude und Museen für interessante Erkundungstouren parat, abends flaniert man durch die Stadt und trifft sich mit Freunden.

Anders die aktuelle Hauptstadt. So vielfältig prächtig, grün, beeindruckend und wunderbar die Landschaftsbilder Montenegros sind, so zweckmäßig und eigentlich schmucklos präsentiert sich Podgorica. Eine Cafe- und Kneipenszene belebt ab 17 Uhr die Innenstadt, auch sind alle bekannten Auto- und Bekleidungsmarken erhältlich. Das Leben findet, wie so oft im Süden, draußen statt. Ein kurzer Bummel durch den Stadtkern oder Shopping in Delta City – und schon kann die Fahrt für die Entdecker unter den Wohnmobilisten weitergehen.

 

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Kunst und Preistafel in Podgorica // Alte Pracht in Cetinje

 

Bucht von Kotor und die blaue Adria

Jetzt ruft das Meer und wir beginnen unseren Bericht im Südwesten, mit der Bucht von Kotor. Norwegen lässt grüßen, denn in diesem wunderbar eindrucksvollen Fjord im Süden geben sich sogar Kreuzfahrtschiffe ein Stelldichein.

Bekannt und sehenswert sind die mit Linienbus verbundenen Städte und Ortschaften Herceg Novi, das charmante Perast und natürlich die von den Venezianern geprägte Altstadt von Kotor. Um den schnellen Wiederaufbau zu sichern, wurde die Altstadt 1979 nach dem Erdbeben zum kulturellen Welterbe erklärt. Wer übrigens den Stadtbummel startet, nachdem die Kreuzfahrtschiffe weg sind, kann mit mehr Ruhe die Gassen genießen.

Die Bucht von Kotor ausgiebig erkunden und trotzdem ruhig schlafen kann man im familiengeführten Autocamp Naluka, geführt von Dusan "Dusko" Milinovic in Morinj. Der Eigentümer spricht u.a. deutsch und englisch, kümmert sich und ist stets gerne Ansprechpartner für seine Gäste. 15 Wohnmobile finden Platz, teilweise mit direkter Sicht auf den kleinen Flusslauf. Die Infrastruktur ist gut, der Platz ist von Mitte April bis Ende Oktober geöffnet. Wer Schlauchboot oder Kanu dabei hat, kann direkt vom Stellplatz damit ins offene Meer.

 

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Bucht von Kotor // Altstadt Kotor // "Dusko" vom Autokamp Naluka

 

Die montenegrinische Adria lockt mit unterschiedlichen Küstenstädten, in der Sonne glänzenden Wellen und teilweise hübschen Stränden. In und um Budva hat der Massentourismus bereits Einzug gehalten. Die vorher genossene Ruhe und Einsamkeit der Berge ist damit vorbei. Und doch kann man den Weg entlang der Küste mit schönen Ausblicken, Buchten und dem Meer genießen.

Gleich noch ein eher trauriges Kapitel über die gekaufte Insel Sveti Stefan. Der Zutritt ist nur Hotelgästen oder mit einer Reservierung für das Restaurant gestattet. Das Parken für ein WoMo wird mit 10 Euro berechnet, eine geführte Tour durch die Anlage kostet 20 Euro/Person. Im weiteren Verlauf lockt etwa 4 km von der Stadt Bar entfernt Stari Bar mit Geschichte, Ruinen am Berg Rumija sowie mit Souvenirs und Lokalen auf dem Weg vom Parkplatz bis zum Eingang in die alte Stadt. Wer will, findet jedoch auch an der Küste noch Eckchen der Ruhe und montenegrinische Gelassenheit.

Unter alten Olivenbäumen entspannen kann man im Camping Oliva in Utjeha, der als Tipp an der Adria gilt. Keti Arabelovic ist die Seele des Platzes und kümmert sich gerne um die Belange der Gäste. Der Stellplatz ist sauber und gepflegt, man hat direkt gegenüber Zugang zum Meer. Die Lage ermöglicht bequem die Besichtigung der Städte Ulcinj, Petrovac, Bar und Budva.

 

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Altstadt Stari Bar // Keti Arabelovic vom Camp Oliva // ...und direkt gegenüber an der Adria

 

Allgemeines

Ein Wort zu Infrastruktur, Internet, Währung und Preisen: In Montenegro ist Internet verfügbar, jedoch nicht überall. In Danilovgrad wurde uns sogar angeboten, die firmeneigene Kennung zu erhalten, um uns ins Netz einwählen zu dürfen. Die Menschen sind offen und hilfsbereit, insbesondere Jüngere sprechen englisch.

Das Wohnmobilfahren ist noch nicht weit verbreitet. Wenn, dann eher in den Küstengebieten statt im Landesinneren. Daher ist auch die Infrastruktur nicht überall vorhanden, die Bewohner sind jedoch sehr tolerant, wenn man als Reisemobilist mal frei steht. Im Zweifel einfach um Erlaubnis fragen, denn offiziell und laut ADAC ist das Freistehen eigentlich verboten. Noch ein Tipp: Gasflaschen nachfüllen ist neben der Eko-Tankstelle in Bar bei Energogas möglich.

 

Montenegro hat den Euro als Währung übernommen, obwohl dieser nie offiziell eingeführt wurde. Das Preisgefüge ist aus deutscher Sicht günstig, ein Café-Besuch oder das Einkaufen von einheimischem Obst und Gemüse auf Märkten lohnen sich so in doppeltem Sinne. Große Supermärkte sind sehr gut sortiert, importierte Waren wie Kaffee, Joghurt und Drogerieartikel sind jedoch wie so oft entsprechend teuer.

 

Insgesamt ist ein Besuch des Landes absolut empfehlenswert. Es gibt sehr viel zu entdecken und die Gastfreundlichkeit der Menschen ist insbesondere im Hinterland noch echt. Allen Naturliebhabern, die sonst gerne nach Skandinavien oder Österreich fahren, sei ein Trip durch das teilweise erst wenig entdeckte Land ans Herz gelegt. Auch bietet es sich an, bei der Durchreise nach Griechenland ein paar Abstecher im kleinen Montenegro zu unternehmen.

 

Reiseführertipps Montenegro

 

MontenegroMarcoPolo 

Der Marco Polo Reiseführer Montenegro der Auflage 2013 ist sehr lohnenswert, um aktuell, auch mit einer detaillierten Faltkarte und den wichtigsten Marco Polo Highlights über das reichlich unbekannte Land informiert zu werden. Wie gewohnt sind einzelne Tourenvorschläge enthalten und wichtige Sehenswürdigkeiten dabei kurz, aber ausreichend beschrieben. Handlich und praktisch, als Nachschlagewerk während der Reise und im Vorfeld für die Reiseplanung sehr gut geeignet.128 Seiten, Auflage 2013, ISBN 978-3829725477, www.marcopolo.de

 

 

 

 


 EuropaBuch

Der Wohnmobil-Reiseführer EUROPA mit dem Wohnmobil, Neuauflage November 2015, enthält auf 14 Seiten die Tour „Grünes Montenegro! Ursprünglichkeit erleben, Neuland entdecken“. Ausführlich beschrieben, inklusive Hinweisen zu Geheimtipps, Straßenbeschaffenheit, Anfahrts- und Parkmöglichkeiten, Routentipps, inklusive GPS-Daten, Stellplatztipps und Streckenleiste, basierend auf der dreimonatigen Südosteuropareise der Autorin Petra Lupp. 

Hier geht es zu weiteren Details.

 

 

 

 

Mit wundervollen Eindrücken sagen wir nun Goodbye Montenegro – denn jetzt ruft uns Albanien!

 

 


Buch-Tipp

LEBENSDOMIZILE WELTWEIT-Redakteurin Petra Lupp ist Mitautorin des Wohnmobil-Reiseführers

 

EuropaBuch

 

Europa mit dem Wohnmobil - Die schönsten Routen zwischen Nordkap und Gibraltar


Auf 20 Wohnmobiltouren Europa entdecken. In diesem neuen Wohnmobilführer zeigen unsere Autoren ihre Lieblingstour pro Land mit allem Sehenswerten und ihren ganz persönlichen Empfehlungen. Ausführliche Routenbeschreibungen, Tipps zu Aktivitäten, Stell- und Campingplätzen (mit GPS-Koordinaten) sowie detaillierte Karten und Streckenleisten runden das Buch ab. Der perfekte Reiseführer für die nächste Wohnmobiltour durch Europa.

Autorenportrait Petra Lupp:

Petra Lupp, Jahrgang 1969, gründete im Jahr 2001 ihre inhabergeführte Presseagentur und ist seit einigen Jahren insbesondere im Ausland als freie Reisejournalistin tätig. 2012 richtet sie ihre Recherchen und Reportagen verstärkt auf die Lebens- & Reisegewohnheiten der Zielgruppe 50plus aus. Ihre authentischen Reisereportagen über das Leben im Ausland erfreuen sich großer Beliebtheit. Mehrmonatiges Arbeiten, Reisen und Leben im Wohnmobil gehören mittlerweile zu ihrem Alltag. Mit Neugierde und Leidenschaft geht sie neue Themen an, sucht länderübergreifende Kontakte und erweitert das weltweite Netzwerk. 

288 Seiten, ca. 250 Abbildungen

2. Auflage 2017
Format 16,5 x 23,5 cm, Klappenbroschur mit Fadenheftung
ISBN 978-3-7654-8397-4

€ [D] 29,99

€ [A] 30,90*

sFr 39,90

Bruckmann Verlag GmbH 

 

 

Das Buch ist zum Preis von 29,99 Euro erhältlich.

 

Bestellungen über LEBENSDOMIZILE WELTWEIT sind ausschließlich per Vorab-Überweisung möglich:

Kontodaten:   Petra Lupp

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Erst im Zusammenspiel aller Faktoren, Erlebnisse und Informationen ist es möglich, eine solche Reisereportage fundiert zu erarbeiten und zu veröffentlichen. Mit unserem Wissen zu den Themen Seniorenresidenzen, Wohnen, Leben und Pflege im Ausland für die deutschsprachige Generation 50plus halten wir uns stets auf aktuellem Stand. Denn ganz bewusst besuchen wir nach unserer Recherche ausgewählte Länder, um uns vor Ort von der Realität zu überzeugen. Daher bieten wir interessierten Magazinen, Tageszeitungen oder Online-Portalen an, individuelle Berichte und Artikel, wenn gewünscht auch zu Teilgebieten, gegen Gebühr anzufertigen.

Darüber hinaus stehen wir gerne für Vorträge und Interviews zur Verfügung. Anfragen bitte an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!